Frage von Steuerspartrick, 47

Darf ein Arbeitsvertrag, der mit einer GmbH+Co.KG geschlossen wurde in sechs Einzelverträge mit sechs Ärzten umgewandelt werden?

Leider durfte ja meine Fragestellung aufgrund der vorgegeben Zeichen nicht länger sein ! Deshalb hier eine ausführlichere Variante: Also es geht um ein Zahnlabor, welches bisher von 6 Ärzten als GmbH + Co.KG betrieben wurde. Diese Rechtsform wurde zum Ende 2015 aufgehoben. Ab sofort sollen die Mitarbeiter (bis auf zwei Bürokräfte) jeweils sechs Verträge mit den 6 verschiedenen Ärzten bekommen. Also jeder Arbeitnehmer 6 Arbeitsverträge. Ich interpretiere das so, dass quasi je eine Vollzeitstelle in 6 Minijobs umgewandelt wurde.

Ich vermute, dass die Ärzte einmal die Gewerbesteuer einsparen wollen, denn diese können Sie ja nicht mit ihren Verlusten aus Ihren Arztpraxen verrechnen. Zum anderen habe ich das Gefühl, dass sie außerdem ihre Lohnnebenkosten einsparen wollen ! Das ganze kommt mir sehr dubios vor und ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Art der Arbeitsverträge rechtens sind !

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Antwort
von Bakaroo1976, 27

Was heißt umwandeln. Einen Rechtsnachfolger der Gesellschaft gibt es nicht.

Es geht einfach nur darum, dass sechs Personen Arbeitsveträge mit sechs Arbeitgebern schließen.

Das kann man machen - muss man aber nicht (siehe dazu die Antwort von wurzlsepp668).

Allein die Lohnabrechnungen (36 statt 6) dürften nicht unwesentlich mehr kosten.

Abgesehen davon kann ich mir nicht vorstellen, dass die Arbeitnehmerinnen dabei mitspielen. Wenn die beispielsweise irgendwo ihren Arbeitgeber angeben müssten, würden Sie ja verrückt werden von den ellenlangen Erklärungen.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

alleine die Kosten für die Lohnabrechnung .....

bei einem geschätzten Preis von 9 € sind das jetzt 324 € im Monat

vorher waren es 54 € im Monat

(9 € pro Abrechnung beim Steuerberater ist günstig, ich weiß nur einen Kollegen, der die Abrechnungen sogar für 8,50 € anbietet ... macht aber auch knapp 2.000 Lohnabrechnungen pro Monat ................)

Kommentar von Nightstick ,

Hier geht es wohl weniger um die Kosten für die Lohnabrechnungen, sondern vielmehr darum, ob das gesamte Konstrukt rechtens ist, was ich allerdings bezweifle.

Ich hoffe, dass wenigstens einer der Mitarbeiter deswegen eine Beratungsstunde bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht in Anspruch nimmt - dann wird die Blase wahrscheinlich sehr schnell platzen...

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Was sollte denn daran nicht rechtens sein?

Antwort
von Ernsterwin, 8

Wie Bakaroo1976 schreibt, wird hier kein Vertrag umgewandelt. Die alten Verträge werden gekündigt und neue Verträge geschlossen.

Grundsätzlich ginge das, wäre aber für beide Seiten mit einer Reihe von Nachteilen verbunden. Vielleicht waren sich die 6 nur nicht mehr einige, denn rechtlich und steuerrechtlich ergeben sich viele Nachteile. Ich denke mal, diese überscheuen die Zahnärzte auch nicht.

Für die Arbeitnehmer steht jedoch nur die Frage: Wollen sie da mitmachen oder nicht, und kann ich mich Bakaroo1976 nur anschließen.

Antwort
von wurzlsepp668, 35

wie kommst Du auf den Trichter, dass die Ärzte mit den Einzelpraxen Gewerbesteuerpflichtig sind?

und glaub mir, bei 6x Minijob (so wie Du vermutetest) sind die Nebenkosten für den Lohn HÖHER als vorher ....

Außerdem funkioniert das mit dem Minijob so nicht ...

es sind max. 450 € monat pro Person steuerfrei ....

wenn also die Person 2x450 € bekommt, ist ein Job sozialversicherungspflichtig ...


Kommentar von Bakaroo1976 ,

Ich glaube, er meinte die Gewerbesteuer, die aus der Beteiligung an der KG den Ärzten zugewiesen wird/wurde.

Aber darum geht´s im Kern ja nicht.

Hinsichtlich der Kosten für die Löhne stimme ich Dir zu. Bullshit!

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