Darf eine Religion-Lehrerin in NRW einen ungetauften Schüler vom evangelischen Unterricht ausschließen?

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6 Antworten

Hallo MOJO1812,

Der Link von Kickflip wäre noch genauer zu lesen.

BASS 12-05 Nr.1 Punkt 5.2

http://www.ekir.de/lennep/Downloads/RU-Erlass-Duesseldorf\_2011.pdf

Die Entscheidung darüber hat also nicht die Lehrerin, sondern die Kirche

Nach dem Punkt 5.2 geht es aber im Erlass weiter:

Vom Evangelischen Religionsunterricht dürfen Schülerinnen und Schüler anderer Bekenntnisse oder Religionen im Einzelfall nicht aus schulorganisatorischen Gründen ausgeschlossen werden, weil sie nicht dem
evangelischen Bekenntnis angehören. Im Verständnis der Evangelischen Kirchen besteht für diese Schülerinnen und Schüler keine im konfessionellen Charakter des Faches begründete Beschränkung, wenn diese Schülerinnen oder Schüler oder ihre Eltern die Teilnahme am Evangelischen Religionsunterricht wünschen und sie schriftlich erklären.

Außerdem wird aus Gründen des Datenschutzes bei einer Schulanmeldung korrekterweise auch nicht gefragt, welche Konfession ein Kind hat. Die korrekte Frage müsste lauten: „Soll das Kind am Religionsunterricht teilnehmen und wenn ja, an welchem?“

Die Entscheidung haben also auf jeden Fall die Eltern und nicht die Schule.

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Kommentar von Nadelwald75
06.09.2016, 15:48

.... vielen Dank für den Stern!

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Vielleicht solltet ihr der Lehrerin mal diese Denkschrift von 2013 empfehlen, in der ich das folgende Zitat gefunden habe:

"Zur kooperativen Ausgestaltung des Religionsunterrichts gehört die Durchlässigkeit auf der Ebene der Schülerinnen und Schüler. Es werden alle aufgenommen, deren Eltern es wünschen oder die sich nach
erreichter Religionsmündigkeit selbst so entscheiden. Sie müssen nicht der evangelischen Konfession angehören.

Diese Öffnungsmöglichkeit darf jedoch nicht administrativ missbraucht werden.

http://www.ekir.de/www/downloads/informationen_zum_religionsunterricht_in_nrw.pdf 

Dem gegenüber steht der von @Kickflipp99 geannte Erlass. Aber dort steht auch:

"In der Regel entscheidet die Religionslehrerin oder der Religionslehrer in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der jeweiligen Kirche oder Religionsgemeinschaft aufgrund einer schriftlichen Erklärung der Erziehungsberechtigten bzw. der religionsmündigen Schülerin oder des religionsmündigen Schülers."

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Soweit ich mich auskenne, darf die Religionslehrerin das nicht und wird es ohne "außergewöhnliches Vorkommnis" mit dem Schüler auch nie tun! 

Nicht getauft zu sein spielt dabei überhaupt keine Rolle. In vielen Bundesländern und Schulen ist christl. Religionsunterricht sogar noch Pflichtfach.

Also frage dich, wenn deine Frage nicht nur theoretischen Hintergrund hat, was der Junge "verbrochen" hat, oder wende dich an die Schulleitung. - Kein pflichtbewusster Schulleiter würde übrigens eine ungesetzliche Entscheidung seines Lehrerkollegiums tolerieren!

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Kommentar von M0J01812
26.08.2016, 10:06

Danke für deine Antwort.

Tatsächlich handelt es sich hier "NICHT" um ein fiktives Szenario. Nach Rücksprache mit der Lehrerin bestätigte sie die Entscheidung, mit der Begründung der Ermangelung einer Taufe.

Gespräch mit dem Schulleiter wurde anberaumt und findet in den nächsten Tagen statt. Mich interessierte hier lediglich, ob es eine SchulG Regelung gibt, oder gar eine kirchenrechtliche Regelung / Vorgabe.

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Das Rechtsgefühl sagt mir auch, sie darf es nicht - aber tatsächlich darf sie es.

Gemäß einem Runderlass des Schulministeriums NRW vom 20.6.2003 (BASS 12-05 Nr.1 Punkt 5.2) ist die Frage, ob Konfessionslose oder Angehörige einer anderen Konfession an ihrem Religionsunterricht teilnehmen dürfen, Sache der Kirche, vertreten durch den Religionslehrer.

Wendet euch an die evangelische Kirche vor Ort, am besten den Superintendenten, wenn sich das nicht nicht bereits mit dem Schulleiter klären lassen sollte.

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Kommentar von M0J01812
26.08.2016, 10:16

Danke für deine Antwort.

Der Runderlass bezieht sich auf Konfessionslose und Angehörige einer anderen Religion. Hiergegen steht jedoch die persönliche Entscheidung des mittlerweile 14-Jährigen den evangelischen Glauben anzunehmen und sich bei seiner Konfirmation (zu welcher er angemeldet ist) gleichzeitig Taufen zu lassen. Hier gilt er pro forma doch eigentlich schon religionszugehörend?!? Oder?

Gespräch mit dem Schulleiter wurde anberaumt und findet in den nächsten Tagen statt. Mich interessierte hier, ob es eine SchulG Regelung gibt, oder gar eine kirchenrechtliche Regelung / Vorgabe.

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Kommentar von 666Phoenix
26.08.2016, 12:55
ob Konfessionslose oder Angehörige einer anderen Konfession an ihrem Religionsunterricht teilnehmen dürfen, Sache der Kirche, vertreten durch den Religionslehrer.

Tja, so ist das in einem Land, in dem Staat und Religion (angeblich) getrennt sind: die Kirche bestimmt in einer staatlichen Schule mit staatliche bezahlten Lehrern (auch Reli-Lehrer bekommen ihren Sold vom Staat und wurden auf dessen Kosten ausgebildet), wer am Reli teilnehmen darf! 

Allein aus diesem Grund würde ich auf meine Teilnahme freundlichst verzichten! 

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Kommentar von Kickflip99
26.08.2016, 12:55

Wenn er der entsprechenden Religion angehört, und er sich nicht vom Religionsunterricht befreien lässt, ist er sogar verpflichtet, an dem Unterricht teilzunehmen.

http://www.schuleunderziehung.de/870-Religions-unterricht/915-Rechtsgrundlagen/9962,Erlass-%22Religionsunterricht-an-Schulen%22.html

Punkt 6.1. nennt hier explizit die Verpflichtung.

Der genannte Runderlass ist insofern eine Art schulgesetzliche Regelung. Es handelt sich zwar "nur" eine interne Verwaltungsvorschrift, dagegen darf jedoch auch nicht ohne sachlichen Grund verstoßen werden.

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Alleine schon von Biblischer Sicht dürfen sie das nicht.

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das recht hat die lehrerin garnicht. beschwere dich umgehend beim schulleiter. eine taufe ist nicht zwingend notwendig für den von dir gewählten religionsunterricht.

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