Frage von cahrloz, 36

darf ich einen nebenjob annehmen?

ich mache eine ausbildung zum altenpfleger und will einen nebenjob (max 450Euro basis) annehmen. Muss ich mein Chef darüber informieren, falls ja, kann er es mir von rornherein verbieten?

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Antwort
von Kirschkerze, 23

Du brauchst eine Genehmigung deines Chefs dazu. Er kann nämlich verlangen dass du deine Arbeitskraft nur für ihn einsetzt (und dich in den nicht Arbeitszeiten anständig erholst) Wenn du bei Ausüben deines Zweitjobs erwischt wirst, ohne das vorher abgestimmt zu haben, dann wäre eine fristlose Kündigung gerechtfertigt. 

Kommentar von Familiengerd ,

Du brauchst eine Genehmigung deines Chefs dazu.

Das gilt nur dann, wenn die Pflicht zur Genehmigungseinholung  ausdrücklich vereinbart worden ist, ansonsten reicht die bloße Information.

Aber selbst dann, wenn arbeitsvertraglich die Einholung einer Genehmigung vereinbart worden ist, darf der Arbeitgeber die Genehmigung nicht verweigern, wenn es keine durch Tatsachen untermauerten Gründe gibt, die eine Verweigerung der Genehmigung rechtfertigen würden.

Wenn du bei Ausüben deines Zweitjobs erwischt wirst, ohne das vorher abgestimmt zu haben, dann wäre eine fristlose Kündigung gerechtfertigt.

Ohne diesbezüglich weiter recherchiert zu haben:

Wenn die Ausübung eines Nebenjobs grundsätzlich erlaubt ist (von bestimmten Ausnahmen abgesehen) und eine generelles Verbot eine Grundrechtsverletzung darstellt, dann ist kaum anzunehmen, dass zumindest eine Nebentätigkeit, die keine Verbotsgründe bedingt, eine fristlose Kündigung rechtfertigen würde!

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 14

Grundsätzlich darfst Du einen Nebenjob ausüben, denn ein generelles Verbot wäre ein Verstoß gegen das Recht auf freie Berufswahl nach dem Grundgesetz GG Art. 12 Abs. 1 Satz 1.

Du musst den Arbeitgeber aber darüber informieren und bist nicht auf seine Zustimmung angewiesen. Er darf den Nebenjob allerdings dann verbieten - und dann -, wenn es sich um eine Konkurrenztätigkeit handelt, wenn der Nebenjob den Hauptjob beeinträchtigt (ständige Übermüdung) oder weil seine Ausübung mit arbeitsrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Bestimmungen kollidiert (z.B. Überschreitung der erlaubten gesetzlichen Höchstarbeitszeit).

Alleine die Befürchtung des Arbeitgebers, einer der Verweigerungsgründe könnte eintreten, reicht für eine Verweigerung nicht aus: er muss schon Tatsachen vorbringen, die seine Befürchtungen konkret begründen.

Antwort
von 3Linaaa3, 36

An deiner Stelle würde ich im Vertrag nachlesen :)

Kommentar von cahrloz ,

im vertrag steht nichts über einen Nebenjob

Kommentar von satebati ,

Wenn ein Tarifvertrag o.ä. gilt, dann auch mal in den bezüglich Nebentätigkeit schauen.

Kommentar von 3Linaaa3 ,

Ok dann weis ich auch nicht so viel darüber Bescheid aber ich würde dann meinen Chef einfach fragen ob ich einen Nebenjob Annehmen darf :)

Kommentar von Familiengerd ,

Wieso meinen eigentlich so viele antwortende User, es würde etwas zu einer gestellten Frage im Arbeitsvertrag stehen - wenn es denn überhaupt einen schriftlichen Arbeitsvertrag gibt!

Gut - sowohl beim mündlichen Arbeitsvertrag wie auch beim mündlichen Ausbildungsvertrag müssen die wesentlichen Vertragsbedingung schriftlich niedergelegt und dem Arbeitnehmer bzw. Auszubildenden unterschrieben ausgehändigt werden - das sagt aber noch lange nicht, das solche Niederschriften Regelung zu Nebentätigkeiten enthalten!

Antwort
von Hideaway, 17

 Muss ich mein Chef darüber informieren

Ja, und nicht nur das. Du brauchst auch seine Zustimmung.

falls ja, kann er es mir von rornherein verbieten?

Das kann er, wenn deine Hauptarbeit dadurch beeinträchtigt wird.

Kommentar von Familiengerd ,

Du brauchst auch seine Zustimmung.

Das ist falsch - siehe meine eigene Antwort!

Antwort
von Chicken1990, 22

Jap du musst deinen Chef informieren und jap er kann es dir "verbieten". 

Antwort
von lillsister, 18

Ja du musst ihn fragen und er kann es dir auch verbieten wenn zb dein Ausbildungsziel dadurch gefährdet wird.

Kommentar von Familiengerd ,

kann es dir auch verbieten wenn zb dein Ausbildungsziel dadurch gefährdet wird

Genau - eben nur unter bestimmten Voraussetzungen, die er aber auch begründen können muss, aber nicht nur mit bloßen "Befürchtungen", sondern mit durch Tatsachen untermauerten Gründen!

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