Darf eine Praktikantin alleine ohne Aufsicht arbeiten?

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6 Antworten

Na, dass Praktikanten ausgenutzt werden, ist ja leider nichts neues, und ist vermutlich überall so. 

Normaler Weise darf eine Praktikantin nicht alleine arbeiten. Du bist ja wohl keine Auszubildende zur Arzthelferin oder MTA, sondern du machst tatsächlich ein (unbezahltes?) Praktikum.

Praktikum bedeutet, man schaut sich einen Beruf an, und erlebt, was da gemacht wird. Praktikum bedeutet NICHT, eigenständig zu arbeiten. Wenn, dann nur unter Anleitung. 

Wobei man beim Instrumente reinigen jetzt nichts falsch machen kann, wenn man dir das ausführlich erklärt hat. Auch einen Termin am Telefon kannst du sicher ausmachen, dazu bedarf es keiner Anleitung. 

Allerdings frage ich mich, was du alleine in der Praxis machst, wenn die anderen nicht da sind. Wie gesagt, muss ein Praktikum von jemandem angeleitet werden. Da ist ja sicher eine bestimmte Person für dich zuständig.

Wie lange geht denn das Praktikum insgesamt? Ich würde mich mal an die betreuende Fachlehrerin wenden, und würde fragen, ob du das denn überhaupt darfst, so ganz alleine arbeiten. Immerhin bist du nicht mal volljährig. Du kannst ruhig sagen, das du Angst hast, in der Zeit etwas falsch zu machen, in der du alleine bist, weil du niemanden etwas fragen kannst.

Mir kommt das ungesetzlich vor, aber beschwören kann ich es nicht, daher frag bitte bei der Schule nach.

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Wenn du jetzt Auszubildende wärst, müsstest du das ja auch machen.
Siehst du ja bei den anderen Azubis.
Der Arzt ist in reichweite, bei Fragen.
Das Telefon kannst du an ihn durchstellen, wenn du nicht weiter weißt.
Was du mit den Instrumenten machen sollst, wurde dir gezeigt.

Es gibt übrigens die Möglichkeit das Praktikum zu wechseln, falls du dich dort unwohl fühlst.

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Eine Aufsichtspflicht gibt es nicht. Aber auch für Praktikanten gilt das

Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
§ 4 Ruhepausen

"Die Arbeit ist durch im voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt zu unterbrechen. Die Ruhepausen nach Satz 1 können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden."

Hinzu kommt

§ 3 Arbeitszeit der Arbeitnehmer

"Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden."

Gruß aus Berlin, Gerd

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Kommentar von Penguin8
06.04.2017, 16:16

Traeum weiter. Die Realitaet ist eine voellig andere. Es gibt Abmachungen der Gewerkschaften mit maximalen Arbeitsstunden. Und Empfehlungen der Berufsgenossenschaften und Verbaende. Aber es gibt zwar in den meisten Laendern ein Gesetz der maximalen Arbeitszeit. Aber NICHT in Deutschland. Arbeitszeiten von bis zu 16 Stunden sind sogar haeufig im Touristikgewerbe (Ich selbst tue das seit Jahren, genauso wie meine Kolleginnen und Kollegen) und auch Mitarbeiter in Einkaufszentren, an Flughaefen, in Kiosken u.a. Ich habe schon Arbeitsgerichtsprozesse, als Zeuge, miterlebt. Ein eindeutiges Verbot gilt erst ueber 16 Stunden (weil dann ja die Ruhepause von 8 Stunden nicht eingehalten werden kann. Bei Fahrern sind es elf Stunden, aber auch die duerfen bis zu 16 Stunden, mit Pausen alle vier Stunden, unterwegs sein, muessen dann halt mindestens 11 Stunden Ruhepause haben)  Begruendung. Aus betrieblichen Gruenden. (Siehe z.B. verbindliche Oeffnungszeiten) wer nach acht Stunden den Arbeitsplatz verlaesst, begeht Arbeitsverweigerung mit entsprechenden Konsequenzen.

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1 Telfondinst alleine ja auch  vielleicht noch die Instrumente  sauebern aber da sollte jemand da Sein .Den was passiert wen du es nicht richtieg und steriel machst.?

2 Solange darfst du  gar nicht arbeiten das sind  8 stunden keine 9 stunden auch nicht als Praktikantin oder Auszubilden.

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Es gilt hier das Jugendarbeitsschutzgesetz (http://www.gewerbeaufsicht.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16508/1_2_1.pdf.

Das ein Praktikant alleine ohne Anleitung arbeitet ist im Grundsatz sehr problematisch, aufgrund der fehlenden Erfahrung ist das Unfallrisiko sehr hoch. Beweis hierfür ist ein tödlicher Unfall eines Schülerpraktikanten in Hessen vor ca. 2 Wochen (http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/diez_artikel,-praktikum-schueler-16-stirbt-bei-arbeitsunfall-_arid,1550184.html).

Wende dich bitte an das zuständige Gewerbeaufsichtsamt, damit diesem untragbaren Zustand ein Ende bereitet wird.

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Ich sage nur moderne Kinderarbeit dazu. Willkommen im heutigen Deutschland/Österreich. Klar steht es dir und deinen Eltern frei einen Rechtsanwalt einzuschalten, allerdings versaust du dir wahrscheinlich so den Abschluss in der Schule.

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