Darf ein Hund in solch einer Situation beißen um sich zu wehren?

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17 Antworten

Hallo,

die rechtliche Lage in so einem Fall ist gar nicht so einfach zu beantworten, bei einem entsprechenden Rechtsstreit würden viele Faktoren eine Rolle spielen - es sind immer Einzelfallentscheidungen.

Es spielt zudem schon eine sehr große Rolle, ob sich jemand "nur"
unbefugt auf einem u.U. nicht sonderlich gesicherten Grundstück bewegt,
oder sich den Hund tatsächlich schnappt, oder ob eine Person in ein
unverschlossenes Haus einbricht oder in ein verschlossenes Haus ....

Die Rechtsprechung urteilt hier situationsabhängig.

Einmal gilt ja in D die Gefährdungshaftung, die unabhängig vom Verschulden des Geschädigten, immer die Haftung beim Hundehalter sieht, dann wiederum gibt es gesetzliche Regelungen, dass man einen Schadenersatzanspruch verliert oder weitgehend verliert, wenn man sich bewusst in eine Gefahr begibt.

Diese sich widersprechenden Regelungen muss das Gericht bei jedem Einzelfall also gegeneinander abwägen.

Allerdings denke ich, dass ein Einbrecher, der einen Hund stehlen will und von diesem gebissen wird, sicher keinen Anspruch auf Schadenersatz erheben wird und sich dadurch ja selbst mehrerer Straftaten (Hausfriedensbruch oder Einbruch, Diebstahl etc.) bezichtigen muss.

Und freu dich, wenn der Hund sich dann wehrt - dann wird er wenigstens nicht geklaut! Entsetzlich der Gedanke, dass der geliebte Hund gestohlen und irgendwohin verkauft wird .....

Gutes Gelingen

Daniela

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schwierig das zu beantworten. ein Hund beisst nur dann, wenn er bedroht fühlt.  kommt immer darauf an, wie der Bösewicht mit dem Hund umgeht. wenn es herausstellt, das der Hund aus Notwehr gebissen hat, ist herrchen fein raus.

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wer lässt seinen hund ohne aufsicht in den garten, wenn der garten nicht ausreichend gesichert ist???das ist schon arg leichtsinnig. wenn jemand auf unser grundstück kommt hat er es erst mit mir zu tun, bevor er an meinen hund kommt. und das wird schon reichen. ich beisse nämlich auch zu...
anzeige wegen hausfriedensbruch und versuchtem diebstahl inklusive.

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Jeder Mensch, der widerrechtlich einen Hund berührt, nimmt billigend in Kauf gebissen zu werden.

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Kommentar von wotan0000
16.05.2016, 15:48

Dann frage ich mich warum die Halterhaftpflicht für das Beissen bezahlen muss

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Kommentar von HalloRossi
16.05.2016, 15:54

Oh no! Rechtlich wird das aber mal ganz anders gesehen!

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Hallo!

Selbst wenn der Hund einen Einbrecher gebissen hat, könnte dieser streng genommen Schadensersatz verlangen bzw. den Eigentümer des Hundes auf Schmerzensgeld verklagen. Hundebisse sind immer sehr grenzwertig & im Zweifel steht das Recht immer auf Kosten derjenigen, die verletzt worden sind!

Davon abgesehen würde ich einen Hund so abrichten, dass er von Fremden nix nimmt & ihn schon gar nicht ohne Aufsicht irgendwo herumlaufen lassen.. selbst auf dem privaten Grundstück. 

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Kommentar von xAdmiralAckbarx
16.05.2016, 16:45

Der BGH hat bereits entschieden, dass es nicht zulässig ist, dass der Geschädigte jemanden in Anspruch nehmen kann, wenn er sich bewusst in eine Situation drohender Eigengefährdung begeben hat.

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Das gilt wie bei der NOTWEHR für MENSCHEN!

Wenn Gefahr eines Straftatsbestandes steht darf der auch mal SCHNAPPI SCHNAPPI MACHEN :D

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1. der Einbrecher/ Dieb bekommt Ärger/ Strafe wegen Einbruch und versuchten Diebstahl 2. Der Hund bekommt Auflagen wegen beißen

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Kommentar von xAdmiralAckbarx
16.05.2016, 16:46

Das ist so nicht gesagt. Nur wenn begründeter Zweifel besteht, können Maßnahmen ergriffen werden.. 

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Kommentar von HalloRossi
16.05.2016, 17:41

Der Hund muss aber mindestens einmal vorgestellt werden. Der TS vergisst hier, dass es sich um zwei rechtlich völlig unterschiedliche Themen handelt, die auch vor jedem Gericht getrennt bewertet werden würden. Stellt sich bei der Vorstellung des Hundes heraus, dass dieser völlig gutmütig und lieb ist, kann es aber trotzdem sein, dass ein Verwarngeld oder ein Wesenstest nötig ist. Wenn ich einen Einbrecher erschließe, selbst wenn ich Angst hatte, komme ich auch nicht straffrei davon!

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Kommentar von HalloRossi
16.05.2016, 17:42

" erschiesse

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Die Frage ist wirklich sehr gut. Also für mein Verständnis völlig legitim wenn der Hund sich wehrt. Zudem ist es Entführung von Lebewesen(Tiere gelten endlich seid Neuestem nicht mehr als Sache) ,Einbruch,Hausfriedensbruch und evtl Körperverletzung,wenn das Tier mit Gewald gestohlen wird und das ist ja dann ´wohl der Fall,wenn der Hund aus Angst schon um sich beisst. Mich würde jetzt auch wirklich Expertenrat dazu interessieren....kann spannend werden .......

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Das einzige was in dem beschriebenen Fall passieren kann ist dass das Ordnungsamt die ganze Sache prüfen wird. Nur wenn begründete Zweifel an der Darstellung bestehen können Maßnahmen ergriffen werden. Zum Beispiel ein Wesenstest angesetzt werden. Aber gegen jeden behördlichen Verwaltungsakt kann man sich wehren. 

Wenn sich das genau so abspielt hat aber in der Regel weder der Halter noch der Hund etwas zu befürchten.. 

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Kommentar von xAdmiralAckbarx
16.05.2016, 16:59

Bezüglich von Schadensersatz hat sich der BGH mit Urteil vom 20.12.2005 klar geäußert. Dort heißt es:

Grundlage eines solchen Haftungsausschlusses ist der Grundsatz von Treu und Glauben und das sich hieraus ergebende Verbot widersprüchlichen Verhaltens ("venire contra factum proprium"). Hiernach ist es nicht zulässig, dass der Geschädigte den beklagten Schädiger in Anspruch nimmt, wenn er sich bewusst in eine Situation drohender Eigengefährdung begeben hat. Nur bei derartiger Gefahrexponierung kann von einer bewussten Risikoübernahme mit der Folge eines vollständigen Haftungsausschlusses für den Schädiger ausgegangen werden

Weiter heißt es:

Danach kann der Umstand, dass sich der Geschädigte der Gefahr selbst ausgesetzt hat, regelmäßig erst bei der Abwägung der Verursachungs- und Verschuldensanteile nach § 254 BGB Berücksichtigung finden und übrigens auch hier im Ergebnis dazu führen, dass der Verursachungsbeitrag des Tierhalters völlig zurücktritt. Doch sind auch Sachverhalte denkbar, bei denen die Tierhalterhaftung bereits im Anwendungsbereich ausgeschlossen ist, weil deren Geltendmachung gegen Treu und Glauben verstieße

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Der Hundedieb begibt sich aus eigenen Entschuss in diese Gefahr und muss sich die Folgen selbst anrechnen lassen. Eine Schadensregelung erfolgt auf der Grundlage des § 254 BGB. D.h. er hat keinen Anspruch auf Schadenersatz oder Schmerzensgeld.

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Eigentlich sollte der Hund dann zubeißen, da es ja versuchter Diebstahl ist. Aber in Deutschland kannst du dir sicher sein, dass du dem Dieb dann Schmerzensgeld zahlen musst, wenn du nicht beweisen kannst, dass er ihn stehlen wollte ;) Da musst du erst 30 min auf die Polizei warten, die dann mit dem Finger wedeln und dann ist gut.

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Kommentar von xAdmiralAckbarx
16.05.2016, 16:49

Über Schadensersatz ist hier nix zu machen. Der BGH hat bereits entschieden, dass es nicht zulässig ist, dass der Geschädigte jemanden in Anspruch nehmen kann, wenn er sich bewusst in eine Situation drohender Eigengefährdung begeben hat.

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das kommt denke ich drauf an, wo genau der hund sich unangeleint/unbeaufsichtigt befindet. also ob um den garten ein geschlossener zaun o. ä. ist, den der hund nicht überwinden kann, oder ob der garten frei zugänglich ist. wenn er frei zugänglich ist und der hund frei herumläuft, dann hast definitiv du und dein hund den kürzeren gezogen. wenn dein grundstück aber für fremde nicht einfach zugänglich ist und der hund nicht weglaufen kann, dann hat der dieb den kürzeren gezogen, da er ja offensichtlich in dein grundstück eingedrungen ist.
wäre zumindest meine logik :)

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Kommentar von 1Woodkid
16.05.2016, 14:57

Meine auch.........

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Wäre mir neu, das sich Entführungsopfer nicht wehren dürfen, gilt auch für Hunde.

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es gibt viele gruende einen hund nicht alleine und unbeobachtet im garten/hof zu lassen..

-dass er belaestigt werden koennte ist einer

- dass ein schoner hudn gestoheln wrden koennte ist auch einer..

auch wenn ein nichtbefugter oder ein dieb , dasa anosesen bstritt, steht ihm zum beiispiel schadensersatz zu wenn er gebissen wird. ein hundehalter steht dafuer ein, dass sein hund niemanden schaedigt -das wird auch nicht durch einbrauch oder bedrohung ausser kraft gesetzt!

im einzelfall mag es ausnahmen dazu geben!

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zum einen sollte ein Hund so erzogen sein, dass er weder Futter von Fremden nimmt, noch mit Fremden mit geht. Da fängt die Prävention an.

Auch ein Hund darf sich wehren, was natürlich einfacher zu beweisen ist, wenn der Hund auf dem eigenen Privatgrundstück sich aufhält, als wenn das in der Öffentlichkeit passiert

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Nein hund darf selbst da nicht beißen. Der gebissen könnte schadensersatz stellen...

Er darf auch kein Einbrecher auf seinem eigenen Grundstück beißen, der einbrecher könnte im Fall eines biss schnerzensgeld verlangen.

Meine Hunde dürfen nie ohne Aufsicht in den Garten...

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Kommentar von Grautvornix
16.05.2016, 15:05

Das bedeutet dann das ein Hund sich alles gefallen lassen muß?

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Kommentar von xAdmiralAckbarx
16.05.2016, 16:39

Die Aussage ist leider FALSCH! Das Begehren nach Schadensersatz wäre in diesem Fall absolut unzulässig. Der BGH hat bereits entschieden, dass es nicht zulässig ist, dass der Geschädigte jemanden in Anspruch nehmen kann, wenn er sich bewusst in eine Situation drohender Eigengefährdung begeben hat. Mit anderen Worten: "Berufsrisiko!"

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Kommentar von furbo
16.05.2016, 17:18

Denke ich nicht. Die Tierhalterhaftung (eine Gefährdungshaftung) nach § 833 BGB tritt hinter dem § 254 BGB zurück. 

Salopp gesagt: wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

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Grundsätzlich haftet der Halter des Hundes. § 833 BGB

Wenn sich der Dieb  bewusst in eine Situation  mit drohender Eigengefährdung begibt, muss er auch damit rechnen das er gebissen wird. § 254 BGB 

Dazu ein interessantes Urteil:

VI ZR 225/04 

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Kommentar von furbo
16.05.2016, 17:27

Dazu ein interessantes Urteil: 

VI ZR 225/04 

Richtig, es ist ein interessantes Urteil - bei dem die Klage zurück zur Neuverhandlung verwiesen wurde.

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