Frage von mtbfan, 42

Darf eine Firma (in meinem Fall filmtaxi.de) einfach ohne vorherige Mahnung ein Inkassobüro beuaftragen, meine ANGEBLICHEN off. Ford. in Höhe von 21,98 einzutr?

Auf der Rückseite steht 1. Mahnung 4.07.16, diese erste Mahnung ist der Brief, den ich jetzt vom Inkassobüro in der Hand nabe. Ich habe vorher keinen einzigen Brief über eine noch offene Forderung bekommen. Ich lasse mir auf jeden Fall den angeblichen Vertrag zuschicken, den ich angeblich bei filmtaxi.de abgeschlossen habe. Ich bin mir sehr sicher, daß ich dort keine Filme mehr leihen wollte. Tatsächlich habe ich mir die mal vor fast zwei Jahren einige Filme geliehen. Bin gespannt auf die Antworten.

Antwort
von mepeisen, 17

Ich sehe hier weit und breit keine Ausnahme gemäß BGB. Bedeutet: Die müssen eine Mahnung schreiben, denn nur so bist du in Verzug und nur dann wären Inkassogebühren auch nur irgendwie durchsetzbar. Es gibt zwar noch mehr, was gegen die Inkassogebühren spricht aber: Ohne Mahnung keine Gebühren.

Ich würde abwarten, was überhaupt zur Begründung der Forderung vorgelegt wird. Und wenn da doch noch was offen ist von vor zwei Jahren und du dir sicher bist, dem Unternehmen Geld zu schulden, würde ich exakt dieses Geld (also vermutlich die 21,98€) bezahlen. Nicht mehr, nicht weniger. Direkt an en Gläubiger mit Verwendungszweck "Nur Hauptforderung".

Das Inkasso kriegt einen Dreizeiler: "Mangels Verzug weise ich die Forderung vollumfänglich zurück. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Einem Mahnbescheid werde ich widersprechen."

Dann ist das Thema eigentlich auch durch.

Kommentar von weblurch ,

Das ist nicht wahr. 

http://online-rechnungen-erstellen.de/zahlungsfrist-bei-rechnungen/


zumal ich zig Unternehmen kenne die nach 30 Tagen direkt ins Inkasso schicken - OHNE MAHNUNG.


Kommentar von mepeisen ,

Das ist nicht wahr.

Die 30 Tages-Regel greift gegenüber Verbrauchern nur, wenn "besonders" auf die Verzugsfolgen hingewiesen wurde. So steht es im Gesetz. Dazu reicht weder der einfache Satz "Nach 30 Tagen sind sie automatisch in Verzug" noch ein einfacher Verweis auf den entsprechenden BGB-Absatz.

Der Bundesgerichtshof (und die Richter dort sollten es wissen, wie es funktioniert) war da in den letzten Jahren eindeutig. Der Artikel, den du verlinkt hast ist einfach nur absurd falsch. Im Übrigen sei erwähnt, dass ich einer Webseite, die die einfachsten gesetzlichen Regelungen, wie etwa ein Impressum, nicht einhält, nicht in solchen Dingen vertrauen würde.

Das was ich hier schreibe ist auch problemlos für dich selbst recherchierbar. Das Gesetz, was hier gilt, kannst du problemlos googlen und dann den Wortlaut bei Dejure nachschlagen. Schon dann wird dir aufgehen, dass da die Webseite fürchterlich falsch liegt, wenn sie komplett verschweigt, dass das bei Verbrauchern gerade nicht so einfach ist.

Zumal: Im ersten Absatz des Gesetzes ist vorgeschrieben, dass man mahnen muss um den Schuldner in Verzug zu setzen. Alles andere (auch die 30-tages-Regel) ist dann als ausdrückliche Ausnahme deklariert. wenn die Webseite dann einfach behauptet, dass gesetzlich gar keine Mahnung vorgeschrieben sei... Sorry, aber der Autor lügt entweder oder er hat absolut keine Ahnung.

zumal ich zig Unternehmen kenne die nach 30 Tagen direkt ins Inkasso schicken - OHNE MAHNUNG.

Und ich kenne zig Verbraucher, die sich dann erfolgreich gegen Inkassokosten gewehrt haben bzw. sie nie bezahlt haben. Und wo das auch nie eingeklagt wurde, da die Inkassos genau wissen, dass es nicht möglich ist. Und nun?

Antwort
von peterobm, 39

es muss nicht zwingend gemahnt werden. Meist steht auf der Rechnung - Zahlbar sofort nach Erhalt; das sind meist 2-3 Tage.  

Kommentar von mepeisen ,

Und wenn das drauf steht, interessiert das niemanden. Gegenüber Verbrauchern reicht so eine Wunschvorstellung, wann er denn zahlen möge, nicht aus.

Das Märchen, dass niemand mehr Mahnungen schreiben muss, ist genau das: Ein Märchen.

Antwort
von weblurch, 14

Es muss NICHT angemahnt werden. 

Wenn auf einer Rechnung ein Zahlungstermin oder in den AGB's eine Frist hinterlegt ist und man diesen Termin oder die Frist verstreichen lässt befindet man sich im Verzug. Da bedarf es keine Erinnerung und auch keiner Mahnung. Man  muss lediglich explizit darauf hingewiesen werden (Rechnung oder AGB). 

Mahnungen sind zwar nett, aber im Onlinehandel meist nicht umgesetzt. Das ist ein Trugschluss. Zumal: wer auf Rechnung bestellen kann, sollte auch nach Erhalt bezahlen.  

Kommentar von mepeisen ,

Das, was du schreibst ist einfach nur absurd falsch. Der BGH definiert Zahlungstermine auf Rechnungen als pures Wunschdenken des Gläubigers, was den Verzug nicht auslösen kann.

Zahlungstermine müssen bei Vertragsschluss eindeutig und nach dem Kalender bestimmbar vereinbart werden, nur dann kann man sich die Mahnung ersparen. Beispiel dafür ist die Wohnraummiete. Da steht in deinem Mietvertrag "Die monatliche miete von 500€ ist jeweils zum dritten Werktag eines Monats vom Mieter zu überweisen." Das unterschreibst du und damit wurde vertraglich ein Zahlungstermin bestimmt.

Antwort
von TimmyEF, 27

Es steht dem Gläubiger frei sofort ein Inkassounternehmen zu beauftragen. Falls dort schon Inkasso Gebühren mit aufgelaufen sind würde ich nur die echten offenen Forderungen zahlen.

Kommentar von mepeisen ,

Ohne Verzug keine erstattungsfähigen Inkassokosten und bei geschäftserfahrenen Gläubigern sind die Inkassogebühren ohnehin nicht durchsetzbar.

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