Darf ein Schüler von der NPD auf einem Gymnasium eine Politik- Wirtschaft AG leiten?

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9 Antworten

Du meinst, er will die AG der 12. Klasse leiten?

In dem Fall würde ich es befürworten. 

Ich bin schon ein wenig älter. Lass mich Dir eine Geschichte aus meinem Nähkästchen erzählen: 

Uns Willy trat zur Wahl an. In dieser Zeit fanden wir morgens vor Schulbeginn einen kleinen Aufkleber der CDU an der Eingangstür der Schule. 

Die SMV informierte unsere Direktorin. Diese war unwissend. Wir sahen ja der Sache zu und glaubten ihr ihre Unwissenheit. 

Die SMV forderte sofortige Entfernung dieser Werbung. Mittags war sie noch nicht weg. 

Am nächsten morgen hatten viele von uns Plakate aller möglichen Parteien dabei. Von jeder Partei wurde ein Plakat an die SMV-Wand geheftet und Informationen über das jeweilige Parteiprogramm. Die Klassenräume und die Flure wurden mit Plakaten aller Parteien geschmückt. 

Wir waren schnell Von der Sexta bis zur Oberprima hatten sich Schüler dran beteiligt. 

Zur großen Pause um 10:30 Uhr war das kleine CDU-Pepperlein von der Eingangstür entfernt. 

Während der großen Pause überzeugten wir uns Alle davon. Dann wurde jede parteipolitische Sache von der SMV-Wand entfernt. Die Flure wurden werbefrei. 

Unsere Klasse wollte mehrheitlich wenigstens ein Papier von jeder Partei im Klassenraum behalten. Aus bildungstechnischen Gründen. Wir verhandelten mit unserer Klassenlehrerin. Wir verpflichteten uns, die Vorgaben des Kultusministeriums sehr zügig zu erfüllen. Auf diese Weise wollten wir Zeit erarbeiten, die wir in den unterschiedlichen Fächern fachbezogen als Diskussionszeit nutzen konnten. Unser Wunsch fiel auf fruchtbaren Boden. 

Ihr habt heute AGs und Zeug und Sachen. Und offenscheinlich folgt Ihr einem Leiter oder anderen Titelchen hirnfrei. 

Denn wäre Hirn vorhanden, würde zunächst mal diese größte Informationsmaschine der Menschheitsgeschichte genutzt. Mit dieser lassen sich die FAKTEN zur genannten Partei feststellen, sogar ausdrucken. 

Fakt ist, diese Partei ist eine anerkannte und zugelassene Partei. 

Damit mag der eine oder andere Mensch so seine Schwierigkeiten haben. Solche Menschen dürfen sich eingeladen fühlen, das Organ unterm Pony zu nutzen und eben, wie schon empfohlen, diese größte Informationsmaschine der Menschheitsgeschichte. 

Ein Leiter hat bestimmte Aufgaben. Auch diese lassen sich online recherchieren. 

Es mutet mich schon seltsam an, dass solche Frage im digitalen Zeitalter auftaucht. Wir hatten diese Sache nicht. Damals haben wir recherchiert, wie viele Gründungsmitglieder welcher damaligen Partei Nazis gewesen sind. Die Zahlen habe ich vergessen. Lassen sich ja heute recherchieren. Wir mussten Erwachsene fragen, betteln, dass wir an entsprechende Literatur kamen und so fort. 

Wir waren uns die Mühe wert. 

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Kommentar von teafferman
10.08.2016, 01:29

Ich möchte noch anmerken: 

Hätte mir ein Mensch 1969 prophezeit, ich würde aus Verfassungsgründen die obigen Zeilen mal verfassen, ich hätte die Person zum Psychiater geschickt. 

Seit wann es unser Grundgesetz gibt lässt sich ja ebenso online recherchieren wie den aktuellen Text lesen. Der ursprüngliche Text, seine Entstehungsgeschichte und Zeug und Sachen gibt es auch online. Die Ringvorlesung zu 60 Jahre Grundgesetz ist auf youtube. 

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Natürlich dürfen Lehrer das: Schulen haben politisch neutral zu sein!

Wenn der Schüler in de AG seine Ansicht vertreten will, dann passt das nicht!

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Wir sind ein demokratischer Rechtsstaat. Jeder darf seine politische Orientierung kundtun, solange dies nicht in Straftaten endet. Jemand wegen seiner politischen Ansichten auszugrenzen ist unzulässig und ist Diskriminierung.

KaterKarlo2016

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Kommentar von Zumverzweifeln
08.08.2016, 22:42

Aber doch nicht als Unterrichtender! Lehrer dürfen das auch nicht!

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Sie dürfen es nicht, werden es aber mit aller Macht versuchen. Und Macht von Lehrern und Schülern ist "relativ".

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Kommentar von Zumverzweifeln
08.08.2016, 22:45

Das ist auch gut so! Lehrer lehren - Schüler lernen!

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wer entscheidet wer die AG macht ?

Der Lehrer ! Und der wird Kriterien haben, die NICHT heissen, 

reine Mitgliedschaft in einer (noch) nicht verbotenen Partei.

aber jemand, der aktiv rassistsche Thesen vertritt, ist wohl kaum geeignet, ... auch niemand, der politisch aktiv eine andere Partei bewirbt und das nicht aus einer Sachdiskussion raushalten kann oder will.

Ich würde gar nicht auf die Partei eingehen, das Grundgesetz reicht, und ich glaube kaum das ein NPD aktivist es schafft, GG konform zu argumentieren. Wenn doch, ein Mitgliedschaft in einer Partei Privatsache, muss die Schule weder wissen noch zur Kenntnis nehmen, und den Betreffenden so behanden wie jeden anderen.

Natürlich wird es keine Schule dulden wenn die Schule als Plattform für Parteilwerbung genutzt werden soll ... von keiner Partei oder Parteimitglied uner den Schülern.

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Sie müssen es dir aber auch nicht genehmen! Und das werden sie mit großer Sicherheit auch nicht.

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Kommentar von anitaadrijan
08.08.2016, 22:40

genehmigen*

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Kommentar von antwortbittejo
08.08.2016, 22:44

Aber nicht mit der politischen Begründung.

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Kommentar von anitaadrijan
08.08.2016, 22:54

Das ist klar, ja.

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Kommt drauf an, wenn das Bundesverfassungsgericht die NPD verbieten sollte, dann schon.

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Die Schule ist kein Ort für Parteipolitik.
Natürlich können die Lehrer verweigern, dass eine Partei, ausgerechnet die NPD schulische Räume nutzt.

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"Nicht dürfen" im Sinne von Aussicht, in einem Rechtsstreit Recht zu bekommen, glaube ich kaum.

Wobei, mit den entsprechenden Mitteln im Hintergrund, wäre das vlt. mal interessant, dass juristisch durch alle Instanzen zu jagen. Nur, wer will die Schule, an der man bald das Abi machen will verklagen .... ?

Die Tatsache, dass hier in der ein oder anderen Antwort so ein wenig durchkommt, ein CDU-Schüler wäre "neutral" , ein NPD-Schüler definitiv nicht, bzw. beim einen könnte man ein Auge zudrücken, beim anderen auf keinen Fall, zeigt eigentlich nur, wie weit die politische Intoleranz und Diskriminierung schon fortgeschritten ist.

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