Frage von Rin3432, 126

darf ein Arzt sich weigern etwas zu tun?

da ich mich seit gut einem Jahr eher mies fühle ( nach etlichen "tests" und sonstigem kann es nur am Betablocker Nomexor liegen ) habe ich nun beschlossen diesen abzusetzen , darf der Arzt der mir das Mittel verschrieben hat ( nebenbei bemerkt als ich noch unter 18 obwohl in der Beilage steht "erst ab 18) sich weigern mir genaue Instruktionen zum ausschleichen zu geben ? immer hin ist es meine freie entscheidung ob ich lieber etwas hohen Blutdruck hab als unzählige nebenwirkungen

Antwort
von Scaver, 47

Ja, der Arzt kann das verweigern. Medizinische Behandlungen in DE sind kein Wunschkonzert.

Ärzte sind nur dazu verpflichtet, was medizinisch notwendig ist. Was medizinisch notwendig ist, entscheidet immer und grundsätzlich der behandelnde Arzt!
Da Du das Medikament selber absetzt, ist das auf keinen Fall gegeben und der Arzt nicht zur Kooperation verpflichtet.

Wichtig auch: Bei Medikamenten kommt es nicht nur auf die Anzahl der Tabletten an, sondern auch auf die Dosierung.

Ich selber nehme Blutdruckmittel 2x 5mg. Die kann man einfach von jetzt auf gleich absetzen. 5mg bzw. auch 10mg ist nichts. Allerdings ist mein Blutdruck auch nicht sehr hoch.

Wichtig: Hoher Blutdruck verkürzt das Leben enorm. Wenn man regelmäßig hohen Blutdruck schon von +20/20 über normal hat,schädigt das auf Dauer das Herz und Gefäße.

Ich rate dir dazu, einen anderen Arzt zu suchen und mit dem alles abzuklären. Ggf. wäre neben einer Absetzung auch eine Umstellung möglich. Das erste Medikament das ich erhalten habe, habe ich auch nicht vertragen. Ich dachte ich sterbe... ich stand kurz davor, den Rettungswagen zu rufen, bzw. eher meine Frau. Das zweite Medikament nehme ich nun seit Jahren und es geht mir gut damit.

dir steht als Patient übrigens GRUNDSÄTZLICH das Recht auf eine 2. Meinung zu!

Kommentar von Chillersun03 ,

Da Du das Medikament selber absetzt, ist das auf keinen Fall gegeben und der Arzt nicht zur Kooperation verpflichtet.

Doch prinzipiell ist der Arzt zur medizinischen Beratung verpflichtet, erst Recht, wenn es um die Vermeidung von unliebsamen oder gefährlichen Nebenwirkungen oder Krankheiten geht. Die Entscheidung liegt immer noch beim Patienten, nur weil der Arzt einer anderen Meinung ist dürfen keine für die medizinische Beratung wichtige Informationen vorenthalten werden!

Zum Begriff "medizinische Notwendigkeit": Möchte der Patient ein Arzneimittel absetzen, ist die Aufklärung & Beratung eine medizinische Notwendigkeit.

Ein Beispiel wäre Drogenkonsum & Safer Use. Auch wenn der Arzt strikt gegen Drogenkonsum ist, fällt die medizinische Beratung zu Safer Use in seinen Aufgabenbereich!

Man hat übrigens als Deutscher Patient ziemlich viele Rechte, man hat das Recht auf eine medizinische Behandlung beim ausgesuchten Arzt.

Kommentar von Scaver ,

Die Entscheidung liegt eben nicht beim Patienten! Was medizinisch notwendig, sinnvoll oder angemessen ist, entscheidet laut Gesetz und regelmäßiger Rechtsprechung alleine der behandelnde Arzt.

Natürlich kann er eine Behandlung nicht erzwingen, er kann aber andere Behandlungen ablehnen.

Und nein, wenn ein Patient ein Medikament Absetzen will, ist der Arzt dazu nicht verpflichtet dies in irgend einer Art und Weise zu unterstützen, wenn er es aus medizinischer Sicht ablehnt.

Dein Beispiel mit dem Drogenkonsum hinkt. Drogen nimmt der Patient ja schon. Safer Use wäre zumindest eine Möglichkeit, die Gesundheit zu fördern und kann als Anfang vom Ende des Konsums dienen.

Hier geht es um ein Medikament, welches notwendig ist. Das Absetzen wird nachhaltig die zu erwartende Lebensdauer verkürzen. Wenn der Patient schlicht dieses Medikament nur absetzten will, darf und muss der Arzt dabei nicht helfen. Er muss nur darüber Aufklären, dass es keine gute Idee ist und er das ablehnt.

Der Fall sähe nur anders aus, wenn der Arzt parallel eine Alternative Behandlung, z.B. mit einem anderen Medikament, empfiehlt. Da muss natürlich erst Medikament A abgesetzt werden, bevor Medikament B angewendet werden kann. Lehnt das der Patient aber ab, sind wir wieder bei dem Punkt, dass der Arzt das reine Absetzen nicht gut heißen kann und darf.

Auch deine letzte Aussage ist falsch. Du hast zwar freie Arztwahl, der Arzt darf, ausgenommen wenn Notfälle vorliegen, diese aber verweigern.
Das Recht auf freie Arztwahl sagt nicht, dass man sich einen Arzt aussuchen darf und der muss einen behandeln. Es sagt, dass einem der Arbeitgeber, Behörden und Co. keinen Arzt vorschreiben dürfen. Denn das war früher so üblich, da hatten alle Angestellten eines Arbeitgebers nur zu Arzt X zu gehen (aber schon lange her).

Und ich berichte hier aus meinem Berufsalltag. Solche Fälle liegen uns als Beschwerden immer wieder vor (auch wenn wir nicht direkt zuständig sind als Krankenkasse). Wir müssen aber grundsätzlich darauf verweisen, dass die Entscheidung alleine beim Arzt liegt, weil der Gesetzgeber das so vorgibt.

Expertenantwort
von Chillersun03, Community-Experte für Gesundheit & Medikamente, 12

sich weigern mir genaue Instruktionen zum ausschleichen zu geben ?

Nein, darf er nicht, da die Folge eines abrupten Absetzens Nebenswirkungsreich sein können. Un die Entscheidung liegt bei dir, nicht beim Arzt.

( nebenbei bemerkt als ich noch unter 18 obwohl in der Beilage steht "erst ab 18) 

Der Satz ist nebenbei völlig unerheblich, der Satz steht in nahezu jedem Beipackzettel drin und hat in 90% der Fällle keine Bedeutung, sondern sagt nur aus, dass noch keine klinischen Studien an Kindern durchgeführt wurden (was niemand machen möchte).

Ausschleichen ist übrigens völlig einfach: du verringerst die Dosis einfach kontinuierlich, je langsamer desto besser. Bsp. Halbierst du jede Woche die Dosis und nach 3-4 Wochen setzt du es ganz ab. Oder du verringerst die Dosis jede Woche um 1 mg.

Zum Thema Nebenwirkungen & Bluthochdruck:

1) Es gibt noch unzählige weitere Arzneimittel gegen Bluthochdruck, nur weil dir 1 nicht gefällt brauchst du nicht an Bluthochdruck leiden.

2) Du solltest in Betracht ziehen, dass die Nebenwirkung wie Übelkeit absolut nichts mit dem Arzneimittel zu tun hat, wie schon in deiner letzten Frage erwähnt.

Gruß Chillersun

Antwort
von egglo2, 10

Statt die Behandlung komplett abzubrechen, würde ich auf eine andere Substanzklasse umstellen.

Ohnehin halte ich eine Beta-Blocker bei einem so jungen Menschen für eine etwas seltsame Wahl, wenn es wirklich nur um hohen Blutdruck geht!!!

Denn Betablocker senken nicht nur den Blutdruck, sonder sie machen dich auch etwas "gemütlicher"....um es mal so auszudrücken.

Außerdem sind sie für die Potenz nicht gerade förderlich.....falls du männlich bist ;-)

Ich würde in Richtung AT-1-Blocker tendieren. Die haben nahezu keine Nebenwirkungen und wirken gut.

Denn auf die Behandlung des erhöhten Blutdrucks zu verzichten ist fahrlässig. Du wirst dir wahrscheinlich schwerwiegende gesundheitliche Probleme damit einhandeln.

Wie hoch ist dein RR denn ohne Behandlung?



Antwort
von Nirakeni, 8

Wenn du sagst, dass du die Tabletten nicht mehr verträgst (Nebenwirkungen) und ob er dir eine anderes Medikament verschreiben kann, wird er dich schon beraten. Auf keinen Fall selber absetzen. Mit zu hohem Blutdruck ist nicht zu spaßen.

Antwort
von MatthiasWW, 64

Nun ja, meiner persönlichen Meinung nach nicht. Ich persönlich würde die Dosis alle 3-4 Tage etwas reduzieren.

Kommentar von Rin3432 ,

ich nehme immer 1 tablette Abends , wie soll ich die dosis am besten reduzieren ? die Tablette Halbieren und dann vierteln oder Tage aussetzen ? (zb nur jeden 2. , 3. 4. usw Tag ) 

Kommentar von MatthiasWW ,

Vierteln wäre gut.

Kommentar von MatthiasWW ,

...Aber Vorsicht! Ein Absetzen/ Ausschleichen eines Medikaments birgt gesundheitliche Risiken. Ich würde mir daher eine zweite ärztliche Beratung einholen!

Kommentar von Rin3432 ,

ok , ich werde versuchen meinen Doktor Telefonisch zu kontaktieren wegen hilfe 

Antwort
von beangato, 35

Nein, er darf sich nicht weigern.

Du kannst auch nach einem anderen Mittel fragen. Hoher Blutdruck kann zu Spätschäden führen.

Kommentar von Scaver ,

Natürlich kann der Arzt sich weigern, Instruktionen für das Absetzen eines Medikamentes zu geben, wenn er das als medizinisch nicht vertretbar hält bzw. nicht für medizinisch notwendig hält.

Kommentar von Rin3432 ,

dann geh ich den arzt einfach klagen weil er mir das Mittel unter 18 nicht hätte geben dürfen und er es auch nie wirklich überprüft hat 

Antwort
von CheGuevara5, 23

Darf er schon er ist ja arzt und nicht dazu da dir nach belieben Informationen zu liefern. Was hat denn der Arzt gesagt als du ihm gesagt hast dass du lieber die Nebenwirkungen in kauf nehmen möchtest?

Kommentar von Rin3432 ,

gar nichts , ich hab zuerst adalat redart oder so in der art genommen was nie geholfen hat und er hat mir halt nomexor verschrieben , hätte ich von den nebenwirkungen etwas gewusst hätte ich es nie genommen 

Kommentar von CheGuevara5 ,

Ich denke nicht dass er rein gar nichts gesagt hat wenn du ihm dass überhaupt so gesagt hast wie du es hier schreibst.

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