Frage von bobbygehtheim, 48

Darf ein Arbeitgeber einem Azubi im Öffentlichen Dienst zuviel genehmigten Urlaub bei Kündigung vom Lohn abziehen?

Hallo,

darf ein Arbeitgeber im Öffentlichen Dienst einem Azubi, wenn dieser kündigt, zu viel genehmigten Urlaub vom Lohn abziehen oder ist das nicht erlaubt?

Antwort
von DerHans, 29

Wenn der Arbeitnehmer mehr als die Hälfte des Jahres gearbeitet hat, darf ihm zu viel erhaltener Urlaub nicht abgezogen werden. Der Arbeitgeber bescheinigt dieses. Der Arbeitnehmer hat dann beim neuen Arbeitgeber entsprechend weniger Anspruch.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn der Arbeitnehmer mehr als die Hälfte des Jahres gearbeitet hat, darf ihm zu viel erhaltener Urlaub nicht abgezogen werden.

Das darf er nach Erfüllung der Wartezeit auch in der 1. Jahreshälfte nicht (wenn das Urlaubsentgelt bereits gezahlt wurde): BUrlG § 7 Abs. 3.

Unabhängig davon darf er auch sonst unter Umständen - je nach der konkreten Situation der Gewährung von zu viel Urlaub - Urlaub nicht verrechnen!

Antwort
von Kirschkerze, 28

Klar ist das erlaubt, wenn der Arbeitnehmer mehr Urlaubstage nimmt als ihm zusteht wird was abgezogen (EGAL ob der Urlaub genehmigt ist oder nicht! Der Chef kann ja grundsätzlich mit der Abwesenheit einverstanden sind, das ändert nichts daran dass diese als Minusstunden aufgenommen werden)

Kommentar von Familiengerd ,

Diese pauschale Aussage ist falsch; es kommt vielmehr auf die konkreten Umstände an!

Kommentar von bobbygehtheim ,

Was wären denn zum Beispiel konkrete Umstände?

Kommentar von Familiengerd ,

Die Verrechnung/Anrechnung ist z.B. dann nicht erlaubt, wenn das Arbeitsverhältnis bei Beendigung in der 1. Jahreshälfte bereits länger als 6 Monate (sogenannte "Wartezeit") bestanden hat und das Urlaubsentgelt bereits gezahlt worden ist - Bundesurlaubsgesetz BUrlG 5 "Teilurlaub" Abs. 3:

Hat der Arbeitnehmer im Falle des Absatzes 1 Buchstabe c [Anmerk.: gemeint ist genau dieser Fall - Beendigung des Arbeitsverhältnisses in der 1. Jahreshälfte nach erfüllter Wartezeit] bereits Urlaub über den ihm zustehenden Umfang hinaus erhalten, so kann das dafür gezahlte Urlaubsentgelt nicht zurückgefordert werden.

Der Arbeitgeber darf es auch nicht, wenn Du nachweisen kannst, dass Dir der Urlaub gewährt wurde im Wissen darum, dass Dir zu viel gewährt wird, obwohl die Beendigung Deines Arbeits-/Ausbildungsverhältnisses bekannt war - Dir der zu viel gewährte Urlaub also "praktisch geschenkt" wurde.

Ansonsten kommt es auch darauf an, ob der TVöD etwas dazu sagt.

Antwort
von Peter501, 22

Warum sollte er dir etwas ohne Gegenleistung zahlen?Natürlich müssen zuviel genommene Tage verrechnet werden.

Kommentar von Familiengerd ,

Diese pauschale Aussage ist falsch; es kommt vielmehr auf die konkreten Umstände an!

Und "etwas ohne Gegenleistung zahlen" kommt öfters vor: Urlaubsentgelt, Entgeltzahlung im Krankheitsfall, voller Urlaubsanspruch nach Erfüllung der Wartezeit, Entgeltzahlung bei Annahmeverzug und Betriebsrisiko, ... .

Antwort
von larry2010, 20

nicht nur im öffentlichen dienst

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