Frage von Stinktierchen10, 89

Darf die Betreuerin der Agentur für Arbeit in diesem Fall einfach die Sozialhilfe streichen?

Folgendes: jemand nahestehendes von mir hat starke familiäre und psychische Probleme, ist mittlererweile obdachlos und versucht sich so gut wie es geht bis er wieder zu einem Familienmitglied ziehen kann ein Schlafplatz bei mir oder Freunden zu besorgen. Er gehört unterstützt, ihm gehören Türen geöffnet und Mitgefühl entgegengebracht. Er bekommt Sozialhilfe von der Argentur für Arbeit, hatte immer eine super Betreuerin die ihn unterstützt hat. Er macht gerade auf einer Schule seinen Realschulabschluss nach, das hat diese Betreuerin gelobt. Doch die ist plötzlich nicht mehr da. Die neue Betreuerin, ich bin Zeuge, ist erniedrigend bis zum geht nicht mehr. Sie sagt, die Schule sei, ich zittiere: "Das ist eine Freizeitbeschäftigung als wenn ich abends mit meinem Hund spazieren gehe oder mich mit Freunden treffe." Er konnte zu 2 Terminen nicht kommen, brachte eine Krankmeldung mit und wollte den Bericht vom Krankenhaus noch nachreichen. Nur gemotze. Es seien alles nur Ausreden und sie deutete darauf hin, das er simulieren würde, obwohl die vorherige Betreuerin von seiner krankheitlichen Laufbahn bescheid wusste. Er bekam zuvor Angebote mit bei denen er sich bewerben sollte, bewarb sich aber nur bei den Betrieben, die er ohne mich und mein Auto erreichen kann und die er zeitlich mit der Schule auch hin bekommt. Er würde nichts machen wollen, er wäre jetzt bei 400% - warum, weil er ein Ziel vor Augen hat das er erreichen will, die Realschule ist bald abgeschlossen und er will eine Ausbildung machen - wofür er auch logischerweise den Realschulabschluss macht. Er hat im Moment auch ernsthafte Probleme bei denen er Hilfe braucht, dafür sind diese Ämter meiner Meinung ja auch da. Nomalerweise. Weil sie immer erniedrigender wurde und ich ihn in Schutz nehmen wollte, warf sie mich schließlich aus ihrem Büro. Ich bin nicht die geschädigte, aber ich brach draußen zusammen, weil ich nicht verstehen kann wie man so mit Menschen umgehen kann. Sogar für mich war das ein traumatisches Erlebnis. Was soll man denn jetzt tun? Einen Rechtsanwalt einschalten? Beim vorgesetzten beschweren? Das traurige ist, das die Betreuerin dafür schon bekannt ist.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Larissa211, 59

Ihr solltet vllt mal mit dem Vorgesetzten der Betreuerin reden. Immerhin seid ihr zu zweit und du kannst das ja bezeugen, was da so los ist. Dann könntet ihr einen Antrag auf einen neuen Betreuer stellen und schauen, ob das klappt. Wenn es nicht klappt, müsst ihr euch nur öfter bei dem Vorgesetzten beschweren. 

Kommentar von Stinktierchen10 ,

Wir haben uns dafür entschieden das zu tun und es hat geklappt. Der Chef persönlich hat sich darum gekümmert und siehe da, es läuft alles wunderbar. Ich kann die Menschen nicht verstehen die sowas noch in Schutz nehmen. Als gesehen wurde wie ernst seine Lage eigentlich war wurde sofort eingegriffen und nun steht er schon wieder auf den Beinen - dass die Psyche auch auf den Körper schlagen kann, ist vielen gar nicht wirklich bewusst. Danke für deine Antwort, sie hat uns zu diesem Schritt ermutigt. 

Antwort
von blumenkanne, 50

die beraterin hat recht, reaschule ist eine sache die er in seiner freizeit machen kann. also abendschule. er hat nur anspruch auf alg2 wenn er der vermittlung von arbeit zur verfügung steht. das ist seine hauptaufgabe. bewirbt er sich nicht auf alle stellenangebote, dann bekommt er eine sanktion. kommt er nicht pünktlich zum termin bekommt er eine sanktion.

wie er seine schule im abendstudium hinbekommt muss er mit den arbeitgebern klären. wenn der job zu weit weg ist, dann muss er umziehen, immerhin hat er die pflicht sich deutschlandweit zu bewerben. an dem verhalten das du beschreibst, ist keinerlei erniedrigung zu sehen. sie hat völlig recht. das amt ist dazu da arbeit zu vermitteln, zu fördern durch arbeitsmaßnahmen oder andere maßnahmen. aber sie fordern auch und dazu gehört, dass deinem freund erstmal seine pflichten bewußt werden und die erfüllt er nicht.

wenn er krank ist, muss er sich unverzüglich krank melden, beim termin entschuldigen und die krankmeldung vorlegen. fertig.

wenn er vollzeitschulbesuch plant, dann wird er aus dem bezug abgemeldet, weil er keinen anspruch auf leistungen hat und dann muss er bafög beantragen. sollte er noch nicht die zeiten für elternunabhängiges bafög erreicht haben, werden seine eltern mit geprüft. geht er in die abendschule, dann kann er tagsüber arbeiten gehen.

ein anwalt, beschwerden oder ähnliches werden dir nichts bringen, da sie das problem von deinem freund nicht lösen. er muss lernen für sich selbst einzustehen und sich wie ein erwachsener verhalten.

Kommentar von Stinktierchen10 ,

von was lebt er dann, wenn die Eltern ihn nicht unterhalten können, er auf dem Arbeitsmarkt nicht verfügbar sein kann und die Schule nicht von BAföG gefördert wird? Denn dies hatte er schon beantragt und dies wurde abgelehnt. Und wenn er umzieht, dann muss er ja die Schule abbrechen und die kann er nirgendswo fortführen, damit zerstört er ja seine Zukunft? Das kann doch nicht so egal sein. Er würde ja gern arbeiten gehen, aber er hat ja gar kein Mitspracherecht. Er ist für seine jungen Jahre halt auch schon sehr gesundheitlich angeschlagen, das wird auch völlig ignoriert. Ist aber eben noch nicht völlig erwerbsgemindert, weshalb er auch keine Grundsicherung bekommt. Bei Fehlen war er krank gemeldet, trotz der schlimmen Umstände. Er weiß sehr wohl was seine Pflichten sind und denkt eben schon weiter, aber anstatt seine Ziele gefördert werden, wird er aus der Bahn geworfen und das ist sehr wohl erniedrigend. Warum gab es denn diese Probleme mit dem Leiter der anderen Beratungsstelle und der vorherigen Beraterin die er hatte nicht?

Kommentar von blumenkanne ,

stand auf der krankmeldung: transportunfähig und bettlägerig?

wenn er umziehen muss, dann muss er eben umziehen. das müssen millionen andere menschen auch. die schule kann er an jedem ort x in der brd einfach fortsetzen. jedes kolleg oder abendschule ist bafögförderungsfähig und wird auch gefördert. das nennt sich schülerbafög, dann muss er sich eben erkundigen.

wenn seine eltern ihn nicht fördern können, dann muss er tagsüber arbeiten gehen und abends in die schule. was glaubst du wie andere schulabbrecher ihre karriere fixen? seine eltern sind doch nicht dafür verantwortlich ihn ein leben lang durchzufüttern.

wie wäre es mit einer ausbildung und in der zeit macht er im rahmen seiner ausbildung den realschulabschluss gleich mit. das kann er seinen berufsberater fragen, die geben ihm angebote, wenn sie welche haben.

seine krankheiten und privaten probleme interssieren keinen menschen. mach dich frei davon. entweder er ist erwachsen und kommt endlich in die puschen oder er sucht sich einen rechtlichen betreuer der ihm für den rest des lebens diktiert was er zu tun hat. er ist im unrecht und die sb hat völlig recht. sie kann ihn auch aus dem vollbezug nehmen, wenn erkennbar ist, dass er vollzeit in der schule ist und der vermittlung nicht zur verfügung steht. was machst du wenn er in eine vollzeitmaßnahme kommt und diese nicht antritt, weil er in irgendeine schule läuft. spätestens dann fliegt er raus und das zurecht: ihm stehen bei schule und ausbildung keine leistungen nach dem sgbII zu. er ist sich seiner pflichten also überhaupt nicht bewußt

Kommentar von Stinktierchen10 ,

Wie schon geschrieben, BAföG lehnte den Antrag mehrmals ab und auch die Schule selbst bestätigte dass sie nicht gefördert wird. Er ist krank und hat keinen festen Schlafplatz. Es handelt sich nur noch um Tage, bis er wieder einen festen Wohnsitz hat. Was ist so schwer daran, demjenigen die kurze Zeit noch zu lassen um Fuß zu fassen? Wenn er was sieht bewirbt er sich, aber eben nicht auf die Vorschläge die teilweise wirklich unsinnig sind. Wenn gute dabei sind, hat er sich beworben doch "laut Computer" würde er lügen. Er schaut eben selbstständig aber das wird ihm nicht angerechnet. Und die Schule kann eben nicht weitergeführt werden, da haben wir uns auch schon erkundigt. Die Prüfung wurde individuell auf den Stoff, der in den 2 Jahren durch genommen wurde "gefertigt". Woanders würde er wohl möglich in manchen Fächern durchfallen, da die Prüfungen ganz anderen Stoff beinhalten. Das heißt, er müsste noch einmal ganz von vorne anfangen und die letzten Jahre waren umsonst. Wie kann man sowas unterstützen? Das ist doch wirklich Menschenunwürdig. Auch "erwachsene" Menschen brauchen manchmal etwas Unterstützung und Wertschätzung! Die Umstände hat er sich ganz bestimmt nicht selbst ausgesucht und wenn er könnte würde er alles machen. Das Wort Humanität ist vielen Menschen einfach nicht bekannt! Ich hoffe und wünsche mir für ihn so sehr dass er wieder den Berater bekommt, den er als erstes hatte. Der hatte wenigstens noch etwas Menschlichkeit in sich.

Kommentar von blumenkanne ,

die prüfungen sind extern wie intern immer dieselben. glaubst du du bist der erste der sich mit der thematik beschäftigt? im ganzen bundesland schreiben alle schüler die gleiche prüfung, dabei ist es egal ob du das im ersten oder zweiten bildungsweg machst. warum sollte er durchfallen, wenn er alles behandelt hat im rahmenlehrplan. die prüfung fertigen die lehrer nicht, der ist vorgegeben. die prüfungen kennen die lehrer im voraus garnicht.

humanität, wertschätzung, unterstützung ist privatsache - das interessiert einen sachbearbeiter nicht. es wurden ganz klar die richtlinien geklärt und wenn er sich nicht auf das bewirbt was ihm zugesandt wird, dann wird sanktioniert und zwar zu recht.

schick ihn in die abendschule, hol ihn einen psychologen ran, der ihn untersucht und er soll abklären ob er überhaupt in der lage ist dinge des täglichen lebens zu überblicken.

die rechtliche lage ist ganz klar. gefördert wird wer dem arbeitsmarkt zur verfügung steht tgl. mind. 3 stunden. vorgabe sind vollzeitjobs, bundesweit. er hat sich auf alles zu bewerben was ins haus kommt. ob das sinnig oder unsinnig ist, spielt dabei keine rolle. bei transportproblemen muss er umziehen. seine private bildung muss er wie alle werktätigen auch in die abendschule verlegen. er ist erwachsen und muss lernen für sich selbst zu handeln. du bist ihm da kein wirklich guter freund.

Antwort
von Felixie1, 54

Ja,ein Rechtsbeistand wäre sehr gut,nur ist der ziemlich teuer.Könnt ihr nicht einen Antrag auf eine andere Betreuerin stellen?

Kommentar von Stinktierchen10 ,

Man hört ja so viel was die mit einem machen, weiß aber nicht ob das rechtens ist was die da macht. Gegen das Menschenrecht hat sie jedenfalls meiner Meinung nach schon verstoßen... das ist wahrscheinlich unmöglich, da nur diese für seinen Bereich zuständig ist. Das einzige was uns eingefallen ist war, das er sich bei wem anders meldet da er ja eh obdachlos ist um an eine andere Beratungsstelle in einem anderen Bezirk und somit auch zu einer anderen Beraterin zu kommen. Aber spätestens wenn er wieder zu dem Familienmitglied zieht und dort gemeldet ist, muss er wieder dort hin... 

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