Darf ein Homöopath so viel abrechnen?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Der Homöopath kann verlangen, was er will. Er ist ja kein Arzt und unterliegt nicht der Gebührenordnung für Ärzte.

Eine Diagnose kannst du nicht verlangen, Homöopathen stellen keine Diagnosen sondern behandeln "Krankheitsbilder" mit Betonung auf Bilder. Sie machen sich ein Bild aufgrund der Anamnese, ohne Absicherung durch diagnostische Methoden.

Mir wären 160 Euro für ein bisschen Zucker auch zuviel. Aber vielleicht denkt sich der Homöopath, wenn du richtig viel Geld bezahlst, glaubst du stärker daran und dann wirkt das Placebo auch besser.

Übrigens schreiben Heilpraktiker auch keine Rezepte, das dürfen sie nämlich nicht. Globuli sind ja nicht verschreibungspflichtig, die kannst du einfach so kaufen. Das, was du vom Heilpraktiker bekommst, ist nur eine Empfehlung, auch wenn es aussieht wie ein Rezept. Es gehört zur Placebowirkung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich bin kein Jurist und kann daher auch keine juristischen Ratschläge erteilen - aber folgende Ausarbeitung des Bund Klassischer Homöopathen Deutschlands zur Rechtslage erscheint mir in dem Zusammenhang durchaus interessant:

http://www.bkhd-zweckbetrieb.de/webyep-system/daten/userfiles/files/QBKHD-Verordnung-Abgabe-Vorratshaltung-Herstellung-Arzneimittel-2014.pdf

Die Abgabe von Arzneimitteln (Inverkehrbringen), wozu nach der Definition des § 4 Abs. 17 des AMG das Vorrätighalten zum Verkauf oder zu sonstiger Abgabe, das Feilhalten, das Feilbieten und die Abgabe an andere gehören, ist wie die Anwendung (siehe unten unter dem Abschnitt „Vorrätighalten von Arzneimitteln“) für den Heilpraktiker und den Arzt verboten....

Eine Abgabe von Globuli etc. an den Patienten ist arzneimittelrechtlich nicht möglich. ...

Dein Homöopath darf zwar homöopathische Mittel herstellen (wenn er Arzt oder Heilpraktiker ist) - und diese (oder auch andere Globuli) in seiner Praxis auch verabreichen - aber auf dem Postweg solche Mittel vertreiben (ob nun kostenlos oder nicht) darf er nicht, da es sich um apothekenpflichtige Mittel handelt.

Ich würde schauen, dass ich von dem Homöpathen eine schriftliche Rechnung bekomme aus der hervorgeht, dass er dir einen Betrag X für die zugesandten Mittel verlangt - und ihm danach obigen Link unter die Nase reiben.....

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ein Heilpraktiker darf keine Arzneimittel verkaufen. Ansonsten bräuchte er eine Zulassung als Apotheker oder als Arzneimittelhersteller. Arzneimittel dürfen rechtlich nur abgegeben werden wenn sie direkt in der Praxis verabreicht werden. Wen es tatsächlich so abgelaufen ist dann handelt es sich um einen Sconischarlatan. Ferndiagnosen sind auch nicht erlaubt auch nicht am Telefon. Telefonische Beratung ist nur zulässig wenn man den Patienten schon persönlich kennt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo spongilein,

willkommen auf dem Boden der Tatsachen...

Du kannst immer versuchen, dort anzurufen, darauf hinweisen, dass Du die Globuli/Tropfen nicht haben möchtest und sie ungeöffnet zurückschickst.

Dann siehst Du schon, wie er reagiert.

Es dürfte, nachdem Ihr Euch aber auf ein telefonisches Beratungsgespräch geeinigt hattet, sehr, sehr schwer werden, gerichtlich zu belegen, dass Du der Lieferung der "Arzneien" im Rahmen dieses Gespräches nicht zugestimmt hast.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass Dein Homöopath (verstehe ich das richtig: Es war ein Heilpraktiker?) vor Gericht belegen kann, dass der Preis keineswegs "überteuert" ist - jedenfalls dann, wenn es sich um handgefertigte Hochpotenzen handelt.

Eine nach HAB hergestellte C200 oder höher  (oder 4 oder 5 C30) braucht Stunden in der Herstellung, die dann abgerechnet werden. Ob er sie nach HAB hergestellt hat, kann freilich nicht überprüft werden, ab der C12 sind alle Homöopathika vollkommen gleich, eine Qualitätskontrolle, ob Du überhaupt bekommen hast, was auf der Packung steht, ist in der Homöopathie grundsätzlich nicht möglich.

Kurz:

Es handelt sich schon um ein unlauter wirkendes Geschäftsmodell - aber an dem Zeitpunkt, als Du Dich auf das Anamnesegespräch eingelassen hast, hast Du einen Vertrag geschlossen. Es liegt also ggf. an Dir, zu belegen, dass das Zusenden der Globuli nicht Teil des Vertrages war - und das ist bei einer mündlichen Übereinkunft schwierig.

Du kannst es wie gesagt gütlich versuchen oder Dich von einem Anwalt beraten lassen - große Chancen gebe ich Dir nicht.

Vielleicht tröstet es Dich, dass andere Patienten noch erheblich mehr Geld bei ähnlich dubiosen Verträgen verloren haben - und zum Teil zusätzlich auch noch schädliche Behandlungen ertragen mussten.

Ich rate daher

  • zum Kauf des Buches "Der große Bluff" von Theodor Much,
  • das als Lehrgeld verbuchen, mich künftig von Scheinmedizin fern zu halten
  • Dich zu freuen, dass Du nur etwas Geld verloren hast.

Grüße

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

So viel habe ich noch nie für eine homöopathische Behandlung ausgeben müssen. 

Ich finde das aber nicht nur nicht irrsinnig teuer, das ganze Procedere scheint mir überaus fragwürdig! 

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du langfristig einen faireren und fähigen Homöopathen ausfindig machen kannst. Gerade bei chronischen Erkrankungen hat sich die Homöopathie sehr bewährt. 

Alles Gute Dir

☺ 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von MalNachgedacht
06.03.2016, 18:15

Gerade bei chronischen Erkrankungen hat sich die Homöopathie sehr bewährt. 

Es gibt keine einzige chronische Krankheit bei der eine homöopathische Behandlung nachweisbar bessere Erfolgsaussichten bietet als eine Behandlung mit Zuckerpillen.

Wie "bewährt" die Homöopathie bei chronischen Krankheiten ist sieht man schon daran dass Hahnemann auch nichts gegen die (damals) chronische Krankheit Syphilis ausrichten konnte...

5

Dieser Heilpraktiker hat gegen Artikel 2 - Berufspflichten der "Berufsordnung für Heilpraktiker" verstoßen.

Dort steht geschrieben:

" Der Heilpraktiker darf ... briefliche Behandlungen
(Fernbehandlung) nicht anbieten. Fernbehandlung liegt u. a. vor,
wenn der Heilpraktiker den Kranken nicht gesehen und untersucht hat
."

Es ist daher schon fraglich, ob Du überhaupt das Honorar bezahlen mußt.

Diese Frage und eine Beurteilung darüber, ob es sich bei dem Preis für die total überteuerten homöopathischen Mitteln um Wucher handelt, kann Dir die zuständige Aufsichtsbehörde, das Gesundheitsamt, beantworten.

Bei diesem Vorgehen des Heilpraktikers und der Summe, um die es sich insgesamt handelt, würde ich auf jeden Fall dort nachfragen.

Dass das Ganze alles andere als seriös ist, hast Du ja inzwischen gemerkt.

Das sollte Dir zu denken geben, ob es in Zukunft angebracht ist, sich auf solche Experimente einzulassen, zumal es sich bei Heilpraktikern um medizinische Laien handelt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Der Homöopath ist ein freier Dienstleister und darf berechnen, was er will. Die Frage ist lediglich, was genau du in Auftrag gegeben hast. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung