Frage von Selfverletzung, 80

Darf ich einfach Sprachaufnahmen machen?

Als Beweis für das Jugendamt ich möchte da nämlich hingehen damit auch was getan wird.

Ich werde Sprachaufnahmen mit einem Handy machen und sie dann zuschneiden da sie die halbe Nacht laufen werden oder bis meine Schwester schläft.
Ich will beweisen dass meine Eltern sehr aggressiv sind und eig nicht mehr die richtigen für Ihr Kind sind.
Mein Vater meinte ich zeige dich dann an...

Das interessiert aber sehr wenig, da ich ja dann Beweise habe.

Antwort
von Ifm001, 19

Sieht sich ein Betroffener aber in einer Notwehrsituation, weil ihm im
Rahmen von Vieraugengesprächen wiederholt diskriminierende,
beleidigende, drohende oder nötigende Verbalattacken drohen, ist der
Mitschnitt dieser Gesprächsinhalte ein auch aus Sicht der Rechtsprechung
probates Mittel Beweise zu schaffen, die den anderen in einem
Rechtstreit überführen können.

Quelle: https://www.anwalt.de/rechtstipps/gespraechsmitschnitte-als-beweismittel-ungeeig...

Ob das auf dich zutrifft, kann hier niemand beantworten. Es ist aber ein Akt auf dem Drahtseil. Theoretisch kann es auch hinten los gehen (lese daher den kompletten verlinkten Artikel). Zuschneiden würde ich die nicht bzw. neben dem Zuschnitt auch das ungeschnittene Material erhalten.

BTW: Warst Du schonmal bei einer Beratungsstelle (AWO, Caritas, ...)?

Antwort
von marcus1984, 31

Hallo,

nein, du darfst rechtlich gesehen keine Sprachaufnahmen ohne das ausdrückliche Einverständnis der betroffenen (also aufgenommenen Person) machen, da du hiermit gegen ein Persönlichkeitsrecht, also das Recht am gesprochenen Wort verstoßen würdest. Aus diesem Grund haben beispielsweise Zivilgerichte bei etwaigen Tonaufnahmen von Personen, die ihr Einverständnis hierüber nicht ausdrücklich erklärt haben, ein sogenannten Beweisverwertungsverbot.

Unter Umständen ist das für den zuständigen SB im Jugendamt allerdings unerheblich und er hilft dir aufgrund dieser Einschätzung dennoch weiter.

Lediglich deine Frage ist mit "Nein" zu beantworten.

Alles Gute!

Kommentar von SebRmR ,

Ergänzung:
§ 201 StGB
Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes

https://dejure.org/gesetze/StGB/201.html

Kommentar von marcus1984 ,

Stimmt, hätte ich noch hinzufügen können. Danke hierfür!

Kommentar von autmsen ,

Falsch!!!!

Die Aufnahme einer Straftat oder Bedrohung an Leib und Leben kann nicht als Beweismittel abgewehrt werden, wenn es die einzige Möglichkeit des Opfers ist, Beweis zu erbringen. Wäre dem so, hätten wir kein Rechtsstaatsprinzip, sondern ein Täter-Schutz-Prinzip. Dazu muss kein Mensch extra online nachsehen. Das sagt der gesunde Menschenverstand. 

Erschwerend kommt als Negativum zu Deiner Antwort hinzu, dass hier eine schutzbefohlene Person nach Rat fragt, um Hilfe gegen die Fürsorgeverpflichteten finden zu können. 

Und für Alle, die den Begriff Fürsorgeverpflichtung nicht kennen: Einfach mal Artikel 6 Grundgesetz lesen. Kann nicht schaden. 

Antwort
von Menuett, 27

Vor Gericht zählt das nicht.

Kann sein, dass das Jugendamt das nicht hören will, wegen der rechtlichen Situation.

Die meisten Sachbearbeiter hören sich da aber an und sagen dann, dass man solche Aufnahmen nicht machen darf ...

Die bilden sich da aber dann schon ein Urteil.

Kommentar von autmsen ,

Doch. Und Jugendämter haben sich an die sie verpflichtenden Gesetze zu halten. Diese schreiben ihnen eindeutig vor, das Wohl Minderjähriger an erste Stelle zu setzen. 

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