Frage von lumpina268, 83

Darf ein Inkasso Unternehmen bei Abschluss eines Ratenzahlungsplanes eine Gebühr für die Einigung verlangen die ca. 90% der Gesamtforderung entspricht?

Ich wollte mit einem Inkasso Unternehmen eine Ratenzahlung vereinbaren. Diese schickten mir einen Brief, bei dem ich mich bereit erklären sollte durch meine Unterschrift zu bestätigen oder mich zu verpflichten nicht nur die Gesamtforderung von 110 Euro in Raten zu begleichen, wozu ich auch selbstverständlich bereit bin, sondern auch noch 97 Euro für die Vereinbarung, weitere Verzugszinsen, sowie weitere entstehende Kosten der Rechtsverfolgung. Das entspricht ja fast der Gesamtforderung. Ist diese Gebühr gerechtfertigt? MfG

Antwort
von kevin1905, 73

Ich wollte mit einem Inkasso Unternehmen eine Ratenzahlung vereinbaren.

Genau da liegt das Problem. Mit Inkassobüros sollte man an sich nicht kommunizieren und schon gar keine Vereinbarungen treffen. Dies führt dazu, dass man sich dumm und dämlich zahlt an nicht durchsetzbaren Gebühren.

Also lass die Ratenzahlung sein und zahl die Hauptforderung zzgl. Zinsen direkt an den Gläubiger (ggf. noch Mahngebühren von 2,50 € pro Brief oben drauf). Damit wärst du aus dem Schneider. Das Inkassobüro wird dann zwar rumheulen (Bettelbriefe) wie ein kleines Kind, dem die Eistüte runtergefallen ist aber das ist deren Problem.

Kommentar von lumpina268 ,

Die Hauptforderung sind 5,97 €, die 110 Euro will das Inkasso Büro nun haben + 97 Euro für die Ratenzahlungsvereinbarung ;) 

Kommentar von kevin1905 ,

Geh vor wie ich gesagt habe. Hauptforderung zzgl. Zinsen und pro Mahnbrief 2,50 €.

Kommentar von mepeisen ,

Nur Interesse halber: Wie genau werden denn die über 105€ Gebühren bereits begründet? Das ist nämlich bereits vollkommen überzogener Mist. Ansonsten stimme ich Kevin zu.

Sobald du bezahlt hast, schicke dem Inkasso folgendes per Brief "Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Weitere Bettelbriefe werde ich nicht beantworten. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Einem Mahnbescheid werde ich widersprechen."

Kommentar von lumpina268 ,

Kann man hier Bilder rein setzen? Dann würde ich die dübiosen Auflistungen mal posten

Antwort
von Jewi14, 83

Ein weiteres Beispiel, dass alle und ohne jede Ausnahme Inkassobüros unseriös sind und sind hart der Illegalität bewegen!

Solche Gebühren sind verhandelbar, aber in deinem Fall würde ich selbstverständlich das niemals akzeptieren. Ich gehe sogar soweit, dass ich die Höhe als sittenwidrig ansehe. Eine Gebühr, die genauso hoch ist wie die Forderung, ist für mich eindeutig sittenwidrig und dürfte kaum vor Gericht durchkommen.

Ich würde diesen Abzocker genau das schreiben: Du lehnst die Gebühr ab, da du sich als sittenwidrig ansiehst.

Kommentar von mepeisen ,

Dummerweise orientieren sich die Gebühren am RVG. Und in diesen ist die unterste Kategorie nun mal der Streitwert von 0-500€. Ob da dann nur 1€ Schuld ist oder 499€ hat auf die Gebühr keine Auswirkung.

In allem anderen gebe ich dir Recht :-)

Kommentar von Jewi14 ,

Dummerweise hat ein Gericht geurteilt, dass sich diese Abzocker nicht an die RVG halten müssen. Heißt also, Fantasie-Gebühren sind erlaubt. Die RVG gilt für Anwälte, nicht für Inkassoabzocker, die absurde Meinung des Gerichts.

Kommentar von mepeisen ,

Dummerweise hat ein Gericht geurteilt, dass sich diese Abzocker nicht an die RVG halten müssen

Sorry, dich so direkt zu fragen, aber wo hast du denn diesen Schwachsinn her? Die sind kraft Gesetzes gezwungen, sich ans RVG zu halten (Siehe §4 RDGEG). Alles andere wäre ein Gesetzesbruch und streng genommen sogar eine Gefahr für die Lizenz. Wenn wirklich ein Richter in den letzten 10 Jahren so etwas geurteilt hätte, würde ich dem per Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht (grob falsche Rechtsansicht) und per Dienstaufsichtsbeschwerde die Hammelbeine langziehen.

Das Einzige Problem, was hier herrscht ist die lasche Konsequenz. Die Staatsanwaltschaften und Aufsichtsgerichte stellen sich hin und rügen das bestenfalls, wenn frei erfundene Kosten kommen. Da drohen dem Inkasso nie beispielsweise strafrechtliche Konsequenzen. Das sei ja nur eine Rechtsmeinung, die zwar falsch sei, aber das Vertreten dieser Rechtsmeinung erfülle keine Straftatbestände...

Antwort
von franneck1989, 79

Ich wollte mit einem Inkasso Unternehmen eine Ratenzahlung vereinbaren.

Blöde Idee, die du lieber gleich wieder vergisst.

Ist diese Gebühr gerechtfertigt?

Ja, das Vereinbaren einer Ratenzahlung ist ein separater Vertrag und den lässt sich solch ein Unternehmen natürlich fürstlich bezahlen.

Wie du siehst, ist das absolut unsinnig

Bezahle lieber direkt an den Gläubiger. Am besten gibst du noch mal mehr Infos zur Forderung

Kommentar von lumpina268 ,

Die Ausgangsforderung war eingentlich ein Witz. Belief sich auf 5,97 € durch eine Internetbestellung.

Durch einen Vorfall in der Familie habe ich es total vergessen. Bekam auch keine Briefe, ich stellte im Nachhinein fest das Mahnungen per Email kamen und im Spam Ordner landeten. 

Der Erste Brief des Inkasso Unternehmens (uniscore) kam Ende September wo plötzlich mit Inkasso Kosten und Auslagen aus 5,97 Euro 110,15 wurden. Innerhalb von 03/15 bis 09/15 

20,50 für Auslagen des Gläubigers

70,20 für Verzugszinsen von 5% plus 19% Umsatzsteuer

Alles in allem 110,15... 

Nun kam das Schreiben zur Ratenzahlungsvereinbarung:

"Mit Unterzeichnung der vorliegenden Urkunde (haha lustig) erkennt der oben genannte Schuldner ausdrücklich an, dem vorbezeichneten Gläubiger eine Forderung von 110,15 zuzüglich der weiteren Verzugszinsen, den Kosten dieser Vereinabrung in Höhe von 96,39 sowie weitere entstehende Kosten der Rechtsverfolgung zu schulden." 

Schon dreist, wie ich finde. Klar bin ich bereit für meine Vergesslichkeit :) aufzukommen aber das ist ja der Hammer.

Was passiert denn wenn ich das nicht unterschreibe und ein eigenes Schreiben aufsetze, in dem ich mich bereit erkläre den geforderten Betrag in Raten zu zahlen aber dem Rest dem was die schreiben, wiederspreche oder nicht zustimme? 

Kommentar von franneck1989 ,

Mach es einfach: Überweise gerundet 10,- an den Gläubiger und ignoriere das Inkassobüro.

Fall erledigt.

Stell dich mental aber nochmal auf 2-3 böse Briefe vom Inkasso ein, die aber absolut belanglos sind

Kommentar von lumpina268 ,

Und die können mir dann nichts mehr rechtlich? Hab halt Schiss wegen Mahnbescheiden usw. Schließlich hat der Onlineversand die Forderung an dieses Inkasso Unternehmen abgetreten. 

Kommentar von franneck1989 ,

Schließlich hat der Onlineversand die Forderung an dieses Inkasso Unternehmen abgetreten.

Hat er das? Ich wette, dass das nicht der Fall ist. Denn dann hätte das Inkassobüro sich hier schlicht strafbar gemacht, wenn es Gebühren in eigener Sache einfordert. Darüber hinaus müsste das Inkassobüro auch mittels einer Abtretungsurkunde nachweisen, dass es neuer Gläubiger ist. Gibt es eine solche Urkunde? Kann ich mir nicht vorstellen, wäre auch extrem unwahrscheinlich.

Rechtlich können die dir mit dieser Vorgehensweise nichts. Zahlungen an den Gläubiger sind stets schuldbefreiend. Inkassogebühren sind gegenüber Verbrauchern schlicht nicht durchsetzbar und werden deshalb auch nicht eingeklagt. Die Drohungen werden nie umgesetzt.

Kommentar von lumpina268 ,

Also zahle ich nun, ich sage mal, 20 Euro an den Online Versand, schicke denen einen netten Brief, dass ich 14 Euro mehr überwiesen habe für deren "Unkosten und Auslagen" ^^ und das Inkasso Büro kann mich gern haben? Hatte schon mal so einen Fall da bestanden die noch auf ihre Inkasso Kosten. 

Kommentar von franneck1989 ,

10-15 Euro reichen nach deiner Schilderung vollkommen aus, je nachdem wie viele Mahnbriefe es gab. Du musst auch keinen Roman schreiben, sondern schreibst einfach im Verwendungszweck "+ Zinsen u. Porto/Mahngeb." o.ä.

Dem Inkassobüro kannst du auch noch mitteilen, dass du die Forderung bezahlt hast und deren Gebühren zurückweist.

Kommentar von lumpina268 ,

Super dankeschön, dann werde ich mein Glück mal so versuchen. :)

Kommentar von lumpina268 ,

Habe mir das erste Schreiben nochmal angesehen, da steht: 

Wir sind neuer Inhaber der oben genannten offenen Forderung, die vom benannten Ursprungsgläubiger inklusiv des Anspruches des Ersaztes des Verzugsschadens (§§ 280, 286 BGB) an uns abgetreten und verkauft wurde. Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzugs sind Sie gemäß §§ 286 ff. BGB zur Erstattung der nachfolgend entstandenen Kosten verpflichtet...

Heisst das nicht die Forderung wurde abgetreten? Sorry für die vielen Fragen ich kenne mich da null aus 

Kommentar von franneck1989 ,

Das Inkassobüro behauptet es zumindest. Falls es dazu aber keine Urkunde vorlegt, ist es auch nur eine Behauptung.

In jedem Fall würde ich jetzt aber Strafanzeige gegen das Inkasso wegen versuchten Betruges erstatten. Dazu solltest du diese Machenschaften auch noch an die zuständige Aufsicht melden. Dazu schickst du denen einen überdeutlichen Brief, dass du nach Vorlage der Abtretungsurkunde die Hauptforderung plus Zinsen und Porto überweist, weitere Gebühren sind Unfug.

Kommentar von mepeisen ,

Dann zahle ans Inkasso mit dem Verwendungszweck "Nur Hauptforderung + Briefporto + Zinsen".

Parallel dazu würde ich eine Beschwerde ans Aufsichtsgericht des Inkassos schreiben. So eine Beschwerde kostet dich nichts. Tenor der Beschwerde: "Entgegen der Rechtsprechung und Gesetzeslage verlangt das Inkasso bei einer abgetretenen Forderung Inkassogebühren und Rateneinigungsgebühren. Diese fallen aber nur für eine Rechtsdienstleistungen gegenüber dem Gläubiger an, nicht wenn das Inkasso wie hier in eigenem Namen tätig ist. Ich beantrage daher dem Inkasso ganz grundsätzlich die Lizenz zu entziehen, da es offensichtlich nicht über die gebotene Sachkenntnis und Fachkenntnis verfügt, Rechtsdienstleistungen zu erbringen. Des Weiteren ersuche ich das Gericht, von Amts wegen dem Verdacht des gewerblichen Betruges durch Abgabe an die zuständige Staatsanwaltschaft nachzugehen."

Was man dem Inkasso schreiben kann, habe ich in Kevins Antwort schon ergänzt.

Kommentar von lumpina268 ,

Ihr seit allesamt spitze... Ich wäre so doof gewesen und hätte das stillschweigend bezahlt.

Kommentar von franneck1989 ,

Hier findest du das zuständige Aufsichtsgericht, bei dem du dich beschweren kannst:

http://www.rechtsdienstleistungsregister.de/index.php?button=Registrierungen%20s...

Name/Firma eintragen, Häkchen bei "Inkassodienstleistungen" setzen

Kommentar von lumpina268 ,
Kommentar von lumpina268 ,
Kommentar von kevin1905 ,

Da oben steht:

"Wir sind neuer Inhaber..."

Da hat sich dann wohl jemand strafbar gemacht.

Kommentar von lumpina268 ,

Und was heißt das jetzt für mich? 

Kommentar von mepeisen ,

Bezahle die Hauptforderung, Zinsen und großzügige 2,50€ für Briefporto. Im Verwendungszweck schreibst du "Nur HF + Briefporto + Zinsen".

Dann wie von mir empfohlen einen Brief ans Inkasso und einen ans Aufsichtsgericht mit der entsprechenden Beschwerde.

Kommentar von Geheim0815 ,

Was passiert denn wenn ich das nicht unterschreibe und ein eigenes Schreiben aufsetze, in dem ich mich bereit erkläre den geforderten Betrag in Raten zu zahlen aber dem Rest dem was die schreiben, wiederspreche oder nicht zustimme?

Sie können es akzeptieren oder eben nicht.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Wenn die neuer Forderungsinhaber sind dürfen die ohnehn keine Gebühren verlangen

Antwort
von EXInkassoMA, 26

Nur wenn Du diese Kosten anerkennst mit Deinem "Autogramm"

Antwort
von Schnoofy, 78

Im Internet habe ich auf die Schnelle dies hier gefunden:

http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht...

Vielleicht hilft dir das weiter.

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