Frage von lachs4709, 134

Darf ein neuer ET über meine Abrechnungen abstimmen wenn ich meine Wohnung verkauft habe?

Ich habe im letzten Jahr eine Wohnung verkauft am 31.3.15 und jetzt in diesem Jahr bekomme ich zwei Hausgeldabrechnungen von 2014 und von 2015, also vom 1.1. bis 31.3.15. Jetzt ist es so, dass der neue Eigentümer am 7.4.16 über beide Abrechnungen von mir abgestimmt hat.

Wie kann ein anderer über meine Sachen bestimmen und abstimmen. Er kann ja für sich stimmen, dass ich möglichst vile zu bezahlen habe und für die Kosten des neuen Eigentümers aufkommen muss. Bp. Am 21.5.15 wurde eine Rohrsanierung durchgeführt über 1047 Euro. Diese wurde jetzt auf mich umgelegt, obwohl ich am 1.4.15 meine Schlüssel dem neuen ET übergeben habe und kein besitzer mehr bin.

Darf der neue Eigentümer überhaupt über meine Belange und Abrechnungen abstimmen? Ich kann ja auch keine Abrechnung mehr meinem Mieter von 2014 mehr geben. Wie soll das funktionieren?

Antwort
von chriskmuc, 52

Mit Besitzübergang am 01.04.2016 sind wohl laut Kaufvertrag auch die Kosten, Lasten und Nutzen auf den Erwerber übergegangen. Mit der Regelung das zu diesem Zeitpunkt auch "abgegrenzt" wird, musst Du diese Kosten nicht bezahlen. Allerdings ist auch der Verwalter nicht verpflichtet zum Tag des Besitzübergangs die JA 2015 aufzuteilen - macht er in der Regel nur gegen Kostenerstattung. Kann Dir aber egal sein, da die Kosten sowieso der neue Eigentümer zahlen muss. Der Verwalter hat an Dir kein Interesse mehr, sehr wohl am neuen. Daher ist er wohl geneigt sich zu Gunsten des neuen Eigentümers zu verhalten.

Im April warst Du noch Eigentümer, daher hättest auch Du die Einladung erhalten müssen und hättest auch das Stimmrecht gehabt - es sei denn, auch das Stimmrecht ist laut Kaufvertrag zum Besitzübergang am 01.04.2016 auf den Erwerber übergegangen.

Ohne Anwalt kommst Du hier wohl nicht weiter. Der wird Dir dann wohl zu Deinem Recht verhelfen. Aber Du kannst nichts mehr gegen Deine WEG machen, da Du kein Eigentümer mehr bist. Du müsstest direkt den Käufer verklagen, sofern Du das Geld schon bezahlt hast. Allerdings könnte Dir vorgeworfen werden, dass sehr wohl Dein Mieter die Verstopfung verursacht hat, da eine Rohrverstopfung in der Regel das Ergebnis von vielen Jahren Dreck im Abfluss ist.

Wenn Du noch nichts bezahlt hast, würde ich auch nichts bezahlen, da der Käufer zur Zahlung des Abrechnungssaldos aus der JA 2015 verpflichtet ist. Er müsste Dich verklagen.

Bei der Abrechnung 2014 bist Du selber schuld. Selbst aus den Daten einer  falschen JA-Abrechnung hättest Du dem Mieter seine BK-Abrechnung erstelleln können und müssen. Auch wenn die JA 2014 von der ETG nicht genehmigt wurde, ist dies kein Hinderungsgrund, dass der Mieter die Zahlungen einer BK-Abrechnung auf Basis dieser Daten verweigern kann.

Kommentar von lachs4709 ,

Gute Antwort.

Aber im April 2016 war ich kein Eigentuemer mehr. Der Eigentumsuebergang war im Juli 2015.

Die Besitzuebergabe am 1. April 2015. Somit konnte ich im April 2016 auch nicht abstimmen. Deshalb die Frage ob sich der Verwalter mit den ganzen Abrechnungen an mich wenden kann/darf?

Kommentar von lachs4709 ,

Die letzte Ev in der ich noch anwesend war, war am 31.3.15.

Am Naechsten Tag erfolgte die schluesseluebergabe. Der Eigentumsuebergang erfolgte erst im Juli 2015, da der neue eigentuemer seinen Kaufpreis verspätet bezahlt hat.

Kommentar von lachs4709 ,

Der Käufer muesste mich verklagen. Aber ich war am 7.4.16 kein Eigentuemer mehr und konnte auch nicht abstimmen.

Der Käufer hat ueber meine Abrechnungen abgestimmt und zwar in seinem Sinne. Weil z.b. Eine Rohrverstopfung am 21.5.15 war. Kann er einfach ueber meine Belange zu seinen Gunsten abstimmen?

Kommentar von chriskmuc ,

Ja der Käufer kann und muss über die JA 2015 in der ETV 2016 darüber abstimmen - wer denn sonst? Sie sind ja kein Eigentümer mehr. Und noch einmal, mit Übergang von Kosten, Lasten und Nutzen, in der Regel mit Besitzübergang also 01.04.2015 - siehe Kaufvertrag, ist der Käufer auch für die Nachzahlung verantwortlich. Sie haben mit dem Verwalter bzw. der ETG rein gar nichts mehr zu tun.

Wie gesagt, verantwortlich für die Rohrverstopfung ist wohl der Mieter in den ganzen Jahren zuvor. Der Käufer hat aber leider Pech und muss die Rechnung bezahlen, weil dies zu einem Zeitpunkt erfolgte, in dem er für die Kosten bereits wohl laut Kaufvertrag verantwortlich ist.

Aber Stopp! - Besorg Dir die Rechnung. Da steht sicherlich drinnen, dann 15 oder 20 Meter Rohr gereinigt wurden. Wahrscheinlich auch noch das Wort "Fallrohr" - das ist Gemeinschaftseigentum und daher müsste es die WEG bezahlen. Hier kommt es wieder darauf an, was ggf. in der GO geregelt ist. Aber auch nicht wirklich, denn es gibt ein aktuelles BGH Urteil in dem der BGH festgestellt hat, dass die Abflussrohre ab Beginn der Maueröffnung - unabhängig was in der GO geregelt ist - Gemeinschaftseigentum ist (BGH - v. 26.10.2012 V ZR 57/12). Für den Volltext - hier das Datum eingeben:

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh...

Kommentar von lachs4709 ,

Ok. das war jetzt eine gute Antwort.

Aber was ist wenn sich herausstellt, dass von der Abrechnung 2014 und 2015 noch ein Guthaben besteht, also 2014 ist ja vor Besitzübergabe 1.4.2015. Wer bekommt dann das Geld?

Kommentar von chriskmuc ,

Wenn im Kaufvertrag der Passus steht "die Kosten und Nutzen werden mit Datum Besitzübergang abgegrenzt" - so steht Dir ganz klar das Guthaben aus 2014 zu. Für 2015 wirst zum 30.03.2015 kein Guthaben haben, da die Kosten für Heizung/Versicherung in der Regel höher sind, als das mtl. Hausgeld für die 3 Monate. Falls ja - dann steht das auch Dir zu.

Wurde im Kaufvertrag nicht geregelt, dass zum Besitzübergang (oder Eigentumsübergang) die Kosten und Nutzen abgegrenzt werden, so ist die Rechtslage ggf. nicht eindeutig. Das Wohnungseigentumsrecht ist hier sehr spezifisch. Aus Sicht der WEG steht das Geld dem Käufer zu - das heisst, der Verwalter muss das Geld dem Käufer überweisen. Ob Du dann einen Anspruch ggü. dem Käufer geltend machen kannst weiss ich nicht sicher. Jedoch eher unwahrscheinlich, da wohl nicht umsonst "gute" Notare seit einiger Zeit eine Abgrenzung in die Kaufverträge schreiben.

Kommentar von lachs4709 ,

ok. sehr gute Antwort.

Bei mir steht jetzt nicht drin dass die Kosten abgegrenzt werden sondern.

"Erfolgt die Abrechnung zu einem anderen Stichtag als dem Tag der Besitzübergabe, werden laufende Kosten zeitanteilig und andere entsprechend dem Zeitpunkt des tatsächlichen Anfalls zwischen Erwerber und Veräußerer aufgeteilt."

Kommt dieser Passus einer Abgrenzung gleich?

In der Abrechnung vom 1.7.14 bis 31.12.14 wurden Reparaturen von 1333Euro gerechnet, obwohl diese im Januar 2015 war. Das war auch eine Rohrverstopfung. Das hat aber auch die untere Mieterin zugegeben und trotzdem hat er das auf alle verteilt und das noch rückwirkend auf das Jahr 2014, obwohl die Verstopfung 2015 war, geht das überhaupt?

Was kann ich jetzt machen?

Ich kann ja jetzt nicht an den neuen Käufer herantreten wenn die Hausgeldabrechnungen nicht stimmen. Muss ich mir das dann selber ausrechnen? Problem ist auch, dass ich von November 2014 bis März 2015 im Rahmen einer Hausgeldnachzahlung über 1000Euro bezahlt habe und dies beinhaltete 120 Euro Verwalterkosten und er hat dann nochmals für 2014 über 140 Euro Hausverwalterkosten abgerechnet. In dieser Zeit November 2014 bis März 2015 gab es keinen Hausverwalter. Der alte Hausverwalter hat die Verwaltung im September 2015 beendet und der neue ist im März 2015 erst eingetreten.

Darf er dann zweimal abrechnen auch wenn es keinen Hausverwalter gibt? Hätte er die 120Euro nicht mindestens anrechnen, bzw. verrechnen müssen?

Wie ist das wenn ich einen RA einschalte gegen wen müsste ich da vorgehen gegen den Verwalter oder neuen ET und muss ich den vorher anmahnen, damit ich den nicht bezahlen muss. Ich habe schon geschrieben, dass ich Belege einsehen möchte. Er schreibt mir jetzt schon 2 Monate zurück, dass er mit seinem RA sprechen muss aber gemacht hat er nichts.

Ich weiß jetzt überhaupt nicht wie ich vorgehen soll.

Kann ich den Verwalter anmahnen, eine neue Abrechnung auszustellen? Ich hatte ja überhaupt keine Chance bei der Abrechnung mitzustimmen, wie kann man sich da überhaupt wehren?

Kommentar von lachs4709 ,

Nein, das stimmt leider nicht, dass mit Übergabe von Kosten, Lasten und Nutzen der Käufer für die Nachzahlung verantwortlich ist.

Im Gegenteil. Bei mir steht im Kaufvertrag, dass ich alle Kosten bis 31.3.15 zu bezahlen habe und nach dem 31.3.15 der Erwerber die Kosten trägt.

Und es steht auch, dass der Erwerber mich in der EV vertritt und für mich meine Stimme abgibt. Er kann mich aber überhaupt nicht vertreten wenn er gleichzeitig auch seine Interessen vertritt. 

Hier kommt es zu einer Interessenskollision.

Antwort
von schleudermaxe, 32

Wieso denn Deine? Es wird die von der WEG sein und zuständig ist der Eigentümer, der am Tag der Beschlußfassung im Grundbuch steht. Alles ganz einfach und bei Deinen anderen rd. "100" Fragen auch immer schon genau so beantwortet.

Warum werden die nicht gelesen?

Kommentar von lachs4709 ,

Wenn die über die WEG abstimmen, so stimmen sie automatisch auch über meine Angelegenheiten mit ab. Wenn in der Teilungserklärung steht Kostenverteilung 350/1000 und der Verwalter macht 369/1000 und die Eigentümer stimmen dafür und ich bekomme die falsche Abrechnung so stimmen sie auch über meine Sachen ab. Genauso die Abrechnungen die in den zeitraum 1.7.14 bis 31.12.14 geschmuggelt wurden von Reparaturrechnungen über 3600Euro wenn nicht einmal 500 Euro entstanden sind, so stimmen sie auch über meine Dinge ab, da ich prozentual diese falschen 369/1000 von diesen falschen 3600 Euro bezahle.

Kommentar von schleudermaxe ,

Wer bitte sollte über eine WEG denn abstimmen?

Wir Verwalter geben eine Abrechnung in die Versammlung, und die teilnahmeberechtigten Eigentümer stimmen ab, ggf. mit Änderungen.

Alle ehemaligen Eigentümer haben in der Versammlung nichts verloren, dürfen auch nicht mehr abstimmen, und haben mit dieser Orgie nichts mehr am Hut. Das etwaige Guthaben gehört dem neuen ET, der bezahlt auch die komplette Nachforderung, wenn es denn eine gibt. Wie oft noch soll ich das für Dich schreiben?

Kommentar von lachs4709 ,

Das ist leider so nicht richtig Schleudermaxe.

Da bei mir im vertrag steht, dass ich die Kosten bis 31.3.15 bezahle und noch dem 31.3.15 der neue Erwerber die Kosten trägt. 

Also eben nicht so wie es normalerweise gemacht wird, dass das Guthaben der neue Erwerber bekommt und wenn es eine Nachzahlung gibt auch der Erwerber bezahlen muss. Diese Regelung wäre gerechter, weil bei mir im Vertrag steht, dass der Erwerber mich in der EV vertritt.

Wie soll der Erwerber mich denn vertreten, wenn er gleichzeitig auch seine Interessen vertritt?

Fällt dir was auf Schleudermaxe? Er kann mich und sich nicht gleichzeitig vertreten. Dat geht definitiv nicht - Interessenskollision. Natürlich hat er jetzt für sich abgestimmt.

Ich hatte letzte Woche Gerichtsverhandlung und die Richterin hat gesagt, dass der Erwerber das hätte anfechten müssen mit den falschen Miteigentumsanteilen etc. ansonsten muss er mit den Konsequenzen rechnen.

Genau das wollte ich wissen.

Jetzt kann es aber noch ein Guthaben geben. Muss ich das dann vom Erwerber herausklagen oder von der Verwaltung?

Das wäre die nächste Frage. Aber die erste Frage habe ich gelöst. Verwalter durfte auch nicht gegen mich klagen. Auch eine Rohrverstopfung vom 21.5.15 muss ich nicht bezahlen sagte die Richterin da ich nur bis 31.3.15 Besitzer der Wohnung war und hier gibt es ein BGH Urteil wo hier ganz klar auf die Besitztrennung abzielt.

Kommentar von schleudermaxe ,

... und was schreibe ich die ganze Zeit und seit Monaten?

Eine WEG hat mit einem Kaufvetrag nichts am Hut, der Verkäufer ist raus aus der WEG, der Käufer wird Mitglied und hat alles zu bezahlen. Der BGH hat laut und deutlich ausgesungen.

Bei uns hier eben Alltag

Antwort
von Teddy42, 57

Alles was nach deinem Verkauf an der ET oder am Haus gemacht wurde kann dir egal sein - Es gehört Dir nicht mehr und du hast nach verkauf auch keine Pflichten mehr diesbezüglüch.

Kommentar von lachs4709 ,

Eigentümerübergang war am 7.7.15

Rohrverstopfung war am 21.5.15

und Besitz- und Schlüsselübergabe war am 1.4.15

Wer muss dann für die Rohrverstopfung aufkommen. Der Veräußerer oder der Erwerber?

Kommentar von lachs4709 ,

Problem:
Also ums genau zu sagen, am 19.3.15 wurde der Notarvertrag über seither gefasste Beschlüsse unterzeichnet, die dann für und gegen den neuen Erwerber am 1.4.15 ab Besitzübergabe wirken. Jetzt war aber die Eigentümerversammlung am 7.4.16 und der Eigentumsübergang war im Juli 2015. Darf diese EV vom 7.4.16 überhaupt zu meinem Nachteil sein, wenn noch über Hausgeldzahlungen von 2014 abgestimmt wird und der neue Eigentümer stimmt zu seinem Vorteil über meine Angelegenheiten und zu meinem Nachteil ab?

Antwort
von 2016Frank, 67

Zunächst einmal verstehe ich nicht, was Du mit Abstimmung meinst.

Die Schlüsselübergabe ist nicht unbedingt Zeitpunkt der Eigentumsübertragung. Wann fand die laut Grundbucheintrag statt?

Kommentar von lachs4709 ,

Eigentumsübergabe war im 7. Juli 2015.

Kommentar von anitari ,

Eigentumsübergabe und Eigentumsübergang sind 2 Paar Schuhe.

Das eine ist die, salopp gesagt, persönliche Übergabe der Wohnung, das andere ist die rechtliche Seite. Sprich der Grundbucheintrag. Das erfolgt in der Regel nicht zu einem so "krummen" Datum, sondern zum 1. eines Monats.

Kommentar von lachs4709 ,

Das ist mir schon klar. Nur wer ist jetzt zuständig. Ich fasse nochmals zusammen.

Schlüsselübergabe am 1.4.15

Am 21.5.15 Rohrverstopfung

Eigentumsübergang am 7. Juli 15

EV am 7. April 2016 ohne meine Abstimmung, da ich kein ET mehr war und jetzt wird mir eine Zahlungsfrist bis zum  23.5.16 über 1500 Euro gegeben, obwohl ich kein ET bin.

Ist es korrekt, dass ich die Abrechnung erhalte und nicht der neue ET? Und muss ich die Rohrverstopfung tragen?.

Kommentar von 2016Frank ,

Nach meinem Verständnis hat der Verwalter keinerlei Recht mehr, sich mit Dir über das verkaufte Objekt zu "streiten". Ihm ist bekannt, dass Du nicht mehr Eigentümer bist, weshalb er Dich auch nicht mehr zur Versammlung eingeladen hat.

Sein Ansprechpartner hat der neue Eigentümer zu sein, der wiederum dann eventuell einen Regressanspruch Dir gegenüber hat.

Das ist mein Verständnis dieser Situation. Ob ich damit Recht habe, kann Dir nur ein Anwalt verbindlich beantworten.

Kommentar von lachs4709 ,

Hallo Frank,

Mit deiner Aussage hast Du zu 100Prozent Recht. Hatte letzte Woche Gerichtsverhandlung. Die Richterin hat sich zuerst bei mir entschuldigt, da Sie übersehen hatte, dass ich meine Wohnung verkauft habe und fragte die Gegenseite, ob Sie die Klage zurücknehmen da sie nicht gegen mich vorgehen können. Sie haben jetzt auf einen Teil verzichtet und bleiben bei zwei Rechnungen noch hartnäckig und haben Verlängerung beantragt und wollen Geld von zwei Rechnungen von mir. Die Richterin hat dem RA Zeit zur Stellungnahme eingeräumt.

Bin jetzt gespannt was er in der Stellungnahme schreibt.

Dass aber der Verwalter und sein RA nicht wissen, dass wenn ich kein Eigentümer mehr bin ich nicht abstimmen darf und kann, muss doch schon eine dramatische Niederlage für einen RA sein oder? Schliesslich wusste der Verwalter ja vom Wohnungsverkauf, da ja der neue ET in der letzten EV geladen wurde und ich nicht.

Und der Gegenanwalt war sogar ein Spezialist für Wohnungs- und Eigentumsrecht. Als die Richterin den Verwalter und Anwalt aufklärte, gingen die Augenklappen nach unten.

Kommentar von lachs4709 ,

Mit Abstimmung meine ich die Eigentümerversammlung. Also was dort beschlossen wurde.

Kommentar von 2016Frank ,

Bei der Eigentümerversammlung wird doch eigentlich nur vorgetragen, welche Sanierungsmaßnahmen vom Verwalter beauftragt und erledigt wurden. Vorher wurde ja schon darüber abgestimmt, ob derartige Arbeiten aus der Rücklage entnommen werden können oder eine Umlage erhoben werden muss.

In deinem Fall bist Du noch nach der Schlüsselübergabe Eigentümer gewesen. Bis zum 7.7.2015.

Ich habe jetzt keine Vorstellung davon, was da noch beschlossen wurde aber da du scheinbar dein Stimmrecht nicht mehr wahrnehmen wolltest, sollte es ihm möglich gewesen sein, das auf seine gekaufte Whg. entfallene Stimmrecht wahrzunehmen.

Habt ihr im Kaufvertrag eine Klausel eingebaut gehabt, dass nach Schlüsselübergabe alle Rechte und Pflichten bereits auf den neuen Käufer übergehen?


Kommentar von lachs4709 ,

Am 6.4.16 war die EV mit dem neuen Eigentümer wurde über Hausgeldabrechnungen beschlossen. Eine war vom 1.7. bis 31.12.14 und die andere war vom 1.1. bis 31.3.15.

Ich war ja nur bis Juli ET. Aber dann hätte man doch auch die Abrechnung von 2014 über 1300 Euro dort beschliessen müssen. Alle Positionen stimmen nicht alle Miteigentumsanteile sind falsch und nicht nach Teilungserklärung.

Und Rechnungen die vom Mai 2015 sind. Was ist mit denen? Ich war zwar ET aber seit 1.4.15 kein Besitzer mehr und jetzt erst im April 2016 gibt es eine EV und Beschlüsse über die abrechnungen.


Kommentar von schleudermaxe ,

Da kann etwas nicht stimmen. Es kann nur eine Abrechnung geben für das ganze Wirtschaftsjahr. Schicke die Dinger dem Verwalter zurück mit Hinweis: "Irrläufer" und gut ist.

Rechnungen bezahlt der, der die Aufträge auslöst. Also gleich mit zurück und gut ist.

Kommentar von lachs4709 ,

Ich war ja kein ET mehr und wurde auch nicht in die EV im April 2016 eingeladen.

Kommentar von lachs4709 ,

Ja, die Klausel im kaufvertrag gibt es und es steht auch, dass zeitanteilig für laufende kosten abgerechnet wird und für feste Kosten zeitpunkt bezogen, also am 21.5.15 war Rohrverstopfung.

Kommentar von 2016Frank ,

Wenn nichts abweichendes im Kaufvertrag vereinbart wurde, musst Du für alle Kosten geradestehen, die bis zur Eigentumsübertragung am 7.7.2015 der von Dir verkauften Whg. anzurechnen sind. Die Rohrverstopfung lag noch in dem Zeitraum, in dem Du ET der Whg. warst.

Hattest Du den Verwalter über den Verkauf informiert? Hast Du ihm das Datum zukommen gelassen, wann die Eigentumsübertragung stattgefunden hat?

Gegen Fehler in der Verwalterabrechnung hast Du selbstverständlich das Recht des Widerspruch. Solltest Du da durch falsche Zahlen benachteiligt sein, muss der Verwalter die Abrechnung entsprechend korregieren. Das sollte zumindest aufschiebende Wirkung haben.

Kommentar von lachs4709 ,

Er hat im letzten Jahr die 2014 er Rechnung nicht korrigiert und diese auch nicht. Aber wieso muss ich eine rohrverstopfung tragen wenn ich im mai kein Besitzer mehr war und der neue Eigentümer hat einfach mein geld zu spät beglichen, sodass die Umschreibung erst im Juli erfolgen konnte. Er hat das ganze verzögert. Komisch ist aber, dass mich seine Rechtsanwältin anschreibt und sagt, dass er ab 1.4.15 Besitzer war und vorher mit den Rechnungen nichts zu tun hat. sie als Rechtsanwältin nimmt nicht den Juli 15.

Kann ich das Geld dann vom Eigentümer wieder zurückholen? Wenn ich nicht im Besitz der wohnung war, kann ich auch kein Rohr verstopfen.

Kommentar von 2016Frank ,

"Besitzer" ist, wer die tatsächliche Gewalt über eine Sache hat. "Eigentümer" ist derjenige, dem die Sache gehört. Bis zur Umschreibung warst Du rechtlich gesehen der "Eigentümer", jedoch seit Schlüsselübergabe nicht mehr der Besitzer.

Warum die Übertragung erst so spät durchgeführt wurde, kannst nur Du wissen und ob die Ausgestaltung des Kaufvertrages eine spezielle Klausel enthielt, die den neuen Eigentümer dazu verpflichtete, Kosten für Reparaturen am Gemeinschafteigentum zu übernehmen, die eigentlich noch in deine Verantwortung fielen, entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis.

Ich würde empfehlen, in diesem Fall morgen einen Anwalt für Wohnungsrecht zu konsultieren.

Kommentar von lachs4709 ,

Die übertragung war deshalb so spät, da der neue et nicht rechtzeitig seinen Kaufpreis beglichen hat und ich dagegen klagen musste.

Im notarvertrag ist aber die besitzuebergabe geregelt, dass die Kosten die laufend entstehen zeitanteilig abgerechnet werden und die anderen nach zeitpunkt ihres Entstehens. Es steht nicht, dass die Kosten vom et zu tragen sind bis die Einschreibung im Grundbuch erfolgt.

Dann koennte ja der neue et einfach 10 Jahre lang nicht bezahlen.

Kommentar von lachs4709 ,

Natürlich hatte ich den Verwalter informiert. ich hatte ihn sogar informiert, dass ich beim RA bin und den kaufvertrag wieder rückgängig mache wenn er das geld nicht bezahlt.

Kommentar von lachs4709 ,

Da braucht ja nur einer seinen Kaufpreis der wohnung ein halbes Jahr später bezahlen und wenn dann eine rohrexplosion ist und das halbe haus bricht zusammen und kostet 100.000 Euro dann brauche ich doch keine Wohnung mehr verkaufen. Braucht nur der Erwerber spät bezahlen, was er in meinem Fall auch gemacht hat. Hätte er rechtzeitig bezahlt hätter er die Rohrverstopfung tragen müssen.

Kann ich das Geld vom Eigentümer wieder zurückholen und muss es zuerst dem Verwalter bezahlen.

Das verstehe ich nämlich nicht. Ich schreibe mir die Finger wund aber niemand kann hier antworten.

Kommentar von 2016Frank ,

Du schließt einen Vertrag, den Du scheinbar nicht einmal selber in aller Konsequenz beurteilen kannst, aber erwartest dies von uns? Wir können Dir nur Hilfestellung geben, in welche Richtung es sich entwickeln könnte oder was eventuell berücksichtigt werden müsste.

Eine Frage in einem freien Forum kann niemals einen solchen Fall in jeder Einzelheit beurteilen. Dafür musst Du rechtlichen Beistand in Anspruch nehmen.

Kommentar von lachs4709 ,

Nachfolgendes wurde im Kaufvertrag geregelt. Wie kann ich das jetzt auf meinen SV interpretieren?

"Mit der Besitzübergabe tritt der Erwerber in die Rechte und
Pflichten aus der Wohnungseigentümergemeinschaft ein, so wie sich diese aus der Teilungserklärung, nebst Beschlüssen der Wohnungseigentümerversammlung, dem
Verwaltervertrag sowie nach dem Gesetz ergeben.

Der Notar hat darauf hingewiesen, das seither gefasste
Beschlüsse auch für und gegen den Erwerber wirken. Erfolgt die Abrechnung zu einem anderen Stichtag als dem Tag der Besitzübergabe werden laufende Kosten zeitanteilig und andere entsprechend dem Zeitpunkt des tatsächlichen Anfalls zwischen Erwerber und Veräußerer aufgeteilt."

Kommentar von 2016Frank ,

Das hört sich für mich nach einer, für Dich in diesem Fall, sehr guten Vertragsklausel an. Du darfst damit:

1.:  Den Verwalter darüber informieren, dass er sich bitteschön mit seiner Forderung an den neuen Eigentümer zu wenden hat, da Du mit dem Verwalter in keinerlei Vertragsverhältnis mehr seit dem 1.4.2015 stehst.

2.: Muss der neue Eigentümer es sich gefallen lassen, dass die Beseitigung der Verstopfung zu seinen Lasten geht, da dies nach der Besitzübergabe war. Für Kosten vor dem 1.4.2015 musst Du allerdings gradestehen.

Glückwunsch!

Kommentar von lachs4709 ,

So hätte ich das jetzt auch gesehen. Aber was ist wenn sich aus der Abrechnung von 2014 noch ein Guthaben ergibt? Wer bekommt das? Es werden mir nämlich die Rechnungen von angeblich 3600 Euro verschleiert und konnten erst über 500 Euro vorgelegt werden und im Wirtschaftsplan stehen auch 500 Euro - deshalb die Frage.

Kommentar von 2016Frank ,

Dazu nehme ich einfach den Passus aus dem Vertrag zu Hilfe:


"Mit der Besitzübergabe tritt der Erwerber in die Rechte und
Pflichten aus der Wohnungseigentümergemeinschaft ein, ..."

"Der Notar hat darauf hingewiesen, das seither gefasste
Beschlüsse auch für und gegen den Erwerber wirken..."

Somit sind Forderungen jeglicher Art vor der Besitzübergabe dein Anteil. Also auch Forderungen auf die Abrechnung 2014.

So sehe ich das zumindest, da dies vor der Besitzübergabe war.



Kommentar von lachs4709 ,

Jetzt ist aber das Problem, wenn man den Passusu hernimmt, dass erst am 7.4.16, also nach der Besitzübergabe und nach dem Eigentümerübergang diese Eigentümerversammlung (also 7.4.16) gemacht wurde und über zwei Hausgeldabrechnungen vom 1.7.14 bis 31.12.14 und eine über 1.1.15 bis 31.3.15 abgestimmt worden ist.

Und im Notarvertrag steht nur über seither gefasste Beschlüsse drin, die für und gegen den neuen Eigentümer wirken. 

Wie kann ich das dann verstehen?

Kommentar von 2016Frank ,

Du beginnst Dir jetzt schon wieder selber zu widersprechen. Siehe Termin "Besitzübergabe".

Deshalb macht es in meinen Augen wenig Sinn, dass Du versuchst eine Lösung, ohne Anwaltliche Hilfe in Anspruch zunehmen, zu erreichen.

Kommentar von lachs4709 ,

Also ums genau zu sagen, am 19.3.15 wurde der Notarvertrag über seither gefasste Beschlüsse unterzeichnet, die dann für und gegen den neuen Erwerber am 1.4.15 ab Besitzübergabe wirken. Jetzt war aber die Eigentümerversammlung am 7.4.16 und der Eigentumsübergang war im Juli 2015. Darf diese EV vom 7.4.16 überhaupt zu meinem Nachteil sein. Wenn der neue Eigentümer zu seinem Vorteil über meine Angelegenheiten und zu meinem Nachteil abstimmt?

Kommentar von lachs4709 ,

Soweit habe ich das jetzt auch verstanden. Problem ist aber dass die Hausgeldabrechnung falsch ist. Er hat mir da 1333 Euro von der Abrechnung 1.7.14 bis 31.12.14 aus der Rohrverstopfung reingerechnet, obwohl die Verstopfung erst 2015 war. Es waren noch andere Fehler wie MEA. Der Verwalter möchte 1300Euro von mir. Wenn ich das abziehe müsste der neue ET mir 300Euro bezahlen.

Muss ich die Hausgeldabrechnung jetzt selber korrigieren und dem ET vorlegen. Aber dann sagt er, dass er diese nicht anerkennt.

Was kann ich dann machen? Der neue ET hat zu seinen Gunsten über die Hausgeldabrechnung vom 1.7.14 bis 31.12.14 und die Abrechnung 1.1.15 bis 31.3.15 am 7.4.16 abgestimmt.

Also beide Abrechnungen wo ich noch Besitzer war. Wie kann ich jetzt an den neuen ET herantreten wenn die Abrechnungen falsch sind? 

Kommentar von lachs4709 ,

Ich konnte ja mein Stimmrecht nicht wahrnehmen und durfte es auch nicht, weil ich ja kein ET mehr war im April 2016.

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