Frage von Micha1994, 59

Darf ich meinen eigenen Aufhebungsvertrag aufsetzen?

Moin,

und zwar folgendes:

Hatte großen Ärger in der Firma wie z. B. Keine ordentliche Ausbildung, Als Azubi sollte man den kompletten Laden alleine führen, Oft wurde der Lohn verspätet bezahlt usw. .

Ich bat den Chef um eine ordentliche Kündigung meinerseits, damit ich Geld vom Amt beziehen kann. Bei eigener Kündigung oder Aufhebungsvertrag tritt eine Sperre von 3-Monaten ein. Er ließ sich natürlich nicht darauf ein und setzte einen, für mich, total nachteiligen Aufhebungsvertrag auf.

Ich nahm den Aufhebungsvertrag und habe ihn nach meinen Gunsten umgeschrieben sowie unterschrieben abgeschickt. Nun behauptet der Chef, das sei eine Dokumentenfälschung, da ich ihm einen anderen Aufhebungsvertrag "unterschieben wollte", da meiner optisch fast gleich aussah (gleiche Schriftart und Größe sowie ungefähr gleiche Anzahl an Absätzen). In meiner Version habe ich eine Abfindung sowie die Zusicherung auf ein positives Arbeitszeugnis eingefügt. Doch wie schaut das nun rechtlich aus? Ich habe ja kein unterschriebenes Dokument verändert, sondern lediglich meinen "Vorschlag" an meinen Chef geschickt.

Der ganze Mist zieht sich schon seit 2 Monaten. Der Vertrag sollte ab dem 31.12.2015 greifen, ich schickte den Vertrag am 30.12.2015 mit der Post ab und war seit dem nicht mehr an der Arbeit. Letzte Woche bekam ich eine E-Mail, es kam nie ein Vertrag an und es wurde mir mit Schadensersatz (für die Fehlzeit) gedroht. Nun schickte ich den Vertrag nochmals per Einschreiben ab und dann kam das oben genannte....

Der Aufhebungsvertrag war eine Idee von meinen Chef, er wurde am 22.12.2015 aufgesetzt. Wie schaut das nun aus? Die Post bzw. er hat es verbummelt (wohl mit Absicht um mir zu Schaden...). Kann ich nun zum Schadensersatz herangezogen werden?

Fragen über Fragen... Ich bedanke mich schonmal für eure Antworten im voraus....

Grüße Michael

Antwort
von Weinos, 38

Rechtlich darfst du keine unterschriebenen Dokumente ändern weil das ist tatsächlich Urkunden Fälschung wenn dein Chef nicht einwilligt eine für beide Seiten tragbare Einigung zu finden dann musst du damit leben

*
Falls ich dennoch falsch liege was eigentlich nicht der Fall sein sollte lass ich mich gerne verbessern

Kommentar von Micha1994 ,

Das Dokument war ja noch nicht unterschrieben. Habe es als PDF-Datei bekommen und dann selbst unterschrieben. Also sollte es ok sein, er hatte ja die Gelegenheit, sich die Geschichte durchzulesen, bevor er unterschreibt.

Kommentar von Weinos ,

sry hab das irgendwie überlesen mit dem nicht unterschrieben wenn der nicht unterschrieben ist dann ist er auch nicht gültig nur einen neuen aufzusetzen und und zurück zu senden ist halt dreist :p rede am besten mit einem Anwalt

Kommentar von Micha1994 ,

Danke für eure Antworten!

Zum Glück habe ich schon eine
abgeschlossene Ausbildung, dieser kann ich allerdings aus
gesundheitlichen Gründen nicht nachgehen. Abgeschlossen hatte ich da mit
89Punkten von 100Punkten. Das Betriebsverhältnis war, auf gut Deutsch,
beschissen.  Da habe ich mich schon 3 Jahre gequält und durfte alles
Privat lernen.

Das wollte ich mir nicht nochmal antun.

Ich habe nun ein letztes Angebot bekommen, seinen Vertrag anzunehmen, dann wäre ich raus aus der Sache. Wäre wohl  das beste?

Eine
neue Stelle ist nicht das Problem, ich könnte jederzeit etwas als
Elektroinstallateur bzw. Schaltschrankbauer über Leiharbeit bekommen und
hätte 12€ die Stunde und das regelmäßig. Momentan darf ich ja meinem
Geld nachrennen. Den Monat hab ich meinen Keller ausgeräumt und den Kram
auf eBay verkauft. Hat gereicht um mich über Wasser zu halten. Gestern
kamen dann überraschend doch noch die fehlenden Monatslöhne, der
vergangenen Monate.

Natürlich war das ändern dreist. Aber mein
Chef war oft genug dreist zu mir. Er kam z. B. erst immer Nachmittags
und ich war immer vormittags allein. Auch durfte ich die Buchhaltung
mitmachen und IT-Admin spielen...

Ist so eine kleine 1-Mann
Klitsche kurz vor der Pleite. Arbeiten noch 2 Rentner auf 400€ Basis und
evtl. mal ein Azubi, der nach der Ausbildung gleich rausgeschmissen
wird, da.

Da kam ich aber auch erst mit der Zeit und durch Kontakt
mit ehemaligen Angestellten dahinter.. Ursprünglich hatten der
Geschäftsführer und ich ein gutes Verhältnis, bis ich nicht mehr ja und
ahmen gesagt habe...

Gruß

Michael

Antwort
von Micha1994, 15

Danke für eure Antworten!

Zum Glück habe ich schon eine abgeschlossene Ausbildung, dieser kann ich allerdings aus gesundheitlichen Gründen nicht nachgehen. Abgeschlossen hatte ich da mit 89Punkten von 100Punkten. Das Betriebsverhältnis war, auf gut Deutsch, beschissen.  Da habe ich mich schon 3 Jahre gequält und durfte alles Privat lernen.

Das wollte ich mir nicht nochmal antun.

Ich habe nun ein letztes Angebot bekommen, seinen Vertrag anzunehmen, dann wäre ich raus aus der Sache. Wäre wohl  das beste?

Eine neue Stelle ist nicht das Problem, ich könnte jederzeit etwas als Elektroinstallateur bzw. Schaltschrankbauer über Leiharbeit bekommen und hätte 12€ die Stunde und das regelmäßig. Momentan darf ich ja meinem Geld nachrennen. Den Monat hab ich meinen Keller ausgeräumt und den Kram auf eBay verkauft. Hat gereicht um mich über Wasser zu halten. Gestern kamen dann überraschend doch noch die fehlenden Monatslöhne, der vergangenen Monate.

Natürlich war das ändern dreist. Aber mein Chef war oft genug dreist zu mir. Er kam z. B. erst immer Nachmittags und ich war immer vormittags allein. Auch durfte ich die Buchhaltung mitmachen und IT-Admin spielen...

Ist so eine kleine 1-Mann Klitsche kurz vor der Pleite. Arbeiten noch 2 Rentner auf 400€ Basis und evtl. mal ein Azubi, der nach der Ausbildung gleich rausgeschmissen wird, da.

Da kam ich aber auch erst mit der Zeit und durch Kontakt mit ehemaligen Angestellten dahinter.. Ursprünglich hatten der Geschäftsführer und ich ein gutes Verhältnis, bis ich nicht mehr ja und ahmen gesagt habe...

Gruß

Michael

Antwort
von Baltarsar, 19

Dein Chef hat die einen Aufhebungsvertrag formuliert und zugesendet und ihn nicht unterschrieben?

Hm, dann hat der auch keine Gültigkeit.

Deiner hat aber auch keine Gültigkeit. Auch wenn er vom Schriftstil gleich aussah, ist es weder eine Dokumentenfälschung noch eine Urkundenfälschung.

Somit ist derzeit noch der Ausbildungsvertrag gültig und du bist verpflichtet deinen vertraglichen Pflichten, die aus diesem Ausbildungsvertrag hervor gehen, nachzukommen.

Das heißt, wenn du den gesamten Januar unentschuldigt nicht im Betrieb warst, hat dein Chef jetzt sogar das Recht, dir fristlos zu kündigen. Sollte dem Betrieb aufgrund deiner Fehlzeiten ein Schaden entstanden sein, weil sie z.B. eine Aushilfe beschäftigen mussten, kann es durchaus sein, dass die Firma Schadensersatzansprüche gegen dich geltend machen kann. Oder sollte es zu Produktionsschwierigkeiten gekommen sein und dein Chef somit Verträge nicht erfüllen konnte, kann er die Verluste und die Vertragsstrafen gegenüber die als Schadensersatzansprüche geltend machen.

Fakt ist, du hast ein mächtiges Problem, denn rechtlich gesehen, bist du deinen Vertragspflichten nicht nachgekommen. Denn nur der Vertrag hat Gültigkeit, der von beiden Seiten unterschrieben wurde. Somit sind die Aufhebungsverträge (beide) ungültig.

Du solltest dich mit der Thematik an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht wenden. Auf jedenfall bis du derzeit in der schwächeren Verhandlungsposition.

Und ja es ist dreist, seinem Chef einen Gegenvorschlag zum Aufhebungsvertrag zu machen, diesen zu unterschreiben und an ihn rauszuschicken. Aber strafbar ist es nicht.

Kommentar von Micha1994 ,

Danke für eure Antworten!

Zum Glück habe ich schon eine
abgeschlossene Ausbildung, dieser kann ich allerdings aus
gesundheitlichen Gründen nicht nachgehen. Abgeschlossen hatte ich da mit
89Punkten von 100Punkten. Das Betriebsverhältnis war, auf gut Deutsch,
beschissen.  Da habe ich mich schon 3 Jahre gequält und durfte alles
Privat lernen.

Das wollte ich mir nicht nochmal antun.

Ich habe nun ein letztes Angebot bekommen, seinen Vertrag anzunehmen, dann wäre ich raus aus der Sache. Wäre wohl  das beste?

Eine
neue Stelle ist nicht das Problem, ich könnte jederzeit etwas als
Elektroinstallateur bzw. Schaltschrankbauer über Leiharbeit bekommen und
hätte 12€ die Stunde und das regelmäßig. Momentan darf ich ja meinem
Geld nachrennen. Den Monat hab ich meinen Keller ausgeräumt und den Kram
auf eBay verkauft. Hat gereicht um mich über Wasser zu halten. Gestern
kamen dann überraschend doch noch die fehlenden Monatslöhne, der
vergangenen Monate.

Natürlich war das ändern dreist. Aber mein
Chef war oft genug dreist zu mir. Er kam z. B. erst immer Nachmittags
und ich war immer vormittags allein. Auch durfte ich die Buchhaltung
mitmachen und IT-Admin spielen...

Ist so eine kleine 1-Mann
Klitsche kurz vor der Pleite. Arbeiten noch 2 Rentner auf 400€ Basis und
evtl. mal ein Azubi, der nach der Ausbildung gleich rausgeschmissen
wird, da.

Da kam ich aber auch erst mit der Zeit und durch Kontakt
mit ehemaligen Angestellten dahinter.. Ursprünglich hatten der
Geschäftsführer und ich ein gutes Verhältnis, bis ich nicht mehr ja und
ahmen gesagt habe...

Gruß

Michael

Kommentar von Baltarsar ,

So blöd wie es ist, aber ja, du solltest den Aufhebungsvertrag annehmen, wie er dir vorgelegt wird.

Wenn neue Arbeit kein Problem ist und du auch erstmal deine letzten Löhne bekommen hast, könntest du die Sperre vom Amt ja auch gut überbrücken. Da, wie du selbst sagst, aber keine Leistungen vom Amt notwendig werden würden, nimm den Aufhebungsvertrag an.

Und wenn du diesen nicht Annehmen möchtest, weil er für dich zu nachteilig ist, kündige selbst.

Ein gutes Arbeitszeugnis wird dir dieser Arbeitgeber so oder so nicht. Dafür habt ihr zu große Differenzen miteinander.

Antwort
von Georg63, 28

Wenn du noch Azubi bist, kann dir dein Chef keine reguläre Kündigung ausstellen und mit einer fristlosen wegen schwerer Verfehlungen wärst du schlechter dran.

Was soll dir der Aufhebungsvertrag bringen? Wenn du raus willst, kündige und such dir was anderes - am besten in umgekehrter Reihenfolge.

Du fehlst jetzt seit 3 Wochen unentschuldigt. Für die Zeit steht dir kein Geld zu. Dieser Zustand dauert weiter an, bis du einem Aufhebungsvertrag zustimmst oder selbst fristgerecht kündigst.

Mit dem Schadenersatz wird dein Chef nicht durchkommen, aber die Drohung ist berechtigt. Dein Zeugnis wird auch nicht optimal aussehen und wegen der Fehlzeit kannst du da nicht viel tun.

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