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Darf ein Pfarrer die Grabrede halten, wenn man nicht in der Kirche ist?

Frage von hilti hilti

Kürzliche Diskussion: eine alte Dame möchte jetzt wieder in die Kirche eintreten, damit sie mal von einem Pfarrer "beerdigt" wird. Ist doch eigentlich Unsinn; wenn man zeitlebens aus der Kirche ausgetreten war, muss man doch nicht nur wegen des Sterbens wieder mal eintreten. Ich finde das sowas von paradox. Die Grabrede kann doch auch ein weltlicher Redner halten oder eben der Bestatter. Weiß jemand, ob man einen Pfarrer anheuern kann für die Bestattung/Grabrede, wenn man keiner Kirche angehört. Bitte nur seriöse Antworten. Danke.

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Antworten (13)

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    Antwort von Wolfe Wolfe

    Natürlich darf er! Es liegt im Ermessen des einzelnen Pfarrers, ob er es macht. Pfarrer (evangelisch) sind meiner Erfahrung nach offener als ihre katholischen Kollegen. Als mein Bruder (war aus persönlichen Gründen ausgetreten) verstorben ist, hat der Pfarrer das ganze Programm in der Kirche und auf dem Friedhof durchgezogen, nicht zuletzt aus Respekt gegenüber meiner Eltern, die Mitglied der Kirche sind. Und ich finde, das gehört sich auch so - liebt Gott nicht alle Menschen???

    Kommentar von hilti hiltihilti

    Sehr richtig! Gott liebt alle Menschen, egal ob sie in irgendeiner Kirche sind oder nicht. Deshalb finde ich es auch Unsinn, nur wegen der Beerdigung wieder in die Kirche einzutreten. Glaube hat doch nicht unbedingt was mit der Institution Kirche zu tun....

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    Antwort von helrich helrich

    Ach ja, die Kirchen... Meine Mutter ist von Hause aus protestantisch erzogen, mein Vater katholisch. Die Hochzeit meiner Eltern und die Taufen von uns Kindern wurden mit dem protestantischen Prozedere gefeiert. Dies verübelte die katholische Kirche meinem Vater und er war für viele Jahre von seinen Rechten als Katholik, wie z.B. dem Abendmahl u.a. ausgeschlossen. Als ich - die jüngste von uns Geschwistern - bereits kurz vor meiner Berufsausbildung stand, erhielt mein Vater Post von der katholischen Kirche mit der Aufforderung, die Kirchensteuern für viele Jahre in der Vergangenheit nachzuzahlen. Mein Vater überlegte hin und her, hatte sich aber letztlich gegen diese unverschämte Nachforderung entschieden. Der evangelische Pfarrer unserer Gemeinde hatte später die Rede am Grab meines Vaters gehalten...

    Kommentar von hilti hiltihilti

    Danke für deine Antwort. Mit diesem Hickhack (katholisch/evangelisch, Mischehe, Kindertaufe, Kommunion/Konfirmation etc. etc. ) hab ich auch so meine Erfahrungen gemacht.

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    Antwort von Orchidee1 Orchidee1

    Es gibt doch Trauerredner, die man für sowas engagieren kann.

    Kommentar von hilti hiltihilti

    Ja, das mein ich doch auch.

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    Antwort von Charly212 Charly212

    Man ist sein Leben lang ein Christ, egal ob man dafür Steuern bezahlt oder nicht, man kann die Taufe nicht rückgängig machen. Deshalb denke ich, dass sich der Pfarrer oder irgendein anderen Geistlicher bereit erklären wird, eine Grabrede zu halten. Es wird bestimmt etwas kosten, aber das sollte sich in Grenzen halten.

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    Antwort von Welfensammler Welfensammler

    Natürlich darf er das. Er darf es aber auch ablehnen. Für Nichtmitglieder fallen dann aber Gebühren an.

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    Antwort von diemeggie diemeggie

    klar kannst du einen pfarrer anheuern.

    für geld macht die kirche doch alles.

    du kannst dem pfarrer sogar sagen, was er sagen soll.

    selber weiß er über seine mit- und nichtmitglieder ja nix.

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    Antwort von Noergelix Noergelix

    Selbstverständlich kann ein Pfarrer die Grabrede halten, auch wenn die/der Verstorbene/r kein Mitglied der Kirche war, das alles kostet halt eine Kleinigkeit, das bestimmt der Pfarrer selbst. Bei der Wiederientritt in die Kirche kann einer/einem leicht passieren, dass die Kirche anteilig Kirchensteuer nachverlangt, auch nach dem Ableben des reuigen Menschen. Doch was macht einen Menschen seelig glaubend, dass es mit einer Grabrede des Pfarrers wird besser ruhen können? Kennst du den? Ein Mensch geht eines Tages zu einem Pfarrer und sagt, mein Hund ist verstorben, ich möchte ihn beerdigen, würden sie bitte die Grabrede halten wollen? Der Pfarrer lehnt ab, so etwas würde er nicht machen. Na gut, sagt unser Mensch, dann gehe ich zum Pastor, der machts für 500. Oh, sagt der Pfarrer, warum haben sie nicht gleich eingangs gesagt, daß ihr verblichener Hund katholik war?

    Kommentar von hilti hiltihilti

    Hahahahaha, danke für deine so treffende Antwort und der Witz sagt auch so vieles aus. DH!

    Kommentar von Noergelix NoergelixNoergelix

    Danke!

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    Antwort von flyrobbin flyrobbin

    Dazu muss die Dame keineswegs in die Kirche eintreten. Für eine Grabrede kannst Du grundsätzlich jeden Menschen nach seiner Bereitschaft fragen. Selbstverständlich würde das auch ein Pfarrer übernehmen, wenn man zeitlebens nicht in der Kirche ist/war - und niemand, der in diesem Amt tätig ist und es richtig versteht, würde "aufrechnen", ob denn eine "Gegenleistung" (Besuch im Gottesdienst, u.a.) erfolgt ist.

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    Antwort von Nenek Nenek

    Die Trauerfeier kann nicht in der Kirche stattfinden und sie wird nicht auf einem kirchlichen Friedhof bestattet. Ansonsten hängt es vom Pastor, Diakon, Gemeindereferenten, usw. ab (in den katholischen und evangelischen Kirchen dürfen nämlich nicht nur Pfarrer eine Beisetzung leiten), ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

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    Antwort von Reling Reling

    Glaube mir: kein Pfarrer wird das tun. Das sind Beamte der Kirche und sie haben Handlungsvorgaben. Wo diese nicht greifen, gilt das "was immer so war". Und dies bedeutet, dass Heiden nicht christlich beerdigt werden dürfen und auch keine Grabrede eines Geistlichen erwarten dürfen.

    Würden die Pfarrer und Pastoren sich auf so etwas einlassen, wäre eines ihrer Hauptargumente für die Kirchenzugehörigkeit wertlos: "nur wer in der Kirche ist, kommt nach dem jüngsten Gericht in den Himmel".

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    Antwort von jamaga1 jamaga1

    Der Pfarrer kommt normalerweise nur, wenn ein Mitglied der Kirchengemeinde verstorben ist. Lass doch die alte Dame, wenn sie es unbedingt möchte.

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    Antwort von outfreyn outfreyn

    "Dürfen" tut er das schon - ob er es allerdings macht, ist seine Sache. Ob er für jemanden Zeit opfert, der zeitlebens für seine Kirche keine Zeit geopfert hat...?

    Kommentar von hilti hiltihilti

    Bist du sicher, dass er das darf?? Ich meine, ob die Kirche (als Arbeitgeber) ihm das erlaubt?

    Kommentar von Nenek NenekNenek

    Er kann es ja rechtfertigen mit dem Hinweis, dass die Dame kurz vor ihrem Tod dabei war, sich wieder um die Aufnahme in die Kirche zu bemühen.

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    Antwort von mikusi mikusi

    natürlich kann das jeder geistliche frei entscheiden. kommt auch darauf an ob dies der wunsch des verstorbenen noch war.

    anders ist viele die aus der gemeinschaft der kirche austreten verlieren ihren glauben auch nicht und geben ihn nicht an der kirchentüre ab. das system kirche stoßt leider viele immer wieder auf, sind aber grundgläubige menschen. hier verwende ich gerne meinen spruch: der liebe gott ist schon gut, aber mit dem bodenpersonal hat er immer wieder mal probleme :-)",

    gruß michael

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