Frage von Barbara58, 53

Darf ein Hartz 4 Empfänger ein Obstgartengrundstück überschieben bekommen ohne dass das angerechnet wird?

Ich krieg immer so Fragen gestellt... Ein Bekannter erhält minimale Leistungen als Aufstocker (Wohngeldzuschuss). Nun will ihm sein alter Vater einen kleinen Garten überschreiben. Dieser Garten hat vielleicht einen Wert von 5.000 €, wird nie Bauland und es stehen 4 Obstbäume drauf - ohne Wasser und Strom - quasi ein eingezäuntes "Feld".Ist ein altes Erbstück. Also nicht wirklich ein geldwerter Vorteil... Wie und überhaupt wirkt sich das auf seine Bezüge aus? Bitte wirklich nur kompetente Antworten! Der Bekannte ist um die 60 und war immer selbständig und ist jetzt aus Krankheitsgründen nicht mehr so richtig arbeitsfähig - Ratschläge wie "er soll sich eine Arbeit suchen" sind kontraproduktiv!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4, 21

Wenn du von Hartz lV ( ALG - 2 ) sprichst,dann kann es sich nicht um Wohngeld handeln,dann bekommt er Leistungen vom Jobcenter gezahlt !

Würde er jetzt dieses Grundstück im Leistungsbezug bekommen und es würde verwertbar sein,dann würde dies auch vom Jobcenter gefordert,denn zur Angabe ist er verpflichtet.

Da er dieses aber nicht verkaufen will,würde ihm das Jobcenter diesen ermittelten Wert auf seine Aufstockung anrechnen und das über einen Bezugszeitraum von 6 Monaten.

Denn wenn es tatsächlich einen Wert von ca. 5000 € hätte,dann würden das geteilt durch 6 Monate ca. 833 € pro Monat machen und das wird er ja an Aufstockung nicht bekommen,wenn hier die Rede von einer geringen Aufstockung ist.

Demnach würde er dann für die nächsten 6 Monate keinen Leistungsanspruch haben und nach dieser Zeit wird das Grundstück ( einmaliges Einkommen ) zum Vermögen.

Hat er dann mit diesem Wert von 5000 € sein Schonvermögen nicht überschritten ( 150 € pro vollendetem Lebensjahr + einmalig 750 € für notwendige Anschaffungen ),dann darf zwar erneut eine Verwertung gefordert werden,diese kann er aber dann ablehnen und das hätte dann keine Auswirkung mehr auf seine Aufstockung.

Denn die Forderung würde dann nicht wirtschaftlich Sinnvoll sein,denn der Erlös würde seinem vorhandenen Schonvermögen zugerechnet und wenn das nicht überschritten wird bringt eine Verwertung nichts,weil eh nichts angerechnet werden kann.

Das ganze ändert sich aber dann wenn er später keine Leistungen mehr nach dem SGB - ll vom Jobcenter,sondern dann nach dem SGB - Xll vom Sozialamt bekommt.

Denn dann läge sein Schonvermögen für ihn alleine gerade mal bei 2600 € und er müsste alles verwerten was nicht angemessen ist,darunter würde dann auch das Grundstück zählen,so wie eine nicht selber bewohnte angemessene Immobilie und PKW - wenn man z.B. nicht Schwerbehindert ist mit Merkzeichen a G im Ausweis.

Kommentar von Barbara58 ,

Verstehe ich das richtig - er würde dann 6 Monate keinen Mietzuschuss bekommen - dann wäre der Acker in seinem "Vermögen" und würde keinen mehr interessieren - er allerdings hätte keine Wohnung mehr, weil er die Miete nicht alleine aufbringen kann?

Kommentar von isomatte ,

Wenn das Grundstück verwertbar wäre,er es aber nicht verkaufen möchten,dann wird man sicher nicht riskieren das er dann Obdachlos wird,deshalb wird man ihm dann ein zinsloses Darlehen für diesen besagten Zeitraum anbieten !

Das wird ihm dann in monatlichen Raten von seiner maßgeblichen Regelleistung abgezogen.

Kommentar von kaufi ,

@isomatte:

Was wäre, wenn der Bekannte vor dem Hartz4 dieses Grundstück bekommen hätte, wäre es dann sofort Schonvermögen ? Also Beispiel...der Bekannte wäre 40 und bekommt ein Grundstück für 6000€ und er würde einen Monat später Hartz4 beantragen. Er bekäme sein ganz normales ALG2 oder ?

Wie ist es bei Bargeld? Also wenn er 6000€ auf seinem Girokonto hätte und einen Monat später Hartz4 beantragt. Müsste er erst seine 6000€ benutzen oder bekäme er sofort monatlich sein ALG2 und könnte mit den 6000€ auf dem Girokonto machen was er will ?

Würde mich mal interessieren.

Kommentar von isomatte ,

Alles was im Monat vor der ALG - 2 Antragstellung vorhanden war ist erst einmal Vermögen und kein Einkommen !

Dann kommt es eben darauf an um was für Vermögen es sich handelt,ob es verwertbar wäre oder nicht und wie hoch das ganze sein würde.

Hätte er es also vorher schon gehabt,dann stünde einem mit 40 Jahren 150 € pro Lebensjahr zu,also 6000 € und dazu noch mal einmalig 750 € für notwendige Anschaffungen,gesamt dann 6750 €.

Wenn er sonst kein weiteres Vermögen auf dem Konto / Sparbuch hätte oder verwertbare Lebensversicherungen / Bausparverträge usw.dann würde eine Forderung zur Verwertung ja ins leere laufen,weil es dann nach einem Verkauf ja Schonvermögen bleiben würde.

Man kann auch eine selber bewohnte angemessene Immobilie haben,dass wäre dann privilegiertes Vermögen und würde nicht auf das Schonvermögen angerechnet.

Das trifft auch auf ein PKW - mit einem Zeitwert bis zu 7500 € zu.

Hat man außer den 6000 € nichts was verwertbar wäre,dann stünde einem auch ALG - 2 zu.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von wilees, 32

Du schreibst Dein Bekannter bekomme Wohngeldzuschuss - Über die ArGe oder die Wohngeldstelle. Die Voraussetzungen sind dann verschieden.

Vielleicht gehst Du mal bei Facebook in die Gruppe Dein Recht! Selbsthilfe für Recht.... Möglicherweise findest Du dort jemand, der Dir hilft.

Kommentar von Barbara58 ,

Da guck ich doch mal nach! Danke! Weil ich da schon helfen möchte... >Soviel ich weiss, kommt das Geld von der ArGe...

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