Frage von salvatorXII, 136

Darf ein Arbeitgeber das?

Hallo ,arbeite seit Anfang des Jahres als Altagsbegleiter in einer stationären Einrichtung der Caritas. Kommende Woche habe ich nun Urlaub. Dabei habe ich festgestellt,daß mir von den 5 Urlaubstagen nur 2 stundenmäßig angerechnet werden. Das bedeutet defacto,daß von meinem monatlichen Stundensoll lediglich 2 (Urlaubs)Tage stundenmäßig angerechnet werden und mir die anderen 3 Urlaubsstage stundenmäßig in meinem monatlichen Soll sozusagen fehlen und damit ja "nachgearbeitet" werden müssen,wenn ich das richtig auf "die Reihe " bekomme...! und das ist gängige Praxis dort und jetzt sicher kein Versehen . liege ich falsch, bzw. ist so etwas zulässig ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 33

Ich verstehe Deine Frage nicht ganz.

Der Urlaub ist doch erst nächste Woche geplant, also noch gar nicht berechnet. Woher weißt Du, dass Dir nur zwei Tage Urlaub bezahlt und die anderen drei Tage als "Minus" (mit Urlaubsanzug?) angerechnet werden?

So etwas wird doch nicht im Voraus gerechnet da man ja nicht wissen kann ob ein AN  z.B. noch krank wird und gar kein Urlaub abgezogen werden darf.

Solltest Du aber fünf Urlaubstage nehmen und diese vom Urlaubskonto abgezogen werden, können und dürfen keine Minusstunden entstehen. Hier gilt das Entgeltausfallprinzip. Du musst bezahlt werden als hättest Du gearbeitet. Bei 30 Stunden/Woche müssen daher bei einer Woche Urlaub in der 5-Tage-Woche auch 30 Stunden bezahlt werden.

Kommentar von salvatorXII ,

Hallo Hexle2,

tja der Urlaub ist zwar erst nächste Woche,aber in der Berechnung der Soll- und Ist- Stunden ist er im Dienstplan bereits entsprechend berechnet. Die abzurechnende Stundenzahl,steht unter jedem Arbeitstag und so eben auch unter den Urlaubstagen. Unter zwei Urlaubstagen stehen abzurechnende Stunden ,unter drei Urlaubstagen stehen eben keine Stunden,die abgerechnet werden.

Kommentar von Hexle2 ,

unter drei Urlaubstagen stehen eben keine Stunden,die abgerechnet werden

Hast Du denn mal nachgefragt? Vielleicht hat da nur jemand "gepennt". Falls das nicht der Fall ist und man zieht Dir Urlaub ab ohne diesen zu bezahlen, kann man den AG (nachher, nicht im Voraus) abmahnen, eine Frist zur Korrektur setzen und dann ggf. klagen.

Kommentar von salvatorXII ,

das scheint nach Rücksprache mit Kollegen gängige Praxis zu sein. Mein Problem ist,daß ich halt noch in der Probezeit bin und mein Vertrag bis Ende des Jahres befristet ist. Erst dann soll ich einen unbefristeten Vertrag bekommen. Ich möchte daher tunlichst nicht innerhalb der Probezeit mit nem Anwalt drohen ,aber mit Erhalt eines unbefristeten Vertrages würde ich es auf jeden Fall machen.

Kommentar von Hexle2 ,

Du solltest auf alle Fälle dann ab sofort sämtliche Belege sammeln.

Die Dienstpläne auf denen die Urlaubstage vermerkt sind ebenso wie jede Abrechnung, Zeiterfassung und was Du sonst noch bekommst.

Ich kann Dir ja auch nur sagen, was man rechtlich tun kann und wie die Gesetzeslage ist. Dass Du aus Angst um einen festen Arbeitsplatz nicht alles umsetzen willst, verstehe ich auch. Recht haben ist leider nicht immer Recht bekommen. Trotzdem schönes Wochenende

Kommentar von salvatorXII ,

Danke ! Tja und das bei der Caritas ! Ich bin schon mit der verhältnismäßig miserablen Bezahlung einverstanden, aber das man dann noch "beschissen " wird,finde ich schon reichlich unverschämt. Sich dann aber in der Öffentlichkeit damit schmücken,daß man die Mitarbeiter würdige und dieses ganz verlogene "Bla,Bla" ! Überhaupt überlege ich mir,ggfs. die Presse ,den zuständigen Arbeitsschutz und den MDK einzuschalten ,um dort mal die tatsächlichen Arbeitsmethoden etc. offenkundig zu machen.

Kommentar von Hexle2 ,

Egal was Du unternehmen willst, so wie es aussieht, wirst Du Dich ja noch gedulden, bis Du einen unbefristeten Arbeitsvertrag hast. Ob Du allerdings bei diesem AG glücklich und lange bleiben wirst, wage ich zu bezweifeln.

Wäre es nicht besser, Du siehst Dich nach einem anderen AG um? Eine korrekte Urlaubsabrechnung kannst Du dann ja noch einfordern (Ausschlussfristen aber beachten)

Kommentar von salvatorXII ,

was bedeutet Ausschlußfrist ?

Kommentar von Hexle2 ,

Wenn z.B. im Arbeitsvertrag steht dass sämtliche Forderungen gegenseitig nach drei Monaten erloschen sind. Die gesetzliche Frist beträgt drei Jahre

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen

Antwort
von Shoshin, 70

Hallo,

nein, es gibt ein Arbeitsrecht und Urlaubsrecht. Natürlich darf das ein Arbeitgeber nicht! Wenn du nicht ausreichend verdienst und nicht rechtsschutzversichert bist, kannst du zum Amtsgericht gehen und den Rechtspfleger befragen, bzw. einen Beratungsschein für einen Anwalt für Arbeitsrecht beantragen. Damit kannst du zum Anwalt gehen und dich beraten lassen. Kommt es zur Klage beantragst du ebenfalls bei Gericht eine Prozesskostenhilfe, bzw. macht das dann dein Anwalt schon!

Geht ja gar nicht!

LG Shoshin

Antwort
von Lucky13, 37

wenn Du fünf Urlaubstage nimmst müssen auch 5 Tage bezahlt werden - alles andere wäre ungesetzlich und somit strafbar! Kannst Du hier nachlesen:

http://dejure.org/gesetze/BUrlG

Sind unter jedem Paragraphen auch gleich höchstrichterliche Urteile zugeordnet! Alles Gute!

Antwort
von skychecker, 68

Leider fehlen zur Beantwortung der Frage weitere Informationen.

Was sagt der Arbeitsvertrag zum Urlaubsanspruch.
Wie viel Urlaubsanspruch.
Wie viele Stunden/Werktage sind wöchentlich vereinbart?

etc.

Kommentar von salvatorXII ,

Hallo, mein Dienstvertrag macht zu den Urlaubstagen keine generelle Aussage.

Ich bin laut monatlicher Abrechnung in einer 5 Tage- Woche beschäftigt mit mit einem wöchentlichen Stundenumfang von 30 Stunden.

Urlaubsanspruch im Jahr : 27 Tage + 5 (Schwerbehinderung)  also 32 Tage

Kommentar von skychecker ,

Wenn eine Woche Urlaub beantragt wurde und diese auch genehmigt wurde, dann sollte dieses dann auch in deiner Konstellation 5 Tage sein, diese auch berechnet und bezahlt werden.

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