Frage von DrawnToBlack13, 39

Darf man als Paar zusammen in die selbe Psychiatrie?

Mein Freund und ich lernten uns vor 5 Jahren kennen und seit 3 Jahren sind wir zusammen. Allerdings haben wir beide unsere Diagnosen erst vor 2 Jahren erhalten.

Mir wäre es sehr wichtig zu erfahren ob es möglich ist zusammen in die Psychiatrie gehen zu können. Da ich meinen letzten Klinikaufenthalt (der zugleich mein erster war) wegen zu starkem Heimweh nach 2 Wochen abbrechen musste.

Meinem Freund und mir geht es zur Zeit sehr schlecht und wir bräuchten beide wirklich bald einen Klinikaufenthalt. Mir ist bewusst das es in einer Klinik Vorschriften gibt und vor allem in den Zimmern eine klare Geschlechtertrennung herrscht, das wäre für uns kein Problem. Ich hätte auch nichts dagegen wenn die Ärzte uns in verschiedene Stationen, Therapien oder Tagesgruppen einteilen. Es wäre nur schön wenn man sich am Tag mal für 1-3 Raucherpausen zusammen setzen kann um zu reden, sich mental zu unterstützen und aufzubauen.

Wenn wir aber in verschiedene Kliniken zur selben Zeit gehen, kann es passieren das wir uns gerade am Anfang wenn es noch schwer fällt sich einzugewöhnen, die ersten 3-5 Wochen gar nicht sehen können. Im Normalfall wenn nur 1 Person in der Klinik ist, kann man schon in der ersten Woche Besuch vom Partner erhalten und damit wichtigen Beistand bekommen.

Wir haben schon versucht nacheinander in die Klinik zu gehen, nur wenn einer wieder halbwegs stabil nachhause kommt kann es schnell passieren das der nicht so stabile Partner den anderen wieder mit in eine Depression zieht. Man kann sich zwar gegenseitig aus einer Depression holen, aber das klappt auch nur wenn 1 Person "ausgeglichen" ist oder zu viel Energie hat und die andere Person noch nicht an schweren Depressionen leidet...

Sorry für den langen Text, aber ich wollte das Problem etwas veranschaulichen, in der Hoffnung das ich Antworten von Leuten bekomme die dieses Thema ernst nehmen.

Falls ihr gute Erfahrungen mit Psychiatrien gemacht habt die es erlaubten gleichzeitig in der Klinik als Paar sein zu dürfen, so nennt mir doch bitte Ort und Kliniknamen. Das wäre sehr hilfreich.

Antwort
von DrawnToBlack13, 26

Also wie schon oben angedeutet haben wir es mit nacheinander in die Klinik gehen versucht, aber unser eigentlich guter Plan wurde von den dortigen Ärzten zunichte gemacht. :(

Als ich in der Klinik war habe ich mit den Ärzten gesprochen um abzuklären ob ein "fliegender Wechsel" (Wenn ich entlassen werde geht er kurz darauf rein, damit erst gar keine Wartezeiten von 3-5 Wochen auszuharren sind) möglich ist. Die Überweisung hat er sogar schon den Ärzten ausgehändigt.

Kurz vor meiner Entlassung meinten die Ärzte das mein Freund nicht rein dürfte. Zuerst fragte ich Ärztin "A" warum das so ist: Sie meinte das die Klinik meinen Freund nicht annehmen könnte, den wenn ich einen Rückfall habe und er gerade drin ist müssten die mich ablehnen. Klingt zuerst ganz logisch, ist aber nicht so den mein Freund war vor nicht mal 1,5 Jahren dort fast ein halbes Jahr Patient und ich habe ihn regelmäßig besucht. (Wir haben uns an die Regeln und haben auch keinen "mist" gemacht) Also hätte man mich ablehnen müssen und nicht ihn. Dazu kommt ich bin Borderliner und habe chronische Depressionen, mein Freund ist Borderliner und Bipolar. Diese Klinik ist auf Bipolare in unserer Stadt spezialisiert. Also habe ich mit Ärztin "B" gesprochen und ihr den Kompromiss vorgeschlagen das mein Freund angenommen wird und ich abgelehnt werde, da es in unserer Stadt eine Klinik gibt die auf Borderliner spezialisiert ist und ich zukünftig dort hingehe.

 Ärztin "B" meinte aber zu mir dass das gar nicht so schlimm wäre sondern sie den Eindruck habe das ich meinen Freund in die Klinik schieben will, weil ich seit mehreren Wochen das Thema immer wieder anspreche (klar, wenn man einfach nur mal höflich nachfragt, aber nach Wochen immer noch keine Antwort bekommt, fragt man dann immer wieder und wieder nach, ein einfaches nein, wir haben keinen Einfluss darauf und können daher keinen "fliegenden Wechsel" machen hätte voll und ganz gereicht).

Ich erklärte ihr das wir das schon länger geplant hätten, aber eigentlich mein Freund zuerst rein sollte, da ich aber so am Ende mit den Nerven war und er sich sorgen machte ließ er mir quasi den Vortritt, weswegen ich mich etwas schuldig fühlte und daher versuchte direkt von dort aus seine Wartezeit zu verkürzen. Ärztin "B" meinte ich könnte ja nochmal versuchen mit Arzt "C" zu sprechen. 

Was ich auch gleich versuchte, ich klopfte an die Tür und fragte höflich ob ich mit ihm nochmal über das Thema sprechen könnte und ob er gerade Zeit hat. Arzt "C" wollte gar nicht mit mir reden und meinte nur es wäre mit Ärztin "A" und "B" abgesprochen. 

Ich ging kaputter aus der Klinik als ich rein kam.....

 Mit starken Schuldgefühlen darf ich nun mit ansehen wie es meinem Freund von Woche zu Woche schlechter geht.....

Wegen diesen schrecklichen Erfahrung möchte ich eine Klinik die es wenigsten erlaubt das ein Paar in der selben Klinik sein darf, wie schon erwähnt es macht mir nicht aus wenn wir nicht auf der selben Station sind.

Nur so etwas wie vor 8 Monaten nochmal durchzumachen schaffe ich kein 2. Mal. Seit dem haben wir uns nicht mehr in eine Klinik getraut...

Kommentar von Adlerblick ,

Es wär sinnvoll, wenn Du uns erst mal aufklärst darüber was die Diagnose war, weshalb Du in eine psychiatrische Klinik gekommen bist.

So kann man den Fall auch wesentlich besser einschätzen.

Antwort
von einfachichseinn, 25

In der Regel wird das nicht gestattet und das ist auch gut so.

Ein solcher Klinikaufenthalt soll auch immer helfen, dass Menschen aus dem Alltag zu entfliehen und Bezieheungen ruhen zu lassen, um sich mal auf sich selbst konzentrieren zu können.

Antwort
von Vanelle, 23
Tag mal für 1-3 Raucherpausen zusammen setzen kann um zu reden, sich mental zu unterstützen und aufzubauen

Was durchaus kontraproduktiv sein kann, die Behandlung schwieriger oder unmöglich macht.

Einer der Gründe für eine stationäre Behandlung ist, den Alltag auszublenden. Dein Ansinnen würde dem entgegenstehen, da hilft dann nur ein Gespräch mit den Ärzten über den Sinn eines solchen stationären Aufenthalts ...

Antwort
von DrawnToBlack13, 15

Ich danke euch für eure schnellen und ehrlichen Antworten.  :)

Offenbar müssen wir wohl in den sauren Apfel beißen und getrennte Kliniken nehmen.

Es hätte uns viel Arbeit und Belastung abgenommen (und vor allem die Klinikangst, die durch schlechte Klinikerfahrungen entstand), aber andere schaffen es ja auch irgendwie.

Antwort
von Adlerblick, 16

Nein, das ist nicht angebracht, schon rein aus therapeutischen Gründen nicht.

Bei vielen psychiatrischen Krankheitsbildern ist es zwingend nötig, dass für den Zeitraum der Therapie keine Kontakte - außer gelegentliche Besuche - bestehen zu nahestehenden Personen oder zur Familie.

In einigen Kliniken wird lediglich ein Telefonkontakt zugelassen aber kein persönlicher. Das hängt aber natürlich immer ab vom jeweiligen Krankheitsbild.

Der Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik dient dazuneben der Behandlung auch abzuklären warum die Probleme überhaupt bestehen.

Sobald Personen aus dem persönlichen Umfeld mit anwesend sind, ist eine vernünftige Abklärung nicht mehr möglich.

Wenn Partnerschaften gegeben sind und beide Partner ein psychisches oder psychiatrisches Problem haben ist es auch nicht angezeigt, wenn der/die Partner/in  in die gleiche Klinik geht im Anschluß an die Behandlung des
Partners.

In so einem Fall sollten prinzipiell zwei unterschiedliche Kliniken gewählt werden, weil nur so die Neutralität gegenüber des jeweiligen Falles gewahrt werden kann.

Antwort
von extrapilot351, 23

Diese Frage können Dir nur die behandelnden Ärzte oder die Klinikleitung beantworten. Das hängt auch davon ab wer welche Erkrankung hat. Der Klinikaufenthalt dient in erster Linie dazu, dass der Betroffene aus der Situation heraus genommen wird in der die Störungen entstanden sind. Der Betroffene soll sich herunter fahren können ohne täglich wieder eine Belastung zu erfahren. Erst wenn Ruhe eingekehrt ist, kann eine erfolgreiche Therapie beginnen. 

Kommentar von DrawnToBlack13 ,

Das weis ich und das ist auch vollkommen logisch.

Allerdings war mein erster Aufenthalt in einer Psychiatrie sehr anstrengend und hatte andere Belastungen mit sich gebracht.

Viele vergessen das es nicht nur erhohlung und therapie ist sondern auch stark von den mitpatienten abhängt. 

Kommentar von extrapilot351 ,

Das Problem haben alle andere Patienten auch. Dein Partner ist nicht Dein Therapeut. Nimm es so wie es ist und akzeptiere es.

Antwort
von evviva, 26

Gut gemacht... Und JA, es gibt in Deutschland die HEILIGENFELD KLIENIKEN (schreibt man das so?) Die ist einfach nur toll... Die unterstuezen sogar eine Paartherapie, keine Trennung, kein SEXVERBOT und so weiter. Schau mal im Internet. Dein / Euer Hausarzt kann euch da sicher helfen. Aber google mal im Net. Das wird euch sicher gefallen.

Kommentar von DrawnToBlack13 ,

Danke, schau ich mir gleich mal an.

Aber um den Sex geht es eigentlich gar nicht.

Kommentar von evviva ,

Ja, ich glaub Dir. Ich war schon drei Mal dort. Sie sind einfach nur toll. DieTherapien sind anstrengend, aber dass Personal und Therapeuten sind fantastisch. Man fuehlt sich sofort ZU HAUSE dort. Hoffentlich klapt das. VIEL ERFOLG FUER EUCH BEIDE

Kommentar von Adlerblick ,

@evviva:

Bei einer Paartherapie handelt es sich um eine ganz spezielle Behandlungsform, die normalerweise nur angesagt ist, wenn es sich
um partnerschaftliche Probleme handelt. So etwas findet auch nicht in Kliniken statt.

Ich nehme an, dass Du die Mitbehandlung von Angehörigen meinst bei ganz speziellen psychiatrischen Krankheiten, wie zum Beispiel bei Suchterkrankungen oder den verschiedenen Depressionserkrankungen.

Kommentar von evviva ,

Nein, es geht ihnen dort um Paar/als auch Familientherapie. Allerdings gibt es nur eine Klinik der HEILIGENFELDSTIFTUNG die Paare oder Familien aufnehmen und soweit ich weiss in Waldbrunn. Bin mir aber nicht ganz sicher ob der Ort so heisst. Im Net werden die Kliniken alle vorgestellt. Als Suchtperson kommt man allerdings gar nicht rein. 

Kommentar von Adlerblick ,

@Evviva: Bei den Heiligenfeld-Kliniken handelt es sich um reine Psychosomatische Kliniken, das hat nichts mit einer Psychiatrischen Klinik zu tun.

So können bestimmte Krankheitsbilder in einer Psychosomatischen Klinik gar nicht behandelt werden, wie beispielsweise Suchterkrankungen, Depressionen, Eßstörungen, AD(H)S.

In Psychosomatischen Kliniken werden organische Krankheiten behandelt, hinter denen unter anderem Psychische Ursachen stehen.

In einer Psychiatrischen Klinik werden die psychiatrischen Krankheiten behandelt. Evtl. damit verbundene Folgeerkrankungen werden dabei mit earbeitet, doch primär geht es immer um die Ersterkrankung, die einen psychiatrischen Hintergrund hat.

Antwort
von Dastra, 27

Du gilst als dann als nicht therapierbar und wirst (meist) entlassen.

Kommentar von DrawnToBlack13 ,

Die Erfahrung habe ich zum Glück noch nicht gemacht.

Wenn man z.B. mit der Person im selben Zimmer nicht klar kommt kann es sein das die Ärzte einen noch ein paar Tage dieser Belastung aussetzten. Doch sobald es nicht mehr geht, darf man zu jemanden anderes (kann man sich zwar nicht aussuchen, ist aber meist besser als vorher).

Ich habe zwar nichts gegen eine offene Diskussion wo jeder seine Meinung einbringen kann, jedoch wurde eine ähnliche Frage schon mal von jemanden gestellt. Da es durch solche kurzen, nicht Frage beantwortenden Einwürfe sich jedoch total verlief kam es nie zu einer Antwort. 

Die Frage war: Darf man als Paar zusammen in die selbe Psychiatrie?

Und meine Bitte an euch:
Falls ihr gute Erfahrungen mit Psychiatrien gemacht habt die es erlaubten gleichzeitig in der Klinik als Paar sein zu dürfen, so nennt mir doch bitte Ort und Kliniknamen.

Kommentar von Dastra ,

das sind meine erfahrungen. wieso sollte ich dir n roman schreiben wenns kurz geht. und was is daran nicht frage beantwortend?

Kommentar von Adlerblick ,

@Drawn To Black 13:

da wirst in Deutschland keine Klinik finden, die ein Paar in der Psychiatrie aufnimmt, weil das gegen alle therapeutischen Prinzipien ist.

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