Frage von Mechanar, 77

Darf man darauf hoffen irgendwann in einer abtreibungsfreien welt zu leben?

Hallo ich habe eine frage bezüglich verhütungsmittel der zukunft und hoffe das mir dieses forum informativ weiterhelfen kann.

ich halte abtreibung für eine der moralisch ekelhaftesten dinge auf diesem planeten und hoffe aus tiefsten herzen das die wissenschaft bald methoden entwickelt die das thema an sich obsolet machen würde

kürzlich las ich einen artikel über sogenannte "nanoverhütung" wie weit ist die forschung da? lässt sich hoffen das wir irgendwann in einer abtreibungsfreien welt leben können (bis auf eine astronomisch geringe einzelfälle natürlich) ich will nicht in einer welt leben mit der vorstellung das jedes jahr 55 millionen abtreibungen geschehen und keiner unternimmt was.

Antwort
von ChainPx, 77

soetwas wie nanoverhütung könnte teuer werden... in den ländern, wo die geburtenrate am höchsten ist, wird das wahrscheinlich nicht möglich sein...

weißt du, was moralisch gesehen auch total unter der gürtellinie ist? :] wir menschen.... solange es uns gibt, wird es all die schrecklichen dinge auch geben...

woher hast du die zahl her? 55 millionen? sind es nicht noch viel viel mehr? :]

Kommentar von ChainPx ,

aber hey, natürlich darfst du darauf hoffen... :]

Antwort
von finaljason, 76

Nicht solange Menschen das Recht haben selbst über ihren Körper zu entscheiden. Das ist ein nun mal zweischneidiges Schwert, aber ich persönlich halte Abtreibung in engen gesetzlichen Grenzen dann doch für das geringere Übel...

Abtreibung gab es schließlich auch schon in der Antike und ist kein Neuzeitphänomen.

Antwort
von annemarie37, 30

Die geschätzte Zahl der Abtreibungen liegt bei 42 Mio. Das kann natürlich nur eine Schätzung sein, weil die Hälfte davon illegale Abtreibungen sind, die nicht registriert werden oder nur, wenn es dabei schwere Komplikationen oder sogar Todesfälle (ca. 47'000 jährlich) gibt. http://www.svss-uspda.ch/de/facts/facts.htm

Abtreibung gehört nun mal zum Leben dazu. Der Entscheid, eine Schwangerschaft abzubrechen, fusst meist auf wohl überlegten, sehr verantwortungsvollen Überlegungen. Was daran "moralisch ekelhaft" sein soll, ist mir schleierhaft. Moralisch verwerflich ist vielmehr, dass es Leute gibt, die die Frauen gegen ihren Willen zum Gebären zwingen wollen...

Da hingegen bin ich mit dir einverstanden: schön wäre es, wenn die Menschheit - anstatt immer neue Waffen - endlich fähig wäre, absolut sichere, absolut risikofreie, absolut nebenwirkungsfreie Verhütungsmethoden zu entwickeln. Hoffen darf man immer... Aber 100% wird auch das höchst wahrscheinlich nie hinhauen, weil... es gibt da auch noch menschliche Unzulänglichkeiten und Schwächen, insbesondere im Bereich Sexualität.

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Medizin, 21
  • Nein, darauf sollte man definitiv nicht hoffen: Auf eine Welt ohne Selbstbestimmung über den eigenen Körper, ohne Freiheit, ohne grundlegende Menschenrechte. Und schon gar nicht auf eine Welt, in der Moral gleichgeschaltet ist und alle genau die gleichen Wertvorstellungen haben müssen. Das wäre doch schrecklich. Vielfalt ist doch schön und auch moralische und religiöse Ansichten dürfen variieren.
  • Schwangerschaftsabbrüche sind meines Erachtens nicht verwerflich, sondern es ist gut, dass in Deutschland jede Frau die frei Wahl hat, eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen. Befruchtete Zelle, Zygoten, Embryonen sind keine Personen, haben kein Bewusstsein, keine Persönlichkeit, kein Schmerzempfinden. Es ist eigentlich absurd, sich um befruchtete Zellen Sorgen zu machen.
  • 100%ige Verhütungsmittel wird es nie geben, da Menschen immer Fehler machen werden und weil es leider auch immer gegen Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung kommen wird (Inzest, Missbrauch, Vergewaltigung). Es wird immer ungewollte Schwangerschaften geben. Gewiss hoffen wir aber gemeinsam, dass Verhütungsmittel immer zuverlässiger, nebenwirkungsärmer, bequemer und vor allem jedem zugänglich werden. 
Antwort
von Tragosso, 11

Die Frauen haben jahrelang dafür gekämpft, dieses Recht über ihren eigenen Körper überhaupt haben zu dürfen! Daran wird sich hoffentlich niemals wieder etwas ändern.

Antwort
von Seanna, 61

Kaum. Ist ja auch medizinisch einfach manchmal nötig, da Mutter gefährdet uä.

Antwort
von TheKn0wledge, 41

Abtreibung sind nichts schlimmes, solange sie nicht zur Regel sondern zur letzten Alternative werden. Es sollte so gehen: Verhütung>Pille danach>Abtreibung

Antwort
von Hardware02, 27

Das Problem ist doch nicht, dass es keine Verhütungsmittel gibt. Das Problem ist, dass manche Leute zu dumm sind, diese anzuwenden, bei anderen versagt die Verhütung (ja, das gibt es - zwar selten, ist aber sogar bei der Pille möglich). 

Außerdem gibt es da ja noch andere Gründe, ein Kind abzutreiben, z.B. Vergewaltigung oder gesundheitliche Gründe bei Mutter oder Kind. Es gibt auch Frauen, die ein Kind zur Welt bringen, obwohl sie vorher schon wissen, dass es nicht lebensfähig sein wird (z.B. Anenzephalie). Ich würde das nicht tun.

Antwort
von voayager, 30

Frauen treiben nicht aus Jux und bloßer Tollerei einfach ab, sondern erwägen meist alles ziemlich genau. Wenn sie dann abtreiben, haben sie meist hierfür handfeste Gründe, die zu respektieren sind.

Antwort
von blumenFee47, 52

Manchmal sind Abtreibungen von Notwendigkeit... wobei das Embryo extrem krank ist oder gar nach einer Vergewaltigung etc... man sollte sich diesbezüglich etwas mit solchen Äußerungen zurückhalten... lg Blümchen 

Antwort
von Delveng, 58

Nein, das ist ein "frommer" Wunsch. Eine Welt ohne Abtreibung wird es nicht geben.

Antwort
von annokrat, 46

abtreibungen wird es immer geben, weil verhüten halt erfahrungsgemäss nicht immer klappt. und wenn du abtreibung verabscheuenswürdig hältst, dann brauchst du sie nicht zu praktizieren. aber es geht dich nichts an was andere machen... oh... halt, du bist sicher ein mann und abtreibung ist für dich sowieso kein problem.

ändere deine überkommen religiösen moralvorstellungen und gut.

annokrat

Kommentar von Mechanar ,

ich wollte eigentlich keine debatte anfangen sondern lösungen hören.

In welcher weise ist eine ablehnung der abtreibung ein rein religiöses thema?  Diverse humanisten sehen es genauso. Ich finde du solltest alles aus einem menschen herauslesen zu können bloß wegen einer einzelnen tatsache.

"wenn du abtreibung verabscheuenswürdig hältst, dann brauchst du sie nicht zu praktizieren"  wie genau stellst du dir das vor? Man darf moralische überzeugungen haben aber sie nicht in die realität umsetzen? In welcher form ergibt das einen Sinn? Wie soll man auf der einen seite etwas unmoralisch finden aber bis in alle ewigkeit still sitzen und nichts dagegen machen? Bei dieser logik sind alle gesetze jedes eingreifen in das was als unmoralisch gesehen wird auch das aufzwingen einer bestimmten moral und daher nicht legitim. 

Kommentar von Kajjo ,

Wenn jemand sagt, er könne aus moralischen Gründen nicht abtreiben und er hielte Abbrüche für verwerflich und falsch, so ist das seine freie Wahl und gewiss muss er das Recht haben, nicht an Schwangerschaftsabbrüchen beteiligt zu sein. Ich würde niemals versuchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, sondern seine Entscheidung und seine Moral tolerieren. Wenn jemand umgekehrt sagt, er könne Schwangerschaftsabbrüche mit seinem Gewissen vereinbaren, so ist auch das seine freie Wahl und gewiss sollte er das Recht haben, Schwangerschaftsabbrüche durchführen zu lassen. Ich würde auch hier niemals versuchen, seine moralische Einschätzung bezüglich Abtreibung zu verurteilen, sondern seine Moral tolerieren.

Die Kontroverse hier bei GuteFrage.net, aber auch generell in der Gesellschaft, entsteht vor allem dadurch, dass Abtreibungsgegner partout wollen, dass ihre Ablehnung der Maßstab für alle wird. Umgekehrt fordert aber kein pro-choice-Befürworter, dass jemand abtreibt, der dies nicht will, ja nicht einmal, dass der andere Abtreibung für legitim hält. Die pro-choice-Fraktion möchte nur für sich selbst das Recht haben, nach der eigenen Moral zu entscheiden, andere sollen davon gar nicht betroffen sein. Gerade wenn moralische Ansichten, wie die kategorische Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen, vorrangig auf religiösen Überzeugungen basieren, ist es für mich persönlich nicht akzeptabel, dass Bürger, die eben nicht jene religiöse Überzeugung teilen, ihr Handeln ebenfalls nach den moralischen Maßstäben der religiös motivierten Gegener der Abtreibung richten müssen. Soll doch bitte jeder nach seiner Facon selig werden, aber nicht nach verordneter Moral und Religion.

Antwort
von HantelbankXL, 38

Ich hoffe es zutiefst, aber leider wird es wohl eher ein Traum bleiben. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten