Frage von Mahala123, 119

Darf ich als Patient auf einer offenen Psychiatriestation verlangen das ein Paket ungeöffnet zurückgeschickt wird, welches dem Personal verdächtig erscheint?

Hallo miteinander. Seit ein paar Monaten bin ich in stationärer psychaitrischer Behandlung, bisher ohne größere Probleme. Letzte Woche wurde ein Brief aus Amsterdam auf meine Station gebracht, welcher recht dick und somit wie ein Paket aussieht. Als mit Bescheid gesagt wurde das ich selbigen habe wurde von mir verlang ihn unter Aufsicht des Pflegepersonals zu öffnen. Ich sagte ich wollte es nicht aufmachen, da mir von keiner Bestellung aus Holland bewusst war und ich nicht wollte das ich wegen irgendetwas Ärger bekomme oder Ärger aufkommt, da ja die Möglichkeit bestehe das der Inhalt mir Ärger bringen könnte. Mir wurde dann von der diensthabenden Pflegekraft. gesagt ich könne das Paket mitnehmen wenn ich entlassen werde

Am nletzten Freitag bei der Arztvisite kam das Paket wieder zur Sprache, der Arzt meinte er hätte gerne das ich es mit ihnen gemeinsam aufmache. Ich verneinte wieder, mit der Begründung das ich nichts Bestellt habe und nicht will das der vermeintliche Inhalt mit mir in Verbindung gebracht werde.Außerdem äußerte ich das ich gerne in meiner Verwandschaft und Freundeskreis erfragen möchte ob jemand etwas darüber wisse. Der Arzt sagte es sei in Ordnung, ich könne es mir noch überlegen und er sagte man könne es auch ungeöffnet zurückschicken. Jedoch sagte er dies mehr so nebenbei, deswegen bin ich mir nicht sicher ob das später noch Gültigkeit hat, da ich vermute das da alle jetzt sehr sehr neugierig sind was den Inhalt des Pakets angeht.

Ein Pfeger der gestern bei mir ins Zimmer kam machte mir Vowürfe meine Haltung sei komplett unverständlichk und wollte mich darauf festnageln ich solle mich nocht so haben. Nun gestern Abend habe ich dann noch erfahren wie alles zu Stande kam. Ein Freund, dem ich einger Zeit mein Passwort für das Krankenhausinterne W-Lan gegeben hab ( jeder Patient bekommt ein anderes) hat sich auf meinen Namen legale Drogen ( Prunkwindesamen 80g) aus den Niederlande bestellt, außerdem war er viel auf Drogenseiten etc unterwegs, was wiederum für mich schlecht ist da es das dann in meinem Verlauf anzeigt, das Krankenhaus speichert nämlich alle Internetaktivitäten der Leute auf ihren Servern. Er tat dies da er derzeit meist obdachlos ist und es bei mir abholen wollte sobald es da ist. Es tut ihm Leid und er meint er würde vor meiner Station sagen wie es war, aber es bleibt natürlich fraglich ob sie das dann glauben oder so auslegen, als wäre es einfach nur ein Gefallen von einem Freund.

Ich gehe davon aus das falls das Paket geöffnet wird ich meine Sachen packen darf, auch wenn es sich um die legalen Prunkwindesamen handelt, da es sich um eine große Menge (80g) handelt und sie von einem Smartshop kommen.

Deswegen: -1.) Können die mich zwingen das Paket zu öffnen -2.) Kann ich verlangen das das Paket zurückgeschickt wird ohne öffen -3) Habe ich chancen durchzukommen bei einer Öffnung da das Paket eigentlich legal ist? -4.) Müssen die mir die Geschichte mit meinem Freund glauben da " im Zweifel für den Angeklagten

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Chillersun03, Community-Experte für Medizin, 29

1) Nein, es gilt das Briefgeheimnis und der Schutz der Privatsphäre. Dich kann niemand dazu zwingen den Brief zu Öffnen - erst Recht kein Krankenhauspersonal. Bestehe darauf!

2) Ja, der Brief ist an dich adressiert. Wenn du ihn annimmst (das setzt jedoch den Besitz voraus), dann kannst du ihn auch zurückschicken - oder einfacher du nimmst ihn einfach gar nicht erst an.

3) Eigentlich schon. Prunkwindesamen sind legal, darüber hinaus ist ein adressierter Brief kein auch kein Nachweis für einen Besitz oder eine Bestellung. (Gerichtsurteile dazu gibt es zahlreiche im Internet)

4) Müssen sie nicht, aber das ist ohnehin völlig egal. Ein Krankenhaus ist kein Gericht oder eine ausführende Gewalt wie die Polizei. 

Bestehe auf deine Rechte, das kann & darf dir nicht als Nachteil ausgelegt werden. Falls doch, beschwere dich bei der Ärztekammer.

Dass du in der Psychiatrie bist hat übrigens mit der ganzen Angelegenheit wenig zu tun, du bist nicht entmündigt. 

Gruß Chillersun

Kommentar von Chillersun03 ,

Eines solltest du aber beachten: es ist möglich bestimmte Utensilien und dazu gehören auch legale Drogen (bsp. Alkohol) in einer stationären Klinik zu verbieten

Kommentar von Mahala123 ,

Habe vergessen zu erwähnen das ich einen gesetzlichen Betreuer für Gesundheitsfürsorge, Wohnungssuche und Amtsgänge habe. Man wollte mir unbedingt aufdrücken das er meine Post aufmachen darf, habe dies aber abgelehnt (Puh!). Kann der mir da trotzdem irgendwie dazwischen funken?

Ansonsten, danke für die Top Antwort!

Kommentar von Chillersun03 ,

Auch das Handeln des gesetzlichen Betreuers muss dem Willen des Patienten entsprechen.

Er darf deine Post öffnen und verwalten, solange du das für zulässig empfindest & es deinem Willen entspricht.

Antwort
von Dackodil, 62

Versuche wenigstens auf der Rücksendung zu bestehen.
Schalte evt. einen Patientenanwalt ein.
Ich weiß auch nicht, ob in der Psychiatrie das Postgeheimnis wirklich außer Kraft gesetzt ist.

Und ich weiß erst recht nicht, ob sie es gegen deinen Willen öffnen dürfen.
Sonst mach von dem Angebot Gebrauch, es bei deiner Entlassung ungeöffnet zu bekommen.

Soll dein "Freund" sich um die Bezahlung kümmern.

Kommentar von Mahala123 ,

Das Angebot mit dem bei der Entlassung öffnen wurde mir von einer Pflegerin gemacht, ich weiß nicht ob diese Aussage noch Gewicht hat da es sich mittlerweile beim Arzt befindet. Zwar hat der Arzt auch gesagt wir können es ungeöffnet zurückschicken, aber im Endeffekt können die sich später völlig widersprechen in ihren Aussagen ohne mit der Wimper zu Zucken oder als Lügner da zu stehen. Sind da ganz wie Politiker ^^

Außerdem neigen die da echt zu extremen, eiskalten Handeln, mit Empathie is da oft nicht viel, deswegen wärs mir lieber die würden da einfach nie nen Blick drauf werfen.

Bin gerade dabei mich noch bei nem Juraforum anzumelden um die Rechtsfragen rauszubekommen, mal schauen was die da sagen...

Antwort
von sternenmeer57, 31

Mich würde mal interessieren, warum du in der Psychiatrie bist .Wenn das mit dem Inhalt des Briefes in Zusammenhang steht , dann sind die Reaktionen des Arztes und Mitarbeitern nachzuvollziehen.

Kommentar von Mahala123 ,

Tut´s keinesfalls, habe mich im Sommer freiwillig einweisen lassen wegen lang anhaltender Depression, Angststörung und Vereinsamung. Im weitern wissen haben die gar nichts, gelegntlicher Alkoholkonsum an Wochenenden und deswiteren kein Substanzmissbrauch is denen bekannt. Es gab nur einen Vorfall 2 Wochen nach meiner Einweisung bei dem ich mal was getrunken habe und das wars. War damals auch nur ein minimaler Spurenwert an Alkohol, nichts dramatisches.

Kommentar von Chillersun03 ,

Nachvollziehbar oder nicht, es geht hier um grundlegendere Dinge wie das Persönlichkeitsrecht.

Kommentar von Mahala123 ,

Vielen Dank Herr Chillersun, oft vergesse ich das ich auch ein Mensch bin der seine Rechte hat.

Antwort
von ghasib, 40

Dein Freund soll antanzen und das klären. Du kannst vorab mit dem Arzt reden und ihm erklären wie das zustande kam und ihn bitten das Zeug zu vernichten oder dem Typen zu geben. Und ein neues W-Lan Passwort so würde ich das machen. Denn die Hartnäckigkeit von deiner Seite ruft Mißtrauen hervor. Sag es wie es war. Und Hausverbot für deinen " Freund "

Kommentar von Mahala123 ,

Die sind da eiskalt und neigen zu empathielosen Kurzschlussreaktionen, ich geh zu 95% davon aus das sobald der Inhalt des Pakets bekannt ist ich sagen kann was ich will, weils dann eh keinen mehr interessiert..

Kommentar von ghasib ,

Das dürfte aber nicht sein. Bah das klingt nicht gut. Dann mußt darauf bestehen zurück oder nicht öffnen. Man das sind Leute die mit so Patienten müssen umgehen können. Das klingt schrecklich.

Kommentar von Mahala123 ,

Naja is nicht alles furchtbar, nur viele handeln echt " unbewusst", störrisch und aus der Negativität heraus, meinen aber selbst sie wären sowas wie Erzengel^^ hatten hier zum Beispiel nen Fall wo ein Patient nen Streusalzcontainer kaputt gemacht hat. N anderer Patient wurde dafür angeschwärzt und gleich am selben Tag suspendiert, wobei etliche sich für ihn ausgesprochen haben und der Täter selbst gestanden hat das ers eigentlich war. Die Begründung war praktisch " weil halt". Jo und solche Sachen halt, viele die im sozialen Bereich arbeiten haben irgendwie n Brett vorm Kopf, bzw es setzt sich oft eine furchtbar negative Stimmung fest. Echt schade, weil die Arbeit mit Menschen ja echt was tolles ist an sich, nur viele machen daraus ihr persönliches Drama und das vermiest dann am Ende allen den Spaß.

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