Frage von 2354cannes, 60

Darf eine Satire den Grad der Verunglimpfung erreichen oder überschreiten?

Satire gehört zur Presse-,Meinungsfreiheit, aber wenn ich jdm. total verunglimpfe, diffamiere, ihm Sachen unterstelle, die obzsön sind, ist das denn noch erlaubt??? Es muss doch auch ein Recht geben , dass man niemanden total mies beschuldigen und verunglimpfen darf.Den Deal mit Erdogan halte ich auch für problemtisch. Es war meiner Meinung nach ein Fehler von Frau Merkel, dass sie keine Obergrenzen setzte und das Wort sogar bei der CDU quasi verpönt war. Ihre Inschutznahme von Böhmermann halte ich auch für sehr ungeschickt, sie hätte der Justiz diese Sache der Beurteilung lassen sollen.Dennoch finde ich die Satire von Böhmermann, der Erdogan der Sodomie bezichtigt für strafbar, auch wenn er es in eine Art Satire, die er selbst verkleidet wissen will, darstellt.Es ist total beschämend was er dort gemacht hat.

Antwort
von Sonja66, 22

Satire gehört zur Presse-,Meinungsfreiheit, aber wenn ich jdm. total
verunglimpfe, diffamiere, ihm Sachen unterstelle, die obzsön sind, ist
das denn noch erlaubt??? 


Ich denke mir, was wohl Erdogan selbst mit wie vielen Menschen schon wohl alles Abwertende und Würdeloses gemacht hat.
Und das alles völlig ohne Satire.

Ich mein, vielleicht ist da ja doch was Wahres auch dran?
Jetzt sieht er halt mal, wie das ist.
Vielleicht macht ihn das ja doch noch verständnisvoller und toleranter?
Aber der gnädige Herr wird sich wohl selbst nicht an der Nase packen,
geschweige denn mal einsichtig sein, sondern versucht halt wie eh und
je, Menschen, die sich nicht willenlos unterwerfen, zu bestrafen und
somit sein Problem aus der Welt zu schaffen.

Meine Güte, man bekommt schon mal die Meinung anderer gesagt und könnte grundsätzlich damit auch weiterführend umgehen.

Es war meiner Meinung nach ein Fehler von Frau Merkel, dass sie keine
Obergrenzen setzte und das Wort sogar bei der CDU quasi verpönt war. 

Ich bezweifle, dass wir hier immer die genauen Hintergründe für die
Handlungen von Politikern erfassen können. Sie wird halt Prioritäten
setzen und dann entsprechend handeln.
Nie wird sie es mit einer Entscheidung jedem Recht machen können.

Es ist total beschämend was er dort gemacht hat.

Mag sein, aber vielleicht will es auch zu etwas gut sein, dass z.B. mal etwas mehr Wahrheit ans Tageslicht kommt.....

Ich bin immer froh darüber, wenn wir Deutschen uns auch mal mutig zu sein getrauten  ;-))))
Dann der Zusammenhalt, den Böhmermann nun erfahren darf, das sehe ich auch sehr gerne bei den Deutschen!

http://www.gmx.net/magazine/unterhaltung/tv-film/jan-boehmermann/oliver-kalkofe-...

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 27

Gerade das ist doch der Sinn darin. Satire kann heftig, sogar beleidigend sein. Charlie hebdo hat ständig solche Kaliber in seinem Blatt. Als der Anschlag auf Charlie war, schrien alle "wir sind für die Meinungsfreiheit", "je suis charlie". 

Wenn wir sie aber wirklich wollen, die Meinungsfreiheit, dann müssen wir auch Böhmermann hinnehmen. Und notfalls auch für ihn auf die Straße gehen.

Eine kluge Frau hat einmal geschrieben:  

"Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen." 

(Evelyn Beatrice Hall)

Das trifft den Nagel auf den Kopf. 

Ich glaube, Deutschland braucht dringend einen Larry Flint. 

Kommentar von 2354cannes ,

FürBöhmermann auf die Strasse zu gehen halt ich für unsinnig. Seine Satire ist unterstes Niveau meiner Meinung nach.

Kommentar von furbo ,

Es dreht sich nicht darum, gut zu finden was er sagt, es dreht sich darum, dass er das Recht haben soll, es zu sagen. 

Satire muss nicht jedem gefallen, sie kann Grenzen überschreiten. 

Das Magazin "Titanic" überschreitet mit jeder Ausgabe neue Grenzen (und ist x-mal verklagt worden, aber kaum verurteilt).

Antwort
von Schnulli00, 33

Es kommt auf den Zusammenhang an. Hier ist es eine gewollte Provokation und ein Test der Belastbarkeit unseres Rechtsstaats. Insofern, auch im Zusammenhang mit dem zuvor geschehenen, durchaus als Satire zu werten.

Antwort
von Antworter15, 11

Satire hört da auf, wo Beleidigung anfängt. Die Grenzen können fließend sein. Ein Erdogan hat dabei mehr zu ertragen als du oder ich. Gemessen daran ist die Satire vollkommen ok. Ich finde es sogar befremdlich, dass die StA ermittelt!

Antwort
von Cengo385, 28

Also ich selber bin türkischer Herkunft und muss sagen: Satire soll nicht nur Grenzen überschreiten, sondern MUSS !

Satire soll zum denken anregen, man soll anhand einer Hyperbel seine eigene Meinung bilden. Ich finde Satire die nicht Grenzen überschreitet ist unwirksam, bzw. nur schwach.

Und zum Thema Erdogan: 1.) Es handelt sich hierbei um eine öffentliche Person, da muss man damit rechnen

2.) Dass ein so hohes Staatstier regelrecht rumheult, weil mal paar böse Scherze gemacht wurden von einem Unterhalter, zeigt doch nur wie schach die Person mental ist.

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