Bin vor kurzem auf dem Dachboden auf die Tagebücher meiner Großeltern gestoßen, die schon gestorben sind als ich noch klein war. Ich weiß, dass ich die Frage, ob ich sie lesen werde oder nicht, selber entscheiden muss und nicht auf Antworten aus dem Internet hören darf, trotzdem würde mich mal interessieren, was ihr so drüber denkt und an meiner stelle machen würdet.

An Deiner Stelle würde ich sie lesen. Wahrscheinlich sind sie auch sehr spannend für Dich, da die Erlebnisse aus einer Dir fremden Zeit stammen. Als meine Mutter gestorben war und ich ihre Wohnung ausräumen musste, fand ich auch ihre Tagebücher (etwa seit 1910). Sie sind so spannend zu lesen. Man bekommt einen neuen und anderen Eindruck von der damaligen Zeit.
Du darfst! Dies gehört zu der Geschichte Deiner Familie. Generell wissen wir alle viel zu wenig, woher wir kommen. Je mehr man über die Vorfahren weiß, desto sicherer kann es einen selbst machen und in unserer Zeit Halt geben. Ich finde auch, dass es Deine Großeltern ehrt, wenn Du Dich für ihre Geschichte interessierst. Und Du kannst ja immer noch aufhören zu lesen, wenn Du meinst es würde zu intim. Vielleicht wollten sie auch gerne, dass ihre Geschichte in den Nachfahren weiter lebt. Wohl hätten sie sonst die Tagebücher vernichtet. Ich wünsche Dir spannende Stunden ohne schlechtes Gewissen, das musst Du bestimmt nicht haben!

Ich würde sie lesen, da deine Großeltern tot sind werden sie auch nichts mehr dagegen haben.
Es ist doch für dich recht interessant etwas über deine Großeltern zu erfahren, was sie dachten und wie sie fühlten. Natürlich kann Dir beim lesen auch passieren das Du etwas erfährst das nicht so toll ist.

Also, meine Meinung ist: Lies sie unbedingt!!!
Meine Grossmutter hat ein Tagebuch geführt, meine Mutter hat es wiedergefunden und wir haben es in der Familie reihum gelesen. Welche Einsichten man da in die Lebensweise in dieser Zeit bekommt, über Politik, gesellschaftliche Normen, allein wie damals gedacht und gelebt wurde....
Und besonders spannend wurde es dadurch, dass ich einen Bezug zu einer Person bekam, die man nie richtig kennenlernen konnte, aber doch ein Teil meiner Wurzeln darstellt. Es war faszinierend. Und ich denke immer, dass Menschen, die ihre Tagebücher nicht vernichten, wollen, dass sie nach ihrem Tode gelesen werden.
Lass dir das nicht entgehen.
strick4a am 28. Januar 2008 10:55 7 Antworter, 1 Meinung und noch kein Ärger, die Woche fängt gut an.......
Dr Love am 28. Januar 2008 11:04 ey, mann ey, pass bloss auf, ey!
strick4a am 28. Januar 2008 11:11 auf wasn ey, brauchst par vor die leuchter, alter?
zwitscher ab, is besser für die raffel ey....
Wieselchen am 28. Januar 2008 11:11 Boah ey, Unruhe stiften oda watt >fäusteball<
strick4a am 28. Januar 2008 11:15 noch sone blöde spruch und ich sachs ratpacker...
Dr Love am 28. Januar 2008 11:16 wat is? ey kommt doch her, ey, ich mach euch platt, ey! ey, isch weiss, wo dein auto wohnt!
Wieselchen am 28. Januar 2008 11:20 hähähähähä..... in meinen Träumen, isch hab ga kein auto, ey! Abba isch hab eine große Brrrruder. Also passauf maaaaan!
Dr Love am 28. Januar 2008 11:21 ey klar ey, erst grosse sprüsche und jetz habt ihr hose voll, was? ey, weischeier, boah ey!
Wieselchen am 28. Januar 2008 11:25 maaaney, isch bin isch ein mädschen, isch daaaaf mein bruder holen, damitte den verkloppen kanns!
strick4a am 28. Januar 2008 11:28 un ich hol meine gumbels vom Kiez, dan is aba feffer in die suppe...
Wieselchen am 28. Januar 2008 11:30 Darf die der ratpacker dann auch vakloppen, strick?
strick4a am 28. Januar 2008 11:33 aba alle, sinds gewohnt....
un Fitje aufn Dassel, der steht drauf....
Wieselchen am 28. Januar 2008 11:38 ihhh.... vonnen kerl?.... watt kennstu bloss füa leutz, strick. da nehm ich mir doch lieber denselben und schmeiß mich hintern Zug!
Dr Love am 28. Januar 2008 11:38 ey, mann ey, boaaaah, jez bin isch abba so was von gesauert, ey, loss komm, jetz gibbet voll auffe zwölf, ey!
Wieselchen am 28. Januar 2008 11:40 neee dat giltet nich, ey, meine bruda iss noch gaanisch da....
Dr Love am 28. Januar 2008 11:44 is misch scheissendreckegal!
isch mach euch alle, du arschengelöcher!
Dr Love am 28. Januar 2008 11:58 jaaa, lauft nur wesch ey, ihr feigalinge!
strick4a am 28. Januar 2008 11:58 wie hieß das nochmal auf muselmanisch?
Dr Love am 28. Januar 2008 12:02 hilf sheriff?
nee, göt herif!
(oder so...)
Wieselchen am 28. Januar 2008 12:03 aba mearzall vär dahn toch wol eha Götse herife.
und wenn du ollen laffdocktar meins, datte misch angs machen kanns.... nu stellichmich abba hin und dann kannse wat erlehm!
Dr Love am 28. Januar 2008 12:07 boah, ey, jez habbt ihr abba gewinnt, isch kann vor ablachen ga nischt mehr euch hauen tun, ey!
Wieselchen am 28. Januar 2008 12:09 Pfrihde? >hanntreisch<
Dr Love am 28. Januar 2008 12:10 okay, isch geb eusch aus runde gammelfleisch an die spiess!
Wieselchen am 28. Januar 2008 12:11 aba nisch mitie besondere sohße fur den deutschen, nä?
strick4a am 28. Januar 2008 12:13 würg
Dr Love am 28. Januar 2008 12:17 ey, wat is, willste doch auffe zwölf, oda was? du nischt esse meine gammelfleisch du nixe mein freund!
Wieselchen am 28. Januar 2008 12:25 gahmelfleisch isja ok, aber dem yokurt, dem wo ihr reingew... hapt, datt kannse behalteney. da kloppisch misch lieba mit disch und dann wolln ma masehn.

Ich würde sie lesen. Selbst wenn es ein Jenseits geben sollte und meine Großeltern versuchen mir dafür eine zu paddeln: ich bin stärker als die beiden ;-)

Ich würde Diese mit Sicherheit lesen (wenn's meine Großeltern gewesen wären), es ist ja ein Stück von Deinem Leben...
Eventuell sollte man/frau das vorher in der Familie besprechen, also mit Deinen Eltern, fall's noch vorhanden. LG strick4a

Ich wäre zu neugierig um es nicht zu lesen.Möglicherweise vieleicht steht etwas Familiengeschichtliches drin (Schillers Briefe wurden sogar Veröffentlich).

wozu sind sie denn sonst da?
mal ehrlich, so hat das ganze doch einen sinn!
deine grosseltern leben durch die geschichten im tagebuch weiter und du kannst vielleicht auch von ihrer lebenserfahrung profitieren, oder zumindest etwas über ihre sicht der dinge erfahren.
freu dich, durch diese zeitdokumente, deine grosseltern neu kennen zu lernen!
ich muss wieselchen recht geben, sie wollte wohl auch, dass du sie liest!
ich beneide dich darum!
Du sagst es doch selbst, dass du nicht auf Antworten aus dem Internet hören darfst.
Es spricht (meine Meinung) etwas dagegen und etwas dafür. Was mehr wiegt muss man im konkreten Fall selbst entscheiden. Dafür spricht, dass man sich intensiver mit demjenigen, der das Tagebuch geschrieben hat, auseinander setzt. Ihn noch besser kennen (und schätzen) lernt. Normalerweise schreibt man ein Tagebuch für sich selbst. Wenn es andere lesen, dann erfahren sie etwas über die inneren Werte, das was die Seele einem zum Zeitpunkt des Schreibens gesagt hat (was sich natürlich auch im Laufe der Zeit ändern kann!). Speziell in schweren Zeiten kommen da Sachen zu Tage, die die Achtung einer Person wachsen lassen. Soweit die eine Seite.
Die andere Seite: Was, wenn man negative Sachen liest? Was, wenn die ehemals so liebgewonnene Person tatsächlich ein anderes Inneres hatte (auch wenn es nur kurze Zeit war!)? Was, wenn plötzlich Sachen / Informationen offengelegt werden, die sein eigenes Leben ganz anders darstellen? Es könnte sein, das man etwas erfährt, was sein eigenes Leben völlig auf den Kopf stellt. Da muss man sich vorher fragen, ob so etwas es einem Wert ist! Meistens steht sowas sowieso nicht in TB, aber was wenn? Gibt es eventuell Geheimnisse, etwas, was nie so richtig in der Familie angesprochen wurde? Manchmal ist es einfach besser, wenn man bestimmte Sachen nicht kennt bzw. so belässt wie sie sind! Aus diesem Grunde würde ich persönlich Tagebücher meiner Vorfahren vermutlich nicht lesen. Ich habe sie in guter Erinnerung und würde verzweifeln, wenn sich das gute Bild durch irgend so ein blödes Tagebuch ändern würde (wie gesagt, meine Meinung).

Wenn sie tod, sind, darfst sie bedenkenlos lesen. Vielleicht wurden sie eben mit diesem Ziel verfaßt?

Ich denke auch, du solltest sie lesen u.wirst auf diese Art wahrscheinlich ungeahnte Seiten deiner Großeltern kennenlernen. Denn gerade zur damaligen Zeit vertraute man seinem Tagebuch oft Dinge an, über die man sonst nicht zu sprechen gewagt hätte. Du wirst vermutlich ganz andere Menschen kennenlernen.Mein Vater (Jhg.1924) hat z.B. seine "Memoirien" geschrieben, die wir irgendwann nach seinem Tod einmal lesen sollen.Ich denke, dass ich ihn dann von einer ganz anderen Seite kennenlernen werde, denn mein Vater ist eigentlich ein sehr verschlossener Mensch, der über Gefühle garnicht spricht. Auch über seine 7 jährige Gefangenschaft in Russland u. über den Krieg hat er nie viele Worte verloren. So bin ich den doch gespannt, was ich dann eines Tages erfahren werden. Vielleicht werde ich dann im Nachhinein einige Marotten u. Charakterzüge besser verstehen können. Also, hab kein schlechtes Gewissen u. lese sie.
Ich kann mich nur den Befürwortern anschließen. Lies die Tagebücher auf jeden Fall. Vielleicht entdeckst Du eine aufregende Seite Deiner Großeltern. Da Du noch klein warst, als sie gestorben sind, hast Du sie leider nie richtig kennenlernen dürfen und kennst sie vermutlich nur aus Erzählungen. Jetzt hast Du aber die Chance, Einiges von ihnen persönlich zu erfahren. Mann, das ist doch toll, dass Du diese Bücher gefunden hast. Leg los.... ;-)
Vor allen Dingen, weil Du selbst nicht viele oder vieleicht auch keine Erinnerungen an Deine Großelter hast, wird es für Dich eine ganz neue Erfahrung, diese Seiten zu lesen! Mach Dir auch keine Gedanken, es gibt weder rechtliche noch moralische Bedenken !!!
Eine kleine Story über ein gefundenes Tagebuch: Eine Bekannte fand das Tagebuch ihrer Urgroßmutter (19. Jahrh.). Da sie die Schrift nicht lesen konnte, sollte ich sie entziffern. Was kamen da interessante und lustige Dinge zutage! Insbesondere erinnere ich mich an ihre Seelennöte als junges Mädchen, als sie ein junger Mann umwarb und welches Geschi.ss sie um den ersten Kuss machte. Traurig einerseits, wie man damals alles verheimlichen musste, aber für uns zum totlachen witzig zu lesen.
Ich habe Tagebücher, die mein Großvater wären des 1. Weltkrieges in den Schützengräben von Verdun verfasst hatte, da ist "Im Westen nichts Neues" langweilig...
Seine Gedanken an meine Oma sind sehr bewegend......
schon mal überlegt, die als buch rauszubringen?
dann hätten wir alle was davon!
Meine Bekannte ist gerade dabei, einen Verlag zu finden.
In der Form des Verfassers würden ca. 600 Seiten im Taschenbuchformat gefüllt werden, den Gedanken hatte ich schon des öfteren.
Es wiederholt sich zwar so Einiges, aber ein guter Lektor/Autor könnte da was machen.
Es ist ein einmaliges Zeitdokument in jeder Hinsicht, politisch, soziologisch und historisch.
na, dann legt los!
Vielleicht sollten wir die Tagebücher unserer Omas und Opas sammeln und ein ganzes Werk dazu rausgeben. Anscheinend gibt es ja mehr Interesse daran als wir alle dachten ;-)
Kinder, Ihr macht mich "Fix&Fertig"...
Das wird mich mit Sicherheit noch sehr beschäftigen in der nächsten Zeit!
Vielleicht wäre es Sinnvoll, diesbezüglich mal locker in Kontakt zu bleiben, mein Interesse ist RIESIG!