Darf ein Vater Handy und computer seines Sohnes überprüfen?

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9 Antworten

Schwieriges Thema.

Auf der einen Seite haben natürlich auch Kinder das Recht auf Privatsphäre und freie Entfaltung der Persönlichkeit, auf der anderen Seite stehen die Eltern, die nicht nur die Fürsorge- und Aufsichtspflicht haben, sondern schlimmstenfalls sogar rechtlich zur Verantwortung gezogen werden können (Stichwort: Urheberrechtsverletzungen).

Aus meiner Erfahrung (ich bin im Freundeskreis als "Computer-Guru" bekannt und werde daher öfters um Hilfe gebeten) hilft am ehesten ein offenes Gespräch unter allen Beteiligten, bei dem klare Regeln definiert und dann umgesetzt werden.

Denn es gibt tatsächlich Kiddies, bei denen der Browserverlauf einem die Schamesröte ins Gesicht treibt - aber auch Helikoptereltern, die klammheimlich Spionage-Software installieren und alle 5 Minuten orten, wo sich das Kind gerade "rumtreibt".

Ich versuche dann immer, einen Kompromiss zu finden, den beide Seiten als "gerecht" empfinden - also weder völlige Freiheit noch totale Überwachung.

Mal so als Beispiel für einen Teenager:

- Jugendschutzfilter installieren (keine XXX-Seiten mehr) und Blocken von File-Sharing (Urheberrecht), aber sonst uneingeschränkter Zugang zum Internet. Die Eltern dürfen (und sollen!) aber auch den Browserverlauf kontrollieren.

- Messenger: Nur Nachrichten von Personen auf "Freundesliste" (kontrollieren die Eltern), aber die Nachrichten werden nicht gelesen.

- Handy: Wenn die Eltern anrufen, geht man ran. Erst wenn zwei oder drei Anrufe nicht beantwortet werden, darf das Handy geortet werden (sonst nicht)

- Videos: Darf das Kind erstellen, wenn die Inhalte (z.B. Musik) vorher abgesprochen sind 

- Und ganz wichtig: Man redet regelmäßig darüber, was das Kind so im Internet macht!

Probier es mal aus, meine Erfahrungen waren bisher regelmäßig sehr positiv.

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Er darf keine persönlich an seinen Sohn adressierte Nachrichten lesen (dazu gehört auch der WhatsApp-Chat), das regelt unser GG in Artikel 10. Es gilt uneingeschränkt auch für Minderjährige.

Dagegen steht seine Aufsichtspflicht (§1621 BGB) und seine Sorgepflicht (§1626 BGB). Der Sorgeberechtigte muss also seinen Zögling vor Schäden bewahren.

Das ist manchmal eine Gradwanderung. Du kennst nicht die Geschehnisse, die vielleicht zum Verhalten des Vaters führen. Denn eigentlich wollen alle Eltern, dass es ihren Kindern gut geht.

 

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Je mehr die Jugend sich daneben benimmt, um so mehr wird sie kontrolliert. Du kämst aber nicht auf die Idee, daß der Vater evtl. triftige Gründe für sein Verhalten hat? Vielleicht hat der Vater ja mal 700 Euro bezahlen müssen wegen eines Verstoßes im Netz. Und ja, er darf das.

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Der Vater hat sowohl die Aufsichtspflicht/das Sorgerecht ( § 1626 BGB i.V.m.  § 1631 BGB), als auch das Umgangsbestimmungsrecht (§1632 Abs.2 BGB) - folglich ist das auch seine Aufgabe.

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Kommentar von trend4
25.11.2015, 09:51

Danke dir für die Antwort . In gewisser weise währe es ja ok, aber das Kind so einzuschränken das es nicht mehr seinen Hobbys nachgehen kann und youtube Videos machen kann lets plays, , nicht mehr an Treffen mit seinen Freunden dran teilnehmen kann oder wenn diese Online spiele machen mit Skype,  und sich nicht mehr traut diesen Nachrichten zu senden , ... sehe ich das einen starken eingriff in das Persönlichkeitsrecht was gesetzwidrig ist , oder liege ich da etwa falsch ? 

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Ja darf er, aber es ist trotzdem ein Beweis dafür das er seinen Sohn nicht vertraut und es ist für mich ein no go. Denn je mehr er kontrolliert desdo warscheinlicher wird es das sich der Sohn immer mehr von ihm entfernt.

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Kommentar von ingwer16
25.11.2015, 09:36

Ich seh das nicht ganz so , oft geht es recht schnell das jugendliche auf Seiten landen die .... Wie Soll ich es vorsichtig ausdrücken ..... Nicht ohne sind , Kontrolle hat nicht immer etwas mit mistrauen zu tun , Vorsicht ist beim Surfen großes Thema !
ZB .: meine Tochter wurde über ein soziales Netzwerk eingeladen an einer : Jugenddisco : teilzunehmen , nach Gesprächen mit ihren Freunden & deren Eltern war klar das einige andere FREUNDINNEN auch eingeladen waren .....

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Kommentar von KlausM1966
25.11.2015, 10:18

aber es ist trotzdem ein Beweis dafür das er seinen Sohn nicht vertraut und es ist für mich ein no go.

Vermutlich hast du mit 17 / 18 Jahren noch keine eigenen Kinder? Wir kennen leider die Beweggründe des Vaters nicht, warum er so extrem kontrolliert und alles hier sützt sich auf die einseitige Sicht des Kindes.

Vielleicht hat das Kind den Vertrauensvorschuss bereits aufgebraucht und entgegengebrachtes Vertrauen schon missbraucht? Wir wissen es nicht!

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Kommentar von ingwer16
25.11.2015, 10:58

Das ist für gar nix n Beweis außer Fürsorge / Aufsichtspflicht !
Danke fürs das Kompliment , werd öfter mal jünger geschätzt ..... Um 24 Jahre hat sich allerdings noch niemand verhauen . Meine eigenen Kinder sind 18,20 Jahre 😳

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Die Frage kannst du dir selbst beantworten. Warum sollte man das als Elternteil nicht dürfen ?

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Kommentar von trend4
25.11.2015, 09:47

In gewisser weise währe es ja ok, aber das Kind so einzuschränken das es nicht mehr seinen Hobbys nachgehen kann und youtube Videos machen kann lets plays, , nicht mehr an Treffen mit seinen Freunden dran teilnehmen kann oder wenn diese Online spiele machen mit Skype,  und sich nicht mehr traut diesen Nachrichten zu senden , ... finde ich das einen eingriff in das Persönlichkeitsrecht. du hättest doch auch nicht gern das deine Post geöffnet würde, jede Nachricht die du schreibst mitgelesen wird und dein chef bestimmt mit wem du zusammen arbeitest und mit wem nicht, oder die Freizeirt verbringst ? 

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Eltern haben im Grunde die Pflicht sich darum zu kümmern, was der Nachwuchs treibt. Ich würde meinen Nachwuchts niemals unbesehen ihr Unwesen im Internet treiben lassen, das wäre verantwortungslos. Wenn du schon diesen Jugendlichen betreust, könntest du den Vater ja mal fragen, was er gegen diesen oder jenen Freund hätte, dass Freunde für die Entwicklung von Kindern wichtig sind etc. Die Mutter wäre diesbezüglich auch mal ein Ansprechpartner.

Es gibt eben Eltern die kümmern sich traurigerweise gar nicht und die anderen übertreiben wieder mit Überfürsorge. Es ist aber auch nicht immer ganz einfach den Mittelweg zu finden, besonders, wenn vieleicht schon etwas vorgekommen ist, das die Eltern veranlasst, ganz genau hinzuschauen, was das Kind treibt.

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Der Vater als Erziehungsberechtigter darf natürlich sehen und kontrollieren, was sein minderjähriger Sohn tut - und zwar bis zu dessen 18. Geburtstag. Erziehungsberechtigte haben Rechte und Pflichten - Erziehung gehört zu den Pflichten und die Maßnahme dient der Erziehung.

http://www.aufenthaltsbestimmungsrecht.com/erziehungsrecht.html

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Kommentar von trend4
25.11.2015, 09:57

Ich danke dir für deinen Kommentar In gewissser weise, finde ich das ja auch ok aber sein Kind so einzuschränken das es  nicht mehr seinen Hobbys nachgehen kann und youtube Videos machen kann lets plays, , nicht mehr an Treffen mit seinen Freunden dran teilnehmen kann oder wenn diese Online spiele machen mit Skype,  und sich nicht mehr traut diesen Nachrichten zu senden , ... finde ich isrt ein starker eingriff in das Persönlichkeitsrecht was meines wissens gesetzeswidrig ist . Du hättest doch auch nicht gern das deine Post geöffnet würde, jede Nachricht die du schreibst mitgelesen wird und dein chef bestimmt mit wem du zusammen arbeitest und mit wem nicht, deine Freizeit verbringen darfst  und was du da machst oder ?  was gesetzlich unzulässig ist oder ist bei Jugendlichen anders ?


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Es ist schwer da ein richtiges Maß zu finden. Beide Extreme (zuviel Kontrolle / "alles" machen lassen oder Desinteresse) sind kontraproduktiv.

youtube Videos machen kann lets plays, , nicht mehr an Treffen mit seinen Freunden dran teilnehmen kann oder wenn diese Online spiele machen mit Skype

aber genau hier würde ich als Elternteil einen genauen Blick darauf werfen, was mein Junior macht. Hier geht es nicht mehr um "normales" Surfen, sondern um Veröffentlichungen von Inhalten in sozialen Medien oder Online-Spiele.

Viele Jugendliche können die Tragweite nicht abschätzen, was sich daraus ergeben kann.

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Kommentar von Lauterbello
26.11.2015, 08:37

Als Eltern würde ich da auch ganz genau hinschauen. Es gibt genug Onlinegamer, die mittels Sype gezielt gehackt wurden. Auch bei Youtube muss man diesbezüglich extrem vorsichtig sein. Der eine stellt einen Link drunter, der vermeintlich mit dem Onlinespiel zu tun hat und schon ist der Pc nicht mehr sicher. Das kommt jeden Tag x-fach vor, ich arbeite nebenzu für so ein Gamingforum und weiß, wie verzweifelt die Jugendlichen dann sind.

Es gibt auch genug Fälle wo man den Kids, aufgrund von schwerwiegenden Bemerkungen in Spielen, die Polizei auf den Hals schicken muss. Wie soll ein Spielebetreiber unterscheiden ob einer Witze macht oder es ernst meint. Die entsprechenden Eltern hätten vorher auch gedacht, dass dem Sprößling so etwas nie einfallen würde.

Da gibt es noch einiges mehr an wirklich schlimmen Dingen, die kommen zwar nicht so häufig vor, aber es ist schon zuviel, wenn es ein Kind/Jugendlichen erwischt.

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