Frage von schnuffpuff18, 60

Darf ich mit dem Bafög diese teure Wohnung bezahlen?

Ich habe eine Wohnung im Visier die warm 510 Euro kostet.
Ich bin angehende Studentin und weiß noch nicht so viel über Bafög.
Wenn ich mir meine Kriterien anschaue , kommt bei Hochschulen Grundbedarf 597 Euro Bafög raus.
Meine Frage: Darf ich dieses Geld für diese Wohnung ausgeben ? Viel bleibt dann nicht mehr über, wobei das Kindergeld ja auch noch da ist. Neben der Wohnung würde ich nur noch ein Bahn Ticket finanzieren müssen und halt das Essen, mehr nicht.
Ich ziehe 500 km weit von meinen Eltern weg. Meine Eltern haben auch kein großes Einkommen. Damit erfülle ich laut Internet die Kriterien für den Höchstsatz an Bafög wobei der Höchstsatz bei 670 Euro liegen soll, wovon ein Teil aber auch für Pflegeversicherung und Krankenversicherung ist.
Ist es machbar solch eine Wohnung zu bezahlen? Darf ich es überhaupt? (Das interessiert mich weil die meisten anderen Studenten ehr günstigere Wohnungen haben dafür aber ihr Geld noch fürs feiern, reisen, etc. ausgeben)

Antwort
von wilees, 27

Vergiss bei einer Wohnung bitte nicht die zusätzlichen kosten wie Strom und Telefon. Achte darauf frühzeitig einen Antrag auf Gebührenbefreiung bei ARD/ZDF zu stellen. ( Als Bafög-Empfänger kannst Du Dich befreien lassen. )

Ab Wintersemester erhöht sich der Bafögsatz:

BAföG-Erhöhung und Änderungen ab Wintersemest

er
Kommentar von schnuffpuff18 ,

Ja das hab ich auch schon bedacht ich wollte eigentlich nur wissen ob ich es überhaupt darf, das ganze Geld auf die Wohnung gehen zu lassen nur jeder erzählt mir hier was von Dingen die mich nicht betreffen :p naja Telefon und solch ein pi pa po ist nicht die Welt und Nebenjobs gibt es ja auch noch.

Kommentar von wilees ,

Du mußt die Kosten der Unterkunft beim Bafögamt nicht offenlegen.

Allerdings dieses - wie Du es nennst - pi pa po summiert sich recht schnell - hier einmal der Durchschnittsverbrauch zum Thema Strom:

Durchschnittlicher Stromverbrauch im Haushalt - Die Stromsparinitiative

www.die-stromsparinitiative.de/stromkosten/stromverbrauch-pro-haushalt/

Stromverbrauch und Stromkosten im 1-Personen-Haushalt

Der durchschnittliche Jahresverbrauch eines deutschen 1-Personen-Haushaltes in einem Mehrfamilienhaus liegt bei 1.500 Kilowattstunden Strom. Wird das Warmwasser in Küche und Bad mit Strom erhitzt, sind es im Schnitt weitere 500 Kilowattstunden pro Jahr. Beim derzeitig durchschnittlichen Strompreis von 28,7 Cent je Kilowattstunde* kommen so für 1-Personen-Haushalte jedes Jahr 430 beziehungsweise 570 Euro auf der Stromrechnung zusammen.

Außerdem mußt Du beachten, ob auch alle Nebenkosten im Vertrag beinhaltet sind. Es kann also durchaus auch sein, dass Du z.B. Dein Brauchwasser selbst mit den Wasserwerken abrechnen mußt.

Weiterhin kann vereinbart sein, dass Du kleine Reparaturen, die in der Wohnung anfallen, selbst bezahlen mußt

Desweiteren mußt Du auch noch eine Kaution hinterlegen. Der Vermieter kann bis zu drei Netto-Mieten verlangen.

Kaution und Miete: Wieviel der Vermieter vom Mieter kassieren darf ...

www.guter-rat.de/.../kaution-und-miete-wieviel-der-vermieter-vom-mieter-kassieren-...

Last but not least, bis der Bafögantrag bearbeitet ist vergeht meist einige Zeit.
Antwort
von Laury95, 32

Du kannst mit dem Bafög-Satz machen, was du willst. Aber es gibt dann auch nix mehr, wenn die Kohle plötzlich alle ist!

Schau
erst mal, wie viel Bafög du wirklich bekommst, bevor du einen
Mietvertrag unterschreibst. Kann ja sein, dass du ggf. Vermögen hast und
sich dein Bedarf dann mindert.

Kommentar von wilees ,

Du bist weiterhin über die Privathaftpflichtversicherung Deiner Eltern versicherbar. Vorsichtshalber bitte nachfragen. Die Unterkunftkosten halte ich im Hinblick auf das zu erwartende Bafög allerdings zu hoch. Um diese stemmen zu können, müßtest Du zwingend nebenbei arbeiten und dies hat meist eine längere Studienzeit zur Folge.

Expertenantwort
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 28

Hi,

also ich habe 600€ Einkommen gehabt und Miete 225€. Ich hab trotzdem sparen müssen und nicht 300€ für Party machen rausgeschmissen.

Du brauchst was zu essen (mind. 50€ die Woche), du brauchst Hygieneartikel (Shampoo, Klopapier etc). Du musst noch Nebenkosten zahlen. Du brauchst noch Kleidung, Unizeug, Fahrkarte, Arztkosten (Medikamente), ggf. Verhütungsmittel. Du brauchst Putzzeug, Waschmittel... ggf. Haftpflichtversicherung. Du musst dann alle 6 Monate noch paar Euro Semesterbeitrag zahlen. Wenn du mal alle paar Wochen mit Freunden ein Bier im Biergarten trinken willst, sind das auch noch mal paar Euro. Und ggf. hast du noch Hobbys oder magst dir auch mal einen Kaffee für 1€ zum Mitnehmen an der Uni holen. Oder musst Unterlagen drucken/kopieren. Musst mal Hausarbeiten drucken und binden lassen. Internet willst du daheim bestimmt auch noch. Ein Handy auch.

Wie willst du das von maximal 280€ (wenn man Kindergeld 190€ dazu zählt) finanzieren? Bei Warmkosten kommt Strom immer noch extra.

Du kannst dir jederzeit so eine teure Wohnung holen. Aber wenn du am Schluss verhungerst oder nackt rumlaufen musst oder dir mit Kernseife die Haare waschen musst, interessiert dann auch keinen.

Man sollte nicht mehr als 1/3 des Geldes fürs Wohnen ausgeben. Und das hat nichts mit Party machen zu tun, sondern das Leben kostet auch noch Geld.

Antwort
von asdundab, 38

Das Geld steht dir zur freien Verfügung, du dürftest also die Wohnung mieten.

Allerdings bleibt dann eirklich nichtmehr viel Geld zum Leben übrig.

Des Weiteren solltest du ersteinmal mit einem Online BAFöG Rechner den genauen Satz anhand des Einkommens deiner Eltern berechnen.

Kommentar von asdundab ,

*wirklich

Kommentar von schnuffpuff18 ,

Danke für die Antwort. Ja das ist mir bewusst das ich nicht mehr viel übrig habe, wobei ich das ganze Freizeit gedöns nicht brauche. Nebenjobs gibt es ja auch noch :)

Kommentar von Laury95 ,

Strom musst du bei der Wohnung auch noch mit draufrechnen und evtl. Hausratsversicherung, wenn du die brauchst.

Dann noch Handy und Internet.. Lebensmittel sind teuer.. Also mir wäre es viel zu riskant.

Kommentar von asdundab ,

Nimm dir doch erstmal eine günstigere Wohnung, dann siehst du wie teuer dein eigener Haushalt wirklich ist. Und wenn du nach einem halben Jahr immernoch die teuerere Wohnung willst, kannst du ja immernoch umziehen.

Kommentar von asdundab ,

@Laury95 Ich denke nicht, dass sie sich bei dem wenigen Geld noch eine Hausratversicherung leisten wird ;)

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