Frage von youngnele, 90

Darf ein Fitnessstudio den Vertrag mit mir Kündigen, aufgrund von falschen Informationen Seitens des Fitnessstudio's?

Hallo liebe Community,

Ich habe mich am Sonntag in einem Fitnessstudio angemeldet, welches bis Sonntag noch mit folgenden Angebot geworben hatte:

19,95€ Pro Monat + 12,95€ nebekostenzahlung pro Quartal.

Vor Ort habe ich mir nochmal alles erklären lassen und die Mitarbeiterin erklärte mir, dass wenn man sich Sonntag + nächste Woche anmeldet würde, die Nebenkostenzahlung nur 6,00€ Im Quartal beträgt. Das Ganze hat die Mitarbeiterin auch auf dem Vertrag festgehalten (12,95€ durchgestrichen und 6,00€ draus gemacht). Sie und ich haben den Vertrag unterschrieben und damit war ich von meiner Seite aus dort angemeldet.

Plötzlich bekam ich heute einen Anruf von einer anderen Mitarbeiterin aus dem Studio die mir sagte, dass die andere Mitarbeiterin bei der ich den Vetrag unterzeichnet habe, das mit den Nebenkosten falsch verstanden haben soll. Ich solle doch bitte so schnell es geht ins Fitnessstudio kommen um den Vertrag rückgängig zu machen und die Nebenkostenzahlung auf die 12,95€ zu ändern.

Meine Frage ist nun, ob Sie das so einfach machen können, denn ich sehe nicht den Fehler bei mir, sondern bei der Mitarbeiterin?!

Außerdem ist die Änderung der Nebenkostenzahlung auch auf dem Vertrag dokumentiert und ebenfalls unterschrieben.

Wie stuft ihr so eine Situation ein. Soll ich auf dieses Angebot dennoch bestehen oder lieber nachgeben?

Ehrlich gesagt hab ich mich über dieses Angebot noch mehr gefreut, weil ich noch in der Ausbildung bin und das Geld doch nicht so Locker steckt, aber es ist auch klar, dass ich das Angebot davor mit den 12,95€ Nebenkosten ebenfalls abgeschlossen hätte. Ich finde es schade, dass der Kunde mit falschen Informationen gefüttert wird.

Ich würde mich über ein paar antworten freuen und Danke euch schonmal im Voraus.

Gruß Nele

Antwort
von kevin1905, 50

Meine Frage ist nun, ob Sie das so einfach machen können, denn ich sehe
nicht den Fehler bei mir, sondern bei der Mitarbeiterin?!

Also ich sehe hier den Vertrag durchaus zu den besagten Bedingungen geschlossen und würde einer Änderung nicht zustimmen.

Wie stuft ihr so eine Situation ein. Soll ich auf dieses Angebot dennoch bestehen oder lieber nachgeben?

Bestehe bitte darauf und sage, dass du den Vertrag sonst nicht abgeschlossen hättest und dich für den Fall, dass man dir die reudzierten Kosten im Nachhinein nicht einräumen will, den Vertrag auch nicht geschlossen hättest.

Geht hier nämlich u.U. in die Richtung einer arglistigen Täuschung.

Antwort
von SupraX, 42

Da sehe ich ehrlich gesagt keine Chance für das Studio. Der Vertrag ist wie vereinbart zustande gekommen, für eine Anfechtung fehlt die Grundlage. Da kannst du ruhig auf dein Recht bestehen. Trotzdem würde ich mir überlegen ob ich in so einem Laden wirklich trainieren will.

Antwort
von Menuett, 45

Menschen machen Fehler.

Auch der Kaufmann darf sich auf Irrtum berufen.

§ 119
Anfechtbarkeit wegen Irrtums

(1) Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde.

(2) Als Irrtum über den Inhalt der Erklärung gilt auch der Irrtum
über solche Eigenschaften der Person oder der Sache, die im Verkehr als
wesentlich angesehen werden.

Kommentar von SupraX ,

Die Mitarbeiterin war aber nicht im Irrtum. Das ist anders gemeint, sonst könnte sich ja jeder aus Verträgen rausreden in dem der andere Kollege anruft und meint der Kollege der den Vertrag geschlossen hat war im Irrtum oder es war ja anders gemeint gewesen...

Die Willenserklärung entspricht exakt dem was die Mitarbeiterin wollte. Zum Zeitpunkt der Willenserklärung war es eindeutig ihr Wille 6€ Gebühr pro Quartal zu verlangen. Dabei hat sie sich weder versprochen noch geirrt. Sie war sicher auch berechtigt solche Verträge zu schließen.

Eine Anfechtung nach § 119 BGB ist aus meiner Sicht somit nicht möglich.

Kommentar von Menuett ,

Die Mitarbeiterin ist aber nicht der Eigentümer des Geschäfts und somit nicht Vertragspartner.

Und als Erfüllungsgehilfin war sie hier ganz eindeutig im Irrtum.

Kommentar von SupraX ,

Ansichtssache... Oder wie es immer so schön heist: Kommt drauf an.

Aber ganz unrecht hast du nicht. Ich seh es nur etwas anders.

Unabhängig davon würde ich in so einem Studio aber ohnehin nicht mehr trainieren wollen.

Kommentar von Menuett ,

Weil eine Angestellte einen Fehler gemacht hat?

Kommentar von SupraX ,

Nein, nicht deswegen. Fehler passieren. Aber ich hätte mir dann doch wenigstens etwas entgegenkommen erwartet (unabhängig davon ob Anfechtung ja/nein). Wenigstens etwas in der Art "Sorry, war unser Fehler, wir spendieren dafür einen Monat gratis" oder etwas in der Art. Statt dessen soll der Kunde nochmal hinfahren und den Vertrag zu seinem Nachteil ändern lassen obwohl er nichts falsches getan hat. Kundenfreundlich ist das nicht. Und die Fragestellerin ist darüber ja auch nicht sehr begeistert.

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