Frage von ButchButch, 161

Darf ein Lehrer die Meinung eines Schülers beeinflussen (Bitte Details lesen)?

In Religion haben wir manchmal solche Diskussionen. Einer Gruppe wird eine Meinung zugewiesen, zu welcher sie Argumente heraussuchen muss, und der anderen halt die andere Meinung. Nach einer Zeit setzten sich "Abgeordnete" vorne hin und diskutieren mit den entgegengesetzten "Abgeordneten" ihr Thema.

Meine Frage: Darf der Lehrer die Position der Gruppen bestimmt, auch wenn einige Mitglieder diese nicht vertreten, also zum vertreten gezwungen werden?

§5 Grundgesetz und §45 Schulgesetz sagen was anderes, doch fast jeder Lehrer macht das.

Ich möchte das nur aus Interesse wissen, nicht aus Hass auf meinen Lehrer, oder weil ich die Aufgabe nicht mag!

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 23

Du legst die Meinungsfreiheit ganz schön weit aus. Zu weit. Der Art. 5 GG wird in keinster Weise durch die Schuldiskussionen beeinflusst. Es ist nicht deine Meinung, die da angetastet wird, du musst dich lediglich mit dem Thema auseinandersetzen.

Antwort
von Ifm001, 27

Es geht dabei darum, Argumente für die These zu finden. Das hat nichts damit zu tun, ob Du hinter dieser These stehst. Jedem der Zuhörer ist bekannt, dass das Gesprochene nicht deine Meinung wiederspiegeln muss. Einzige "Gefahr" ist, dass das jemand z. B. filmt und ohne den Kontext darzustellen veröffentlicht.

Später im Berufsleben wirst Du ständig auf solche Situationen treffen, in denen Du hinter Entscheidungen des Vorgesetzten stehen musst, die sich nicht mit deiner Meinung decken.

BTW: Bitte lasse die unnötigen Hinweise auf die inhaltlichen Ausführungen. Eine Überschrift enthält logischerweise keine detaillierten Informationen. Sie soll nur das Thema aufzeigen.

Antwort
von lehrerin123, 29

Ja, das darf und muss er sogar. 

Dahinter steht die geisteswissenschaftliche Methodik, die in Sachanalyse, Sach- und Werturteil trennt. 

Ihr müsst euch notwendigerweise erst mit allen denkbaren Ansätzen/Standpunkten zum Thema vertraut machen, bevor ihr zu einem (subjektiven) Werturteil kommen dürft - und könnt.

Gegenfrage: Wie kann man sich denn VOR der Diskussion sicher sein, welchen Standpunkt man einnimmt? Da kann man eine Meinung haben, aber sicher keinen differenzierten Standpunkt im Sinne einer Beurteilung und reflektierten Bewertung.

Gerade deshalb ist der richtige Weg zur Erkenntnis eben der oben genannte: Sachanalyse - Sachurteil - und erst ganz am Ende das Werturteil.

Antwort
von ShinyShadow, 59

Er zwingt dich ja nicht, diese Meinung anzunehmen. Du musst lediglich im Unterricht dafür argumentieren...

Das hat ja auch nicht den Sinn, dass du die Meinung haben musst, sondern dass man argumentieren lernt! Und es ist nunmal schwierig zu argumentieren, wenn alle die gleiche Meinung haben ;)

Antwort
von Hexe121967, 59

der lehrer stellt eine aufgabe:  personen 1,2 und 3 vertreten die meinung x  und die personen 4, 5 und 6 vertreten die meinung y.  jetzt sollen beide gruppe argumente raussuchen und diese vortragen.   

wo bitteschön werden dort schüler beeinflusst?  im fordergrund steht eigentlich die recherche nach argumenten und die debatte mit der gegenpartei.

Antwort
von celaenasardotin, 27

Das sind ganz normale Debatten , die du im Unterricht führen musst. Du wirst ja nicht gezwungen das zu denken , am ende kamst du rausgeben jnd immernoch deine eigene Meinung haben. Aber du wirst auch später im Beruf mal etwas machen müssen , was du selbst anders handhaben würdest , das ist eben so

Antwort
von tryanswer, 43

Natürlich darf er das. Es geht bei der Übung darum zu argumentieren, die Meinung spielt dabei keine Rolle. Aber gerade wenn Schüler eine andere, als ihre eigene Meinung vertreten, lernen sie zusätzlich neue Perspektiven kennen, so haben sie die Möglichkeit ihren Horizont zu erweitern.

Antwort
von Everklever, 30

Nun tu mal nicht so, als ob ihr einer Gehirnwäsche unterzogen werdet. Ihr sollt doch nur lernen, euch in das Denken Anderer hinein zu versetzen und kontrovers zu diskutieren. Auch später im Leben wirst du unter Umständen Positionen vertreten müssen, die mit deiner Privatmeinung nicht übereinstimmen, aber sachlich und inhaltlich richtig und wichtig sind.

Wieso probiert ihr bei einer sinnvollen Schulaufgabe gleich einen solchen Zwergenaufstand?

Antwort
von Squashteufel89, 56

Natürlich darf der Lehrer das. Ich weiß nicht, wie du überhaupt darauf kommst, Paragraph 5 GG hätte damit irgendwas zu tun. Deine EIGENE Meinung spielt bei so einer Übung überhaupt keine Rolle. Ziel des ganzen ist sich in vorgegebene Positionen und Denkmuster einzufinden, um diese dann im Rahmen der Podiumsdiskussion mit anderen Teilnehmern zu erörtern. Welche Meinung du privat vertrittst spielt zur ordnungsgemäßen Durchführung der Aufgabe keine Rolle. Die Lehrkraft kommt zudem durch die Förderung des Eindenkens in andere Religionen seinem Bildungsauftrag nach. Wo liegt dein Problem?

Antwort
von Blacklight030, 42

Im Sinne eines Rollenspiels schon

Antwort
von chrisi04051998, 67

Normalerweise nicht wenn es z.B. zwei gruppen gibt eine ja die andere nein und du für ja bist aber sie/er dir nein zuweisen musst du es normal nicht machen und kannst dich "beschweren"

Kommentar von Everklever ,

musst du es normal nicht machen und kannst dich "beschweren"

Klar. Anzeigen, verklagen, Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht. Der Lehrer wird natürlich umgehend aus dem Schuldienst entfernt und die Schule muss Schmerzensgeld zahlen.

Kommentar von chrisi04051998 ,

Ich glaube sie haben es misverstanden bzw ich habe es zu schwach ausgedrückt ich meinte damit das er/sie sagen kann nein ich will ins andere "team" 

Kommentar von gerolsteiner06 ,

Quatsch, es geht doch heir um eine Übung um zu lernen sachliche Argumente zu erarbeiten.

Antwort
von gerolsteiner06, 25

Darum soll es ja wohl gerade bei dieser Übung gehen. Du sollst lernen, Dich mit einer Position auseinanderzusetzen, die nicht Deine Meinung darstellst.

Das zu argumentieren was man sowieso schon meint ist leicht, aber die Gegenmeinung zu vertreten öffnet das Blickfeld und übt Tolerenz.

Antwort
von ErsterSchnee, 49

Ja, der Lehrer darf das. Und was noch viel besser ist - der Schüler hat sogar das RECHT, sich daran zu halten (nicht nur die Pflicht...)!

Erklär mir doch mal bitte, warum das Deiner Meinung nach den angegebenen Gesetzen widerspricht.


Kommentar von ButchButch ,

Auf welcher Grundlage? Musst jetzt den Paragraphen nicht schreiben, aber welche Grundlage?

Kommentar von ErsterSchnee ,

Weil es keinem Gesetz widerspricht!

Kommentar von ButchButch ,

Hast recht, man kann seine Meinung ja immer noch äußern.

Antwort
von Teebe, 41

In dieser Aufgabe seid ihr ja nicht wirklich "IHR". Es ist ein Rollenspiel. Du spielst jemanden der eine bestimmte Meinung vertritt. Wenn du aus dem Unterricht raus bist, musst diese Meinung ja nicht mehr vertreten, also chill mal :D

Antwort
von steinpilzchen, 70

Ja du kannst ja trotzdem anderer Meinung bleiben nur die Aufforderung sich auch mal mit drr andeten seite zu beschäftigen ist keine beeinflussen ung.

Antwort
von KyloRen16, 76

Also ich finde das i.O..
Der Lehrer will nur, dass ich lernt mit Quellen zu arbeiten und zu argumentieren.

Kommentar von ButchButch ,

Ich will doch nur die Rechtliche Grundlage klähren

Kommentar von gerolsteiner06 ,

welche rechtliche Grundlage ?

Du wirst doch nicht gezwungen eine andere Meinung anzunehmen, nur weil Dich Dich objektiv mit den Argumenten auseinander setzen sollst.

Kommentar von KyloRen16 ,

Ja er sagt ja nicht: "GLAUB JETZT AN DAS!!!" Er will lediglich dass du dich mit der Quelle auseinander setzt

Antwort
von Herpor, 4

Dafür gehst du doch in die Schule.

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