Frage von MinusLmilchkuh, 212

Darf man als Hauseigentümer bedingungslos untervermieten?

Sehr geehrte Community, meine heutige Frage betrifft das Thema Mietrecht, da ich zur Untermiete wohne und diese Problematik mich beschäftigt.

Ein berenteter Hauseigentümer vermietet einen "Anbau" mit eigener Küchenzeile und Badezimmer an wechselnde Untermieter, treibt die Miete in Bar ein und ist ziemlich geheimnistuerisch, beinahe Paranoid, was die Publizität dieses Untermietverhältnisses betrifft. Zumal der Anbau ursprünglich zur Beherbergung von Gästen und Familienmitgliedern konzipiert war.

Darf man als Eigentümer eines Grundstückes Teile dessen ohne weiteres vermieten? Ich meine, bei einer Mietwohnung muss offensichtlich der Vermieter gefragt werden, doch ist diese Einnahmequelle für einen Eigentümer nicht steuerpflichtig? Welchem Zwecke dient die Geheimniskrämerei?

Ich bedanke mich im Voraus für die Aufklärung. LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Nemisis2010, 126

Darf man als Eigentümer eines Grundstückes Teile dessen ohne weiteres
vermieten?

Ja. Aber um zu vermieten muß man nicht zwingend Eigentümer einer Sache sein. So kann z.B. auch der Hauptmieter einer Wohnung einen Teil oder die gesamte Wohnung untervermieten.

Ich meine, bei einer Mietwohnung muss offensichtlich der
Vermieter gefragt werden, doch ist diese Einnahmequelle für einen
Eigentümer nicht steuerpflichtig?

Jeder Vermieter muß seine Mieteinnahmen versteuern, egal ob er als Eigentümer oder als Hauptmieter die Wohnung oder auch einen Teil der Wohnung vermietet.

Eine Bareintreibung der Miete deutet nicht zwingend darauf hin, daß er die Mieteinnahmen nicht versteuert.

Im übrigen macht das BGB keinen Unterschied zwischen Mieter oder Untermieter und Vermieter oder Hauptvermieter, es kennt nur Mieter und Vermieter.

Antwort
von DerHans, 92

Der Hauseigentümer vermietet direkt. Das ist dann ein ganz normales Mietverhältnis. Untervermieten kann nur ein Mieter.

Wenn er also einen Teil seines Gebäudes vermieten will, muss er niemanden fragen. Natürlich muss er die Einnahme versteuern.

Wenn er "schwarz" vermietet, läuft er natürlich Gefahr, eine Menge Steuern nachzahlen zu müssen, wenn es rauskommt.

Kommentar von MinusLmilchkuh ,

Danke,

er vermietet schon über viele Jahre hinweg immer phasenweise an unterschiedliche Personen. Als ich offerierte, bei meinem Auszug einen Nachfolger für mich zu suchen, wurde dies heftig verneint, der Eigentümer suche sich seine Mieter selbst, die Wohnung laufe ja nicht weg.

Da kommt schon einiges an Geldern bei herum, denke ich.

LG

Kommentar von Forte90 ,

Wo ist das Problem dabei, dass der Vermieter seine Mieter lieber selbst suchen möchte, als irgendwelche "Messis" empfohlen zu bekommen?

Kommentar von Nemisis2010 ,


Als ich offerierte, bei meinem Auszug einen Nachfolger für mich zu suchen, wurde dies heftig verneint, der Eigentümer suche sich seine Mieter selbst, die Wohnung laufe ja nicht weg.

Das ist für mich kein Anzeichen einer Paranoia, sondern das Recht eines jeden Vermieters. Der Mieter hat nämlich in der Regel keinen gesetzlichen Anspruch darauf, daß er einen Nachmieter stellen und damit die Kündigungsfrist verkürzen kann. In der Regel ist die mietvertraglich vereinbarte ordentliche oder gesetzliche Kündigungsfrist gem. § 573 c BGB sowohl für den Vermieter als auch für den Mieter einzuhalten.

Du könntest dem Vermieter im übrigen 1000 Nachmieter nennen und er müßte keinen einzigen davon akzeptieren, selbst wenn sich Angela Merkel, Günther Jauch und Bill Gates für die Wohnung interessiern würden.




Kommentar von anitari ,

er vermietet schon über viele Jahre hinweg immer phasenweise an unterschiedliche Personen.

Das soll bei Vermietung vorkommen. Azubis, Praktikanten, Monteure, Arbeitnehmer in der Probezeit oder Urlauber z. B. suchen oft eine Bleibe für nur wenige Wochen oder Monate.

Antwort
von PatrickLassan, 130

Darf man als Eigentümer eines Grundstückes Teile dessen ohne weiteres vermieten?

Grundsätzlich ja.

Ist diese Einnahmequelle für einen Eigentümer nicht steuerpflichtig?

Einkommensteuerpflichtig nach § 21 Einkommensteuergesetz.

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/\_\_21.html

Welchem Zwecke dient die Geheimniskrämerei?

Möglicherweise der Vermeidung von Steuerzahlungen, auch als Steuerhinterziehung bekannt.



Kommentar von MinusLmilchkuh ,

Vielen Dank,

dann wird es wohl leider die Steuerhinterziehung sein. Lohnt sich der Gang zum Finanzamt oder soll ich ihn weiter seine Suppe köcheln lassen? (ich stehe vor einem moralischen Dilemma, da ich einerseits Betrug nicht unterstütze, andererseits auch nicht auf der Straße landen möchte)

LG

Kommentar von Forte90 ,

Nur weil er das Geld in Bar annimmt, heißt dass nicht gleich, dass er es nicht in seiner Steuererklärung angibt. Die ältere Generation nutzt selten Bankkonten.

Dich geht es ja schließlich auch nichts an, wie die Verhältnisse zu der anderen Mietpartei sind.

Wenn du ihn anschwärzt und er das Geld versteuert, hast du Pech und kannst aus der Wohnung fliegen. :)

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 66

Als ich offerierte, bei meinem Auszug einen Nachfolger für mich zu suchen, wurde dies heftig verneint,

Da liegt also der Hund begraben. Du wolltest die Kündigungsfrist umgehen in dem Du dem Vermieter einen "Nachmieter" vor die Nase setzt.

Das hat er abgelehnt und jetzt willst Du ihm eins auswischen.

Natürlich darf man als Eigentümer ohne weiteres vermieten.

Dann ist man Eigentümer und Vermieter.

Einkommen aus Vermietung und Verpachtung ist zu versteuern.

Das der Vermieter die Miete in bar kassiert ist kein Indiz das er das nicht tut.

Kommentar von MinusLmilchkuh ,

Ich möchte niemandem etwas auswischen und wurde auch gar nicht gekündigt, sondern bat meinem Vermieter aufgrund dessen Alters Hilfe an, wenn mein Vertrag ausläuft und ich mir eine andere Wohnung suchen will.

Meine Fragestellung erfolgt aus Neugier, da mir seit geraumer Zeit diverse Verhaltensweisen der Person recht dubios erscheinen.

Antwort
von schelm1, 52

Das ist eines der Wesensmerkmale von Eigentum, dass man frei darüber verfügen darf und sich keinerlei Fragen Dritter anzuhören braucht.

Antwort
von TreudoofeTomate, 78

Ja, klar kann man sein Eigentum untervermieten wann und wie immer man will.

Und ja, dann hat man Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung die steuerpflichtig sind.

Antwort
von Huflattich, 80

Wieso untervermieten? 

Er vermietet seine wie auch immer Wohnung, Haus, etc.

Das daraus erzielte Einkommen muss er halt beim Finanzamt als Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung angeben. 

Der "Untermieter" ist "der Mieter" des Mieters davon hat der Eigentümer doch nix .

Antwort
von Barolo88, 75

er kann vermieten was und an wen er will,  die Einnahmen muss er natürlich in seiner Steuererklärung angeben, aber das kann ja nicht dein Problem sein

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