Frage von flowchilled, 204

Darf die Polizei meine Daten an den Täter weiter geben?

Folgender Fall: Eine Bekannte von mir besuchte vor einiger Zeit ein großes Volksfest bei welchem Ihr Handy geklaut wurde. Der mutmaßliche Täter konnte nach kurzer Zeit durch eine Freundin meiner Bekannten ausfindig gemacht werden, da er das Handy in der Hand hatte. Die Polizei wurde hinzugezogen und es wurde eine Strafanzeige wegen Diebstahl gegen den mutmaßlichen Täter erstattet. Nach einiger Zeit klingelte es spät abends bei meiner Bekannten an der Haustür und wer stand vor der Tür? Richtig, der mutmaßliche Täter. Darf die Polizei ohne Erlaubnis oder Mitteilung einfach so Daten des Opfers an den Täter weiter geben? Ich halte die ganze Sache für ziemlich fragwürdig. Über SINNVOLLE Antworten würde ich mich freuen :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Translateme, 155

Im Ermittlungsakt steht alles drin. Der Täter ist Partei des Strafverfahrens u hat Akteneinsicht. 

Wenn deine Freundin berechtigte Gründe bekannt gibt, kann sie ihre Daten von der Akteneinsicht ausnehmen. In diesem Fall zu spät. 

Außerdem würde ich den Vorfall mit dem Täter sofort der Polizei melden. Sofern er nicht gute Absichten verfolgte u eine Wiedergutmachung anbot, ist sein Verhalten nicht förderlich. 

Kommentar von flowchilled ,

Eine Entschuldigung stand nicht in seiner Absicht. Er wollte Ihr eher mitteilen, dass er alles daran setzen wird das Strafverfahren zu gewinnen, sei es mit einem, zwei oder drei Anwälten. Es war laut Gespräch mit meiner Bekannten eher eine drohende Situation.

Kommentar von DetlefWeissmuel ,

er kann sich auch 50 anwälte nehmen, wenn man diebesgut bei ihm findet, ist das erst mal nicht so prima

außerdem passiert deiner freundin dann immer noch nichts, wenn er freigesprochen wird

er wird dann nur nicht bestraft

Kommentar von flowchilled ,

1. Die Akte wurde noch nicht an den Anwalt gegeben bzw. hatte er noch keine Einsicht gefordert.

2. Er stand ohne Anmeldung spät abends vor Ihrer Haustür und hat auf sie einreden wollen.

Naja letztendlich kann es nur von der Polizei weiter gegeben worden sein.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei, 93

Eine Weitergabe der Daten durch die Polizei kann, muss aber nicht sein. Der Täter kann durchaus Akteneinsicht verlangen, es ist sein Recht. Vielleicht bekam er die Daten vom StA?

Und wenn er vor der Türe stand... was wollte er denn? Kann es sein, dass er sich entschuldigen wollte? Oder wollte er gar die Anzeigende bedrohen?

Bisher sehe ich nichts Verwerfliches.

Antwort
von Denno2015, 116

Naja ich sehe das so.

Deine Freundin erstellt eine Anzeige -> Ihre Daten werden aufgenommen. 

Der mutmaßliche Täter bekommt ein Schreiben -> Die Daten sind erfasst.

Logischerweise darf der Täter wissen wer ihn angezeigt hat. Adresse rausgeben tut die Polizei eigentlich nicht, würde mich wundern. Heutzutage reichen Vor- und Nachname meistens schon aus, um eine Adresse ausfindig zu machen.

Antwort
von FloTheBrain, 59

Leider ist es im Verlauf eines Strafverfahrens immer möglich, dass ein Täter an die Daten des Opfers kommt. Nur bei Gewaltverbrechen können Schutzmaßnahmen dagegen getroffen werden. Der Anwalt des Täters hat aber immer Akteneinsicht.

Antwort
von Allyluna, 84

Woher weißt Du denn, dass er die Daten von der Polizei hat? Er hatte schließlich ihr Handy... Wer weiß, was er in der Zeit darauf gefunden (oder auch installiert) hat?

Antwort
von holgerholger, 54

Bist Du sicher, daß er die Daten von der Polizei hat, Schließlich wusste er ja wohl, von wem er das Handy geklaut hat. Die Tat geschah ja augenscheinlich im bekannten Umfeld. Sie sollte zur Polizei gehen und die Bedrohung melden, das ist schließlich auch strafbar. 

Antwort
von HERRBERND22, 32

An einen Täter dürfen keinerlei Daten weiter gegeben werden. Egal ob mit oder ohne Beschluss.

Antwort
von marshmalloooow, 48

Wenn er deinen Namen hat, braucht er nur zum Einwohnermeldeamt gehen, legt ein bisschen Geld auf den Tisch und schon hat er die Adresse. 

Antwort
von flowchilled, 88

Zum Thema Rechtsanwalt:
Auch hier handelt es sich um Datenschutz und auch der Rechtsanwalt darf nicht so einfach Adressen herausgeben.

Des Weiteren ist meine Bekannte in keinerlei sozialen Netzwerken oder Telefonbüchern mit ihrem persönlichen Namen gemeldet, was es ziemlich schwer macht die Adresse herauszufinden.

Das Handy war gesperrt. Er konnte auch hier keine Informationen über Adressen oder Telefonnummern herausfinden. Es muss also theoretisch von der Polizei kommen.

Kommentar von DetlefWeissmuel ,

nein, der anwalt war es

ja, er darf es nicht, aber viele tun es

du bezahlt den anwalt, du bist sein kunde....

Antwort
von Kuestenflieger, 34

warum sollte er die adresse von der ordungsbehörde haben , sicher haben andere geredet ! die freundin der bekannten z.b. , ohne böse denke .

Antwort
von Still, 50

Bei vielen Delikten werden die Daten ausgetauscht! um das Privatklage Verfahren durchführen zu können. Außerdem strebt die Justiz nach einem sg. Täter/Opferausgleich. Du hast auch gar nicht geschrieben, was der Täter bei der Freundin wollte? Darf man denn nicht um Entschuldigung bitten? Letztlich muß jeder bei Gericht seine Identität vollständig angeben. Wie du siehst, ist im Gründe genommen nichts schlimmes geschehen.

Antwort
von AssassineConnor, 33

Nein darf sie nicht und wird sie auch nicht. Ich denke eher, das der Täter ihr gefolgt ist oder durch das handy wusste wo sie wohnt. Denn die Polizei gibt nichtmal den Opfern die Daten des Täters oder von Zeugen!

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