Frage von Nachtsee, 39

darf eine firma einfach jemanden kündigen ohne abmahnung?

huhu ich bin seit einem jahr in einer firma auf 450 euro basis tätig. habe jetzt einen job in meinem beruf gefunden und habe dann gefragt ob dass geht dass ich nur freitag abend noch zum arbeiten komme. (Das machen einige andere auch so)

dann hat mich eine teamleiterin angeschrieben und mir auf freche art mitgeteilt dass der arbeitgeber bestimmt wann ich arbeite und wann nicht. und dass ich mich als gekündigt betrachten kann. das wäre wohl von der bezirksleiterin abgesegnet worden (die eh niemanden leiden kann) die teamleiterin ist seit 1 oder 2 wochen erst teamleiter und generell erst seit 2 monaten oder so dabei und fängt an leute rauszuhauen.... ich habe vorher keine abmahnung bekommen. gibt es da nicht einen schutz? auch bei 450€ basis?

Antwort
von peterobm, 39

ne mündliche Kündigung kannst getrost ignorieren, wenn das aber Schriftlich geschieht, solltest dir Gedanken machen. Ein Grund ist immer schnell gefunden. 

habe dann gefragt ob dass geht dass ich nur freitag abend noch zum arbeiten komme

schon verdammt dreist, dann aber sicher nicht mehr für 450 €. Du hast einen Arbeitsvertrag, fertig

Kommentar von Familiengerd ,

schon verdammt dreist

Was soll denn daran bloß "dreist" sein, wenn eine Frage nach der Möglichkeit zu einer bestimmten Arbeitseinteilung gestellt wird?!?!

Kommentar von peterobm ,

dass ich nur freitag abend noch zum arbeiten komme

bedeutet für mich Ausschliesslich; und das wird eben nicht funktionieren.

Kommentar von Familiengerd ,

und das wird eben nicht funktionieren

Erstens ging es nicht darum, ob das funktionieren kann, sondern darum, dass Du eine solche Frage an den Arbeitgeber als "dreist" abqualifizierst.

Und warum sollte zweitens ein nur auf den Freitag beschränktes Teilzeitarbeitsverhältnis denn nicht möglich sein??? "Minijob auf 450-€-Basis" bedeutet schließlich lediglich: "höchstens 450 €"!

Kommentar von Ernsterwin ,

Ich würde die mündliche Kündigung nicht so einfach ignorieren. Es stimmt zwar, dass eine mündliche Kündigung nicht rechtswirksam ist. Doch sie kann unter Umständen wirksam werden, wenn nicht fristgemäß dagegen geklagt wird.

Recht haben und Recht bekommen sind schon immer zweierlei Dinge.

Kommentar von Familiengerd ,

Doch sie kann unter Umständen wirksam werden, wenn nicht fristgemäß dagegen geklagt wird.

Da müssen dann aber schon ganz besondere Umstände vorliegen, dass eine an sich schon unwirksame mündliche Kündigung durch den Arbeitgeber dennoch rechtswirksam wird (z.B.: Arbeitgeber: "Du bist gefeuert!", Arbeitnehmer: "Dann will ich sofort meine Papier!" und geht). Besondere Umstände sind auch Voraussetzung für den umgekehrten Fall der mündlichen Kündigung durch den Arbeitnehmer.

Alleine das Nicht-Klagen gegen eine mündliche Kündigung führt nicht zu deren Rechtswirksamkeit.

Antwort
von Familiengerd, 34

dass der arbeitgeber bestimmt wann ich arbeite und wann nicht

Ohne vertragliche Festlegung der Arbeitszeiten darf der Arbeitgeber diese aufgrund seines Direktionsrechtes nach der Gewerbeordnung GewO § 106 "Weisungsrecht des Arbeitgebers" im Rahmen der Gesetze und vertraglichen Regelungen (Arbeits- und Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung) bestimmen.

Er hat dabei aber zwingend nach "billigem Ermessen" zu entscheiden, d.h. dass er zwingend die persönlichen Belange des Arbeitnehmers berücksichtigen und mit den Belangen des Betriebes abwägen muss. Überwiegen objektiv die persönlichen Belange des Arbeitnehmers die betrieblichen Interessen, darf der Arbeitgeber seine Anordnung nicht durchsetzen.

Wie sich das in der Realität dann konkret darstellt (Auseinandersetzung Arbeitnehmer - Arbeitgeber), ist dann noch eine andere Frage.

und dass ich mich als gekündigt betrachten kann

Eine solche Äußerung - auch schriftlich - ist irrelevant!

Eine Kündigung muss von einer dazu berechtigten Person schriftlich ausgesprochen werden.

ich habe vorher keine abmahnung bekommen.

Es kommt auf die Art der Kündigung an: bei einer betriebsbedingten (z.B. Personalabbau) oder personenbedingten (z.B. körperliche , geistige Uneignung) Kündigung gibt es keine Abmahnung; eine ordentliche/fristgemäße verhaltensbedingte (z.B. Vertragsverletzung) Kündigung dagegen ist grundsätzlich ohne vorherige Abmahnung nicht zulässig.

Die Frage ist hier also, aus welchem Grund Dir gekündigt werden könnte.

gibt es da nicht einen schutz? auch bei 450€ basis?

Bezüglich eines möglichen Kündigungsschutzes gibt es keine Unterschiede zwischen Vollzeitkräften und Teilzeitkräften (Aushilfen, Minijobber usw.). Ob eine Kündigungsschutzklage wegen Geltung des Kündigungsschutzgesetzes möglich ist, hängt von der Größe des Betriebes ab: Kündigungsschutz gibt es nicht in Betrieben mit nicht mehr als (umgerechnet) 10 Vollzeitbeschäftigten und allgemein nicht für Arbeitnehmer in den ersten 6 Monaten der Beschäftigung (vom Schutz vor willkürlichen, sittenwidrigen Kündigungen abgesehen).

Aber jede Kündigung - wie fehlerhaft sie formal und inhaltlich auch sein mag - wird wirksam ohne Klage gegen sie.

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