Frage von alisapower, 118

Darf ein Arbeitgeber verlangen, dass Mitarbeiter Minusstunden machen?

Hallo,

Ich habe eine Frage! Und zwar ich bin Erzieherin mit 39Std/Woche. Jetzt erwartet unser Träger, dass wir die nächsten Wochen nur noch um die 35std in der Woche arbeiten, damit wir einige Minusstunden sammeln. Uns wird es verboten (!) Überstunden zu arbeiten, was ich schon verstehe. Aber darf der Arbeitgeber verlangen, dass wir Minusstunden machen MÜSSEN?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 54

Du hast einen Arbeitsvertrag über 39 Std./Woche. Dieser ist für beide Seiten verpflichtend. Du musst diese 39 Stunden leisten und Dein AG muss Dir diese 39 Stunden Arbeit auch geben.

Wenn Dein AG Dich nur 35 Stunden/Woche arbeiten lassen möchte, obwohl Du Deinen Vertrag erfüllen und 39 Stunden/Woche arbeiten willst, befindet er sich nach § 615 BGB in Annahmeverzug.

Er muss Dich dann für 39 Stunden bezahlen, es dürfen keine Minusstunden entstehen und entsprechend muss auch nicht nachgearbeitet werden.

Das ist ja wohl eine "Schnapsidee" Deines Arbeitgebers. Dass er Überstunden vermeiden möchte, ist ja verständlich. Fallen diese aber dann mal durch verschiedene Veranstaltungen an, kann er doch vorher nicht Minusstunden anordnen, nur damit dann später keine Überstunden zum Freizeitausgleich anstehen.

Antwort
von Zanora, 70

Ob er jetzt Minusstunden bestimmen darf weis ich nicht. Aber da wo ich Teilzeit arbeite da müssen wir unsere Stunden dieses Jahr noch bis auf 50std abbauen. (Bei uns ist es normal das wir so viel Stunden haben, es gibt Leute die haben über 160)
Bauen wir die nicht ab bzw lassen uns die ausbezahlen oder haben ne Sondergenehmigung verfallen die Stunden.

Antwort
von dadamat, 7

Minusstunden über einen tariflichen Arbeitstag (zB -8 Stunden) müssen nicht hingenommen werden. 

Antwort
von Jewi14, 25

Verträge müssen eingehalten werden! Diese Binsenweisheit gilt auch hier. Du hast einen Arbeitsvertrag über 39 Stunden/Woche und auch diese muss eingehalten werden.

Der AG kann schon sagen, es ist gerade nichts los, geht nach Hause, aber dennoch muss er euch bezahlen, als wärt ihr 39 Stunden anwesend gewesen.

Aber er kann eben nicht sagen: So diesen Monat 4 Stunden pro Woche weniger, dafür dann in 2 Monate halt mehr.

Antwort
von FrauFanta, 24

Ja! Im gewisses Rahmen schon. ZB im Verkauf, wenn das Weihnachtsgeschäft ansteht oder bald ein großer Auftrag erwartet wird. Es darf sich jedoch nicht auf die monatliche Vergütung auswirken und der Gesetzgeber sagt auch, dass es nur vorübergehend und in begründeten Fällen sein darf ( jetzt wenig Arbeit, aber in 2 Monaten ganz viel)

Kommentar von skychecker ,

Da kann der AG nett anfragen, ansonsten gilt der Arbeitsvertrag.
Das unternehmerische Risiko auf den Arbeitnehmer abzuwälzen ist eine interessante Idee, die schon vielen AG gekommen ist, die aber auch regelmäßig von Arbeitsrichtern ausgelacht werden...

Antwort
von Feuerhexe2015, 15

So wie ich das verstanden habe, bekommst du deine 39 Std. bezahlt.

Dein Arbeitgeber gewährt dir im Prinzip nur den Freizeitausgleich den du z.b. für Elternabende etc. leisten mußt.

Vielleicht solltest du mal in deinen Arbeitsvertrag schaun, ich könnte mir nämlich vorstellen das es dafür einen Passus gibt

Antwort
von DougundPizza, 24

Kommt auf deinen Vertrag an. Meine Firma hat einen Fertigungsbereich, gegen Ende des Jahres kommen wesentlich weniger Aufträge rein und die Zeitarbeiter kann man einfach abziehen ohne Probleme. Es ist vorteilhaft für die Firma, denn sobald mehr Aufträge rein kommen, kann man diese zu mehr Arbeit verpflichten.

Antwort
von Deepdiver, 60

Müsst ihr die fehlenden 4 Std nacharbeiten? Wenn nicht, ist es Rechtens.

Kommentar von alisapower ,

Ja wir müssen die nacharbeiten! Zum Beispiel bei Elternabende etc.!

Kommentar von Deepdiver ,

Dann darf er das so einfach nicht machen. Ihr habt eine 39 Std - Woche und die muss bezahlt werden. Wenn er nun von euch verlangt die angeordneten Minusstunden nach zu arbeiten, ist das nicht erlaubt. Um so dann bei Elternabende damit wieder auszugleichen.

Wenn ihr durch diese Abende Überstunden anfallen lasst, muss er diese im Nachhinein ausgleichen. Im Voraus geht das nicht.

Kommentar von grisu2101 ,

Aber dann muss der AG trotzdem 39 Std. bezahlen !!

Antwort
von Volkerfant, 12

Ich glaube schon, dass er das darf, wenn z.B. eine gewisse Anzahl von Stunden für eine besondere Aktivität aufgehoben werden müssen. Ich finde das dennoch nicht so gut, es sei denn, die Stunden werden in Kürze gebraucht.

So geschah es bei einer Praktikantin von mir, die jetzt in einer anderen Einrichtung arbeitet, dass sie nicht in den Urlaub gehen darf, weil sie ihre Minusstunden durch eine  Aktivität nicht aufgebraucht worden waren.

Das kanns ja auch nicht sein.

Antwort
von grisu2101, 50

Nein, darf er nicht.
Wenn er nicht die vertraglich zugesicherten Stunden an Arbeit für Euch hat,  dann ist es Pech für ihn und er muss 39 Std bezahlen ! Ihr müsst dann auch nichts nacharbeiten und es darf auch kein Urlaub etc. angerechnet werden.


Kommentar von alisapower ,

Erzählt auch 39Std. Nur hab ich am Ende des Monats zum Beispiel 14Minusstunden und muss die durch Elternabende wieder 'nacharbeiten'!

Kommentar von grisu2101 ,

Ist so nicht richtig....

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