Frage von Matap, 142

Darf die Rechnung vom vertaglich ausgemachten Angebot abweichen, und wenn ja, dann um wieviel Prozent?

Hallo zusammen, ich habe meinen Dachboden ausbauen lassen. Dabei bekam ich von meinem Handwerker ein Angebot. Vertraglich wurde eine Vergütung in höhe des Angebotspreises vereinbart. Alle einbauten wurden dabei mit Lieferung und Einbau inclusive berechnet. Jetzt habe ich die Abschlussrechnung erhalten, dabei ist jede Einbaut stündlich berechnet worden. Letztendlich weicht diese um 10000€ vom vereinbarten Preis ab. Es ist noch zu sagen, dass es beim Umbau keinerlei Komplikationen oder ähnliches gab. Jetzt bin ich natürlich geschockt und muss jetzt wissen, ob das rechtlich einbanfrei ist, wenn man so stark vom vertraglich vereinbarten Preis abweicht.

Antwort
von toomuchtrouble, 88

http://www.finanztip.de/kostenvoranschlag-handwerkerrechnung/

Wieviel Prozent liegt er über dem Angebot/Auftragsbestätigung? Eine Überschreitung des Kostenvoranschlages um bis zu 20% wird von der Rechtsprechung als unwesentlich und zulässig angesehen.

Wurden während der Umbauphase auch nur klitzekleine Änderungen gefordert und vereinbart ohne Änderung des bestehenden Angebotes?

Neben der Einschätzung in dem Link solltest Du Dich mit der Schlichtungsstelle der Innung in Verbindung setzen, hier als Beispiel die Handwerkskammer Köln.

Kommentar von schwarzwaldkarl ,

es gibt allerdings einen Unterschied zwischen Kostenvoranschlag und Angebot...

Kommentar von toomuchtrouble ,

Korrekt, falsche Begrifflichkeit. Handwerker machen im privaten Bereich in der Regel einen Kostenvoranschlag und der kann durchaus um 20% überschritten werden, während Angebote in der Regel Fixpreise beinhalten.

Antwort
von Jounuser, 86

Das geht natürlich nicht. Wenn ihr euch auf einen Preis geeinigt habt und den auch vertraglich abgeklärt habt, kann man nicht einfach mehr verlangen.

Falls du den Vertag noch hast, solltest du ihn dir aber noch mal ganz genau durchlesen. Wenn dort ein bestimmter Betrag steht, der am Ende gezahlt werden soll, kann der Preis nicht erhöht werden.

Es könnte allerdings dort (meist im Kleingedruckten) auch etwas stehen, wodurch der Preis erhöht wird (z. B.:"Der Preis kann bei unerwarteten Ausgaben erhöht werden").

Wenn du dir den Vertrag noch mal ganz genau unter die Lupe genommen hast (Manchmal ist es auch besser, sich den Vertrag von einem Anwalt durchlesen zu lassen, muss jeder für sich selber entscheiden), dann stell den Handwerker zur Rede.

Frag ihn dabei, warum er mehr Geld verlangt und mit welchem Recht er sich das erlaubt.

Es könnte auch sein, dass das nur ein Tippfehler war oder Ähnliches ist, ist aber sehr unwarscheinlich, weil Leute, wenn es um Geld geht, immer sehr gut aufpassen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen!

Kommentar von Matap ,

Im Vertrag Steht sicher nichts Kleingedrucktes. Zizat: "Als Vergütung sind vereinbart ein Angebotspeis von 25400€ incl. gesetzlicher Mertwertsteuer". Zudem wurden einige arbeiten die im Angebot Standen, nicht getätigt (da dies im laufe des umbaus nicht nötig waren), und trotzdem liegt jetzt die Rechnung bei über 35000€.

Kommentar von Jounuser ,

Dann wird dir nichts anderes übrigbleiben, als Absatz 5 meiner Antwort durchzuführen.

Kommentar von peterobm ,

"Als Vergütung sind vereinbart ein Angebotspeis von 25400€ incl. gesetzlicher Mertwertsteuer". 

im "Angebot" standen Verbrauchsmaterialien mit Preis und Arbeitslohn einzeln aufgeführt? oder nur eine reine Endsumme?

Zudem wurden einige arbeiten die im Angebot Standen, nicht getätig

das muss von der Angebotssumme abgezogen werden. Die Firma hat dich bestimmt nicht über etwaige Mehrkosten informiert; wozu er verpflichtet gewesen wäre. 

steht allerdings

Dachausbau - Summe; das ist für Ihn VERBINDLICH

Kommentar von peterobm ,

Jetzt habe ich die Abschlussrechnung erhalten, dabei ist jede Einbaut stündlich berechnet worden.

DAS verträgt sich nun mal gar nicht mit einem Angebotspreis

Antwort
von Zakalwe, 66

Vertraglich wurde eine Vergütung in höhe des Angebotspreises vereinbart.

Dann kann die Rechnung davon natürlich auch nicht abweichen, es sei denn, es wurden noch zusätzliche Arbeiten ausgeführt, die nicht im Angebot standen (und natürlich von dir gewollt wurden).

Wenn es also nicht nur ein Kostenvoranschlag war, sondern anscheinend ein Pauschalpreis, dann muss auch nur dieser Pauschalpreis bezahlt werden. Frage den Handwerker doch mal, warum du nun mehr bezahlen sollst als vereinbart.

Antwort
von Suntec1989, 66

Pauschal bedeutet pauschal. Wenn es Teurer werden sollte hätte der Handwerker dich vorher informieren müssen und auch eine plausible erklärung parat haben! Zahl ihm den Pauschalbetrag und weise auf den Vertrag hin. Selbst wenn es zu komplikationen gekommen ist und zu mehr Arbeit, hätte er dich zuvor informieren müssen.

Antwort
von Matap, 51

im vertrag steht:
Zizat: "Als Vergütung sind vereinbart ein Angebotspeis von 25400€ incl. gesetzlicher Mertwertsteuer"

Die Abweichung vom vereinbarten Preis beträgt ca 40%.

Was ich hier herauslese ist, dass ich rechtlich gesehen diese hohe Abweichung nicht akzeptieren muss

Antwort
von schwarzwaldkarl, 54

die entscheidende Frage ist, hast Du einen unverbindlichen Kostenvoranschlag bekommen oder doch eher ein befristetes Angebot? 

Wenn der Vertrag nach dem Angebotspreis schriftlich vereinbart wurde, muss die Rechnung identisch sein... Bei einem Kostenvoranschlag sieht es leider etwas anders aus... 

Antwort
von Mignon4, 59

Das hängt von der Formulierung eures Vertrages ab. Hast du Festpreise vereinbart? Dann wäre ohne Zusatzleistungen, die vorher im Vertrag nicht vereinbart waren, keine Preiserhöhung möglich.

Meines Wissens (ich kann mich irren!) sind ca. 10% über dem anfänglichen Angebot/Vertrag akzeptabel.

Prüfe, ob sich im Laufe der Arbeiten Zusatzleistungen ergeben haben, die auch zusätzlich bezahlt werden müssen.

Antwort
von maggylein, 68

Wenns vertraglich vereinbart war also ein Festpreis ohne Abweichungen ist das recht auf deiner Seite
Anders wäre es bei einem vorabangebot oder Kostenvoranschlag aber auch da glaub ich nicht dass das 10000 euro abweichen darf

Kommentar von Mignon4 ,

Ich glaube, die Abweichung kann durchaus angemessen sein. Sie muß in Relation zum Gesamtauftragswert gesehen und gesetzt werden.

Kommentar von maggylein ,

ok ich weiß natürlich nicht wie teuer der gesamtausbau gekostet hat... 10000 hört sich auf jeden Fall viel an. und ohne vorherigen Hinweis das wegen xy mehr kosten entstehen glaube ich nicht dass das haltbar ist

Antwort
von peterobm, 39

http://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/handwerkerangebote/handwerkerang...

Dabei bekam ich von meinem Handwerker ein Angebot.

spezifiziert oder als Gesamtbetrag?

Spezifiziert kann man bis zu 20% die Endsumme überschreiten, das wäre zulässig; alles weitere MUSS mit dem Bauherren abgesprochen und genehmigt werden.

Antwort
von rudelmoinmoin, 25

das sollte dir erstmals der Handwerker dringend Begründen, gegenüber dem festen Vertrag 

Antwort
von BarbaraAndree, 52
Kommentar von schwarzwaldkarl ,

auch hier geht es nicht um ein Angebot, sondern um einen Kostenvoranschlag... zwei verschiedene Dinge... 

Antwort
von Pucky99, 48

Dazu müsste man den ganzen Vertrag lesen. Nach dienen Schilderungen ist es nicht rechtens.

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