Frage von MyStatement, 28

Darf ich als ALG2-Empfängerin nebenbei Minijobs machen?

Folgende Frage: Ich bin gezwungenermaßen derzeit ALG2-Empfängerin und das Geld reicht hinten und vorne nicht. In ein paar Tagen ziehe ich um und habe nichts an Möbeln und auch schon vor knapp einem Jahr schon Erstausstattungsgeld erhalten (Alle Möbel sind - wie ich schon in einem anderen Beitrag schrieb - verschimmelt, weil mein derzeitiger Vermieter mir davon nicht erzählt hatte und ich die Möbel schon gekauft und eingerichtet hatte, als ich es bemerkte). Ich habe also nichts und in 2-3 Wochen wird bei mir ein Erwerbsfähigkeitstest gemacht, da ich durch jahrelange misshandlungen , sexuelle Übergriffe etc. u.a. von meiner Mutter psychisch angeschlagen bin (Borderline, Depression,...). Mein Fallmanager meinte, ich bekomme dann Sozialhilfe und das wäre noch weniger als ALG2. Nun habe ich mir überlegt, ob es geht, dass ich übers Internet kleinere Jobs suche wo ich ein bisschen was dazu verdienen kann (höchstens 200€ am Tag, ich würde es nicht täglich machen). Ich möchte mich als Umzugshelfer anbieten, Einkäufe für andere erledigen, putzen, im Garten helfen, vielleicht sogar Wohnungen entrümpeln (Wenn ich es tun darf ohne ein "Gewerbe" anzumelden), was ich ja über 3 Jahre lang getan hatte bevor ich ALG2-Empfänger wurde.

Darf ich so ohne weiteres im Internet solche Dienste anbieten? Muss ich es anmelden? Muss das Jobcenter davon wissen?

Falls es von belang sein sollte: Ich bin 21 Jahre alt & wohne alleine ohne meine Familie

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo MyStatement,

Schau mal bitte hier:
Geld Nebenjob

Antwort
von ErsterSchnee, 28

Ja, du darfst das. Ein Gewerbe musst du nicht unbedingt anmelden, aber die Einnahmen müssen in deiner Steuererklärung suftauchen. Und selbstverständlich muss auch das Jobcenter davon wissen!

Kommentar von MyStatement ,

Wird das denn angerechnet? Und wenn ja, dann mit wieviel kann ich rechnen?

Kommentar von ErsterSchnee ,

Ja klar wird das angerechnet, aber ich weiß nicht, in welcher Höhe.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Geld & Jobcenter, 16

Natürlich musst du alle Einnahmen angeben und nachweisen und wenn du deine Arbeitskraft im Internet anbietest,dann musst du ein Gewerbe anmelden,dass solltest du ja wissen wenn du das schon 3 Jahre gemacht hast !

Am Tag 200 € würde etwas viel sein,dann hast du keinen Anspruch mehr,du meinst wohl im Monat ?

Was dann angerechnet werden würde käme dann darauf an was bzw.von wem du Leistungen beziehen würdest,also entweder weiterhin nach dem SGB - ll vom Jobcenter oder aber dann nach dem SGB - Xll vom Sozialamt.

Beim SGB - ll gelten dann die Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll.

Die ersten 100 € vom Bruttoeinkommen würde dein Grundfreibetrag sein,von 100 € - 1000 € Brutto stünden dir noch mal 20 % Freibetrag zu und von 1000 € - 1200 € Brutto blieben dir noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann vom Brutto berechnet,addiert,theoretisch vom Netto abgezogen und ergeben dann dein anrechenbares Einkommen und das wird dann auf deinen Bedarf bzw.von deinen Leistungen abgezogen.

Dein Anspruch ist aber beim SGB - ll und SGB - Xll gleich,du bekommst also nicht weniger wenn du vom Sozialamt Leistungen bekommst,nur dein Einkommen wird dann angerechnet,wie beim ALG - 2 auch,also auch eine evtl.Rente.

Nur hast du dann im SGB - Xll weit aus weniger von deinem Erwerbseinkommen und nicht nur das,denn auch dein Schonvermögen sinkt rapide ab,dann hast du min. 1600 € und max. 2600 € was du angespart haben darfst.

Dann blieben dir von deinem Erwerbseinkommen nur 30 % als Freibetrag und es würde dir eine Pauschale für Fahrkosten von etwas über 5 € abgezogen,hättest du tatsächlich mehr ausgaben,dann müsstest du das nachweisen,dann würden die tatsächlichen Kosten berücksichtigt.

Dein max. Freibetrag würde dann bei 50 % der Regelbedarfsstufe 1 liegen,also derzeit von 399 € ( ab 2016 dann 404 € ) max. ca. 200 €.

Dir blieben also bei angenommen 400 € Brutto wie Netto erst mal deine 30 % Freibetrag,also min.120 € und dazu käme dann die Pauschale von ca. 5 € bzw.die tatsächlichen Aufwendungen und der Rest würde dir von deinen Leistungen abgezogen.

Antwort
von VisiteurG2, 21

Hi,

ohje. Zum einen: Dein Vermieter muss dir deine Möbel ersetzten. Da du ALG-empfänger bist, stellt dir das Land auch einen Anwalt falls du das brauchst. Da kannst du dir nen Anwalt suchen und der klärt dich darüber auf, wo du diese Unterstützung beantragst. Normalerweise bei Amtsgericht (glaub ich) geht relativ schnell und unproblematisch.

Für weitere Hilfen, die dich persönlich angehen, versuche Hilfe in deiner Stadt zu finden. Ich habe diese Woche die Stiftung Leuchtfeuer kennen gelernt. Vielleicht gibt es die auch bei dir. Diese helfen Menschen mit psychischen Krankheiten.

Zum Arbeitslosengeld darfst du max. ca. 110€ im Monat dazu verdienen. Alles was du verdienst musst du anmelden. Sonst ist es Schwarzarbeit und da versteht die BRD keinen Spaß.

Eine kleine Ausnahme ist der Übungsleiterfreibetrag, wobei ich mir da nicht ganz sicher bin ob man dafür eine abgeschlossene päd. Ausbildung benötigt. Das wären nochmal ca. 200€/Monat, die nirgends angerechnet werden.

Antwort
von spansys, 12

Klar darfst du etwas dazuverdienen. Wenn du magst, dann besuche mal das Portal http://www.adiceltic.de/paid4-news/ . Dort findest du total viele Tipps, auch im Umgang mit dem Jobcenter.

Antwort
von grubenschmalz, 3

Eine Möglichkeit wäre natürlich, dass du deine Katze abgibst. Wenn man nicht genügend Geld hat, kann man eben kein Haustier halten.

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