Frage von JolleSchmidt, 147

Darf ich die Ware behalten?

Wenn man Ware erhält die man nicht bestellt hat darf man diese ja behalten. Ich habe nun einen speziellen Fall erlebt. Ich habe Ware bestellt, diese allerdings aufgrund eines Defekt binnen der Widerrufsfrist retourniert. Der Händler hat sich erst quergestellt und wollte nichts erstatten, sondern mir die reparierte Ware zusenden. Nach einigen Mails habe ich dann die gewünschte Erstattung erhalten. Ein paar Tage später erhielt ich dennoch die nun erstattete Ware. Ich habe dem Händler mitgeteilt, dass ich die Ware erhalten habe. Dieser lies mir anschließend ein Rücksendeetikett zukommen. Da die Postfiliale einige Kilometer entfernt ist und der Händler mir bei der Erstattung einen gewissen Betrag abgezogen hat, da angeblich ein Centartikel im Zubehör gefehlt hätte, informierte ich den Händler, dass er mir bitte 10€ für Sprit sowie Zeitaufwand erstatten solle, dafür dass ich das Paket auf die Post bringe. Seitdem habe ich nichts mehr gehört. Wie wäre nun vorzugehen und wann kann ich die Ware vernichten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ap7eyhbfrn, 40

Leider schrieben Sie nicht, woher Sie stammen (Nicht jeder ist hier aus Deutschland. Bei Rechtsfragen deshalb bitte immer Land angeben). Meine Antwort ist für Österreich und Deutschland gültig.

Unbestellte Ware dürfen Sie als Konsument, welcher bei einem Unternehmen bestellte, behalten. Jedoch gilt dies nicht, wenn Sie die Lieferung verursachten oder es sich um ein offensichtliches Versehen handelt. Dieses liegt meines Erachtens vor.

Hier könnte eine Anwendbarkeit des Zurückhalterechts (§273 dBGB, bzw §471 östABGB) vorliegen. Vereinfacht zusammengefasst haben Sie eine mögliche Forderung gegen den Händler (den Centbetrag bzw den Aufwandersatz) und dürfen die Ware bis zur Begleichung Ihrer Forderung behalten, jedoch *nicht* benützen.

Anzumerken sei, dass Ihre Forderung zumindest strittig ist. Der Händler könnte geneigt sein, dies gerichtlich klären zu lassen.

Antwort
von michi57319, 51

Da die Ware ein Irrläufer ist, weil du ja dein Geld schon erstattet bekommen hast, mußt du auch für den Rücktransport der Ware aufkommen (zeitlich). Für 10 Euro macht man kein Fass auf, auch aus Prinzip nicht.

Kommentar von JolleSchmidt ,

Doch doch ;) die 10€ hätte ich während der Erstellung des Posts bereits verdient, aber die Vorgehensweise des Händlers nervt mich. 

Antwort
von ronnyarmin, 45

Der Händler hat sich erst quergestellt und wollte nichts erstatten, sondern mir die reparierte Ware zusenden

Das ist sein gutes Recht. Nachbesserungen musst du akzeptieren. Erst nach erfolglosem dreimaligem Nachbessern kannst du den Kaufvertrag widerrufen, ohne, dass für dich Kosten entstehen.

Möchtest du den Artikel ohne Nachbesserung zurückschicken, machst also von deinem Widerrufsrecht Gebrauch, hast du die Kosten der Rücksendung zu tragen. Und natürlich auch die Kosten, die dir zum Transport zur DHL-Filiale entstehen.

Der Händler ist vermutlich von deinem Verhalten genauso genervt wie du, aus Unwissenheit, von Seinem. Und vermutlich wird dir bald eine Mahnung ins Haus flattern, dass du den Artikel bitte bezahlen mögst...oder auf deine Kosten zurückschicken.

Kommentar von JolleSchmidt ,

Ich habe während der Widerrufsfrist meinen Kaufvertrag widerrufen und nicht um Nachbesserung gebeten. Die Rücksendekosten hat gewiss der Verkäufer zu tragen, da ein Mangel vorliegt. Und gerade beim zweiten Rückversand, den er ja selbst hätte vermeiden können. Aber wie bereits in meinem Ausgangspost beschrieben, geht es nicht um die Rücksendekosten (die hat der Händler ja sowieso getragen), sondern binnen welcher Frist der Händler die Ware zurückfordern darf.

Kommentar von AalFred2 ,

Da liegst du aber daneben. Entweder widerrufst du, dann trägst du die Rücksendekosten. Oder du berufst dich auf die Sachmängelhaftung, dann muss der Verkäufer auf seine Kosten nacherfüllen. Nach deinem Gusto vermengen kannst du die beiden Sachen nicht.

Kommentar von ap7eyhbfrn ,

Wo hast du das mit dem "dreimaligem Nachbessern" her? Das Gewährleistungsrecht basiert auf einer EU Richtlinie und zB der öst OGH sieht nur das einmalige Verbesserungsrecht des Händlers als gegeben an.

Antwort
von realReport, 55

Nicht bestellte Ware kannst du behalten. Du hast es storniert und somit nicht bestellt. Wenn dich nochmals gesendet wurde, das ist nicht dein Problem :-)

Kommentar von JolleSchmidt ,

Danke! Bist du dir auch 100% sicher, auch wenn alles etwas komplexer verlaufen ist?

Kommentar von realReport ,

Ja ist so du hast widerrufen dein Geld bekommen und wenn so blöd ist und es wieder versendet ja dann ist es so. Ich hab auch mal ein iPhone bekommen das liegt heute noch verpackt da habe es nicht bestellt und keiner meldet sich:-)

Kommentar von AalFred2 ,

Das stimmt so nicht. Es ist eben keine "Nicht bestellte Ware".

Antwort
von benni12321, 75

Behalten darfst du die Ware aber keinesfalls nutzen. Solange die für dich kostenneutrale Rücksendung nicht geklärt ist würde ich auch nichts unternehmen. Bloss nicht wegschmeissen, dann bist du wieder in der Verpflichtung. Keine Ahnung wie lange man sowas bei sich aufbewahren muss, da reicht mein Wissen auch nicht. Aber würde den Stress halt auch mal beenden und das mit dem Händler klären.

Antwort
von Mutci, 64

Wenn Du in absehbarer Zeit wieder etwas bestellst, kann Du doch  dem Paketboten die Rücksendung wieder mitgeben. Wegwerfen würde ich die Sache nicht.

Kommentar von JolleSchmidt ,

Theoretisch ja, aber dann bekommt der Händler ja genau das was er will, obwohl er ein Teil meines Geldes einbehalten hat. Mich wundert nur, warum er nun nicht mehr reagiert. Wenn ein Kunde Ware von mir einbehält wäre ich doch hinterher und würde diese zurückwollen. 

Kommentar von benni12321 ,

Wenns da um weniger als 50 Euro geht ist dem Höndler der Aufwand bestimmt zu gross, kannst es auch paar Monate aussitzen. Nach nem halben Jahr kannst du das "Ding" sicher dein Eigentum nennen wenn´s auch faktisch seins bleibt :P

Kommentar von JolleSchmidt ,

Die Vermutung habe ich auch, aber wenn der Händler genau so ein "Fiesling" wie ich ist, würde ich an seiner Stelle (sollte es rechtlich ok sein) nach einem Jahr die Ware zurückfordern. 

Kommentar von JolleSchmidt ,

von daher würde mich eine Frist interessieren.

Antwort
von DieFrucht1, 63

Du kannst das von keinen Händler verlangen dir Spritgeld zu bezahlen .
Soweit kommts noch

Kommentar von JolleSchmidt ,

Er zieht mir einen gewissen Betrag des Kaufbetrags ab, obwohl der Centartikel zu 100% im Paket gewesen ist. Zumal sendet er mir die Ware erneut, obwohl eigentlich alles geregelt gewesen ist. Somit habe ich meiner Meinung nach keine Pflicht das Paket auf die Post zu bringen. Soll er es eben selbst bei mir abholen.

Kommentar von Mutci ,

oder so.

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