Frage von raiseg, 43

Darf ein Händler im Kundenauftrag verkaufen, wenn noch nicht einmal klar ist, wie bzw. wann er an den Brief (bei der Bank;Restschuld unterhalb Kaufpreis) kommt?

Ich habe beim Händler einen Vertrag zu einem Fahrzeugkauf im Kundenauftrag unterschrieben (Fahrzeug wurde probe gefahren, untersucht und für gut befunden), wobei erst danach klar wurde, dass der Fahrzeugbrief bei der Bank auszulösen ist. Da ich ein Fahrzeug innerhalb der nächsten Tage benötige, was ich dem Händler zuvor klar gemacht habe, stellt sich die Frage, ob ich vom Vertrag zurücktreten kann und mir ein anderes, sofort verfügbares Auto am Markt suchen kann? Oder muss ich jetzt solange warten, bis der Händler einen Weg gefunden hat den Brief ohne sein eigenes Geld (z.B. ich gehe mit zur Bank) auszulösen, da er ja ansonsten in der Gewährleistung wäre. Mir ist natürlich klar, dass ich kein Geld ohne den KFZ-Brief zahlen werde? Oder muss ich dem Händler formal eine Frist setzen, damit ich nicht ewig warten muss?

Antwort
von Lottl07, 16

Auch wenn der Verkäufer das Auto i.A. verkauft und dadurch versucht um die Gewährleistungspflicht herum zu kommen so solltest du den Händler fragen wer der Verkäufer ist und darauf achten das der Händler als Verkäufer im Vertrag steht.

Das der KFZ-Brief bei der Bank erst ausgelöst werden soll finde ich nicht gut, er müsste eigentlich bei Abschluss des Kaufvertrages vorhanden sein. Ich würde das so nicht akzeptieren und dem Händler eine Frist setzen und ihm gleich dabei mitteilen das du bei nicht Einhaltung vom Vertrag zurück trittst.

Du kaufst den Wagen ja vom Händler und nicht von der Bank.

Kommentar von raiseg ,

Danke für die Info.

Meines Wissens darf der Händler weder als Verkäufer auftreten, noch selbst den Brief auslösen, da er sonst in der Gewährleistung stünde.

Daher ist gibt es wohl nur 2 Wege, wenn ich den Brief gegen Geld haben möchte, was für mich unabdingbar ist:

1. er hat eine Vollmacht; wir gehen gemeinsam zur Bank, ich bekomme den Brief gegen Geld und er den Restbetrag, wovon er sich seine Provision nimmt und den Rest dem Verkäufer aushändigt.

2. der Verkäufer gibt mir eine Vollmacht, ich löse den Brief aus, lasse mir diesen direkt von der (Mercedes)Bank zusenden und gebe dann den Differenzbetrag dem Händler oder dem Verkäufer. Verkäufer und Händler haben ja einen Vertrag untereinander bzgl. der Provision.

Das Gesamtkonstrukt wäre sicherlich einfacher, wenn der Händler nicht dazwischen wäre:-(

Bleibt aber die Frage, ob es rechtmäßig ist ein Auto zu verkaufen bzw. zu vermitteln, ohne zu wissen, wann und wie man an den Brief herankommt?  Anbei sei angemerkt, dass ich genau dieses Auto schon gerne hätte, daher würde sich der Aufwand für mich schon lohnen.

Ich werde also schriftlich eine Frist setzen zu der ich vom Vertrag zurücktreten werde.

vielen Dank

Kommentar von Lottl07 ,

Alles gut und schön, du hast aber wenn der Händler NICHT als Verkäufer im Vertrag steht bzw er den Vertrag nicht unterschreibt keinerlei Gewährleistung. Wie du das letztendlich mit dem Brief machen willst ist natürlich deine Sache aber wenn,würde ich Punkt 1 in Betracht ziehen.

Antwort
von Havenari, 9

Vertrag ist Vertrag - der muss jetzt halt erfüllt werden. Offenbar hast du deinen Teil der vertraglichen Verpflichtungen auch noch nicht erfüllt - warum sollte der Händler bzw. Verkäufer dir zuvorkommen?

Wie der Händler an den Brief kommt, ist sein Problem und nicht deins. Du könntest ihm eine angemessene Frist zur Vertragserfüllung setzen - einen Grund für einen Rücktritt vom Vertrag sehe ich in der jetzigen Lage nicht.

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