Frage von hoho88, 73

Darf die AOK jemanden (Student) ablehnen, obwohl er die vorgegebenen Bedingungen erfüllt?

Antwort
von kevin1905, 35

Nein. Gesetzliche Krankenkassen sind grundsätzlich einmal verpflichtet jeden anzunehmen. Es gibt aber Ausnahmen:

  • Der Student hat sich bei Beginn des Studiums von der GKV-Pflicht befreien lassen und ist privat krankenvollversichert. Ohne eine Statusänderung (Aufnahme einer versicherungspflichtigen Arbeitnehmertätigkeit) kann er nicht in die GKV zurück, so lange sein Status als Student anhält
  • Der Mensch war "nicht versichert" und vorher bei einer anderen Krankenkasse oder privaten Krankenversicherung versichert. Dann muss er sich erst einmal zwingend bei dieser versichern.
  • Die AOK ist in Regionen unterteilt. Ein Student in Bayern kann nicht bei der AOK Rheinland versichert sein. Nicht alle Kassen sind bundesweit aktiv.

Vielleicht schafft es der gebildete Student die Frage um eine Sachverhaltsdarstellung zu ergänzen. Allein aus der Überschrift ergibt sich nicht viel konkretes.

Kommentar von hoho88 ,

Vielen Dank erstmal für die kompetente Antwort. Der Student ergänzt die Frage hiermit durch ein paar weitere Angaben, auch wenn er auf dieser Plattform wenig private Details preigeben möchte. Der Student war zuvor familienversichert und möchte sich nun selbstständig bei der AOK versichern. Obwohl die auf der homepage geforderten Anforderungen an den Studenten erfüllt sind, versuchten die Mitarbeiter der AOK (nicht in Bayern) diesen abzuwimmeln. Nun ist  der Student auf der Suche nach den Gesetzen, welche es der Versicherung vorschreiben, diesen zu versichern.

Kommentar von kevin1905 ,

Warum muss es denn zwingend die AOK sein? Es gibt genug bundesweit agierende Kassen, tw. mit besseren Bonusmodellen, Service oder Ko-Op Partnern?

Wäre nicht der Weg des geringsten Widerstandes am sinnvollsten und zeitsparensten? Es sei denn du studierst Jura und willst daraus vielleicht eine Fallstudie zum Thema Sozialrecht machen.

Ich sehe auf Anhieb aber keinen Grund, aus dem sich eine Ablehnung erklären lässt. Verlange einen rechtsmittelfähigen Bescheid.

Kommentar von Apolon ,

Soll man aus diesem Hinweis entnehmen, dass der Student zwar noch die Möglichkeit hätte in der Familienversicherung zu bleiben, aber er es vorzieht, eine eigenständige GKV abzuschließen mit eigenen Beiträgen.

Kommentar von kevin1905 ,

Vielleicht will er als Werkstudent arbeiten.

Antwort
von Kirschkerze, 40

Bis auf wenige Ausnahmefälle: Ja darf sie. Sie hat aber auch bestimmt angegeben wieso?

Kommentar von hoho88 ,

Eben nicht, da alle Bedingungen erfüllt sind.

Antwort
von Spirit528, 34

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen jeden, der als Pflichtversicher einzustufen ist, aufnehmen und können niemandem kündigen. Ich werde mich hier nicht systemkritisch äußern, aber sogar die Politik erkennt langsam, dass die Pflichtversicherung als gescheitert zu betrachten ist.

Kommentar von kevin1905 ,

aber sogar die Politik erkennt langsam, dass die Pflichtversicherung als gescheitert zu betrachten ist.

Tut sie das?

Die Krankenversicherung zur Pflicht zu machen war eine der sinnvollsten Überlegungen der letzten Jahre und glaub mir daran wird sich nichts ändern.

Kommentar von Spirit528 ,

Ja. So sinnvoll, dass ich jetzt ein halbes Jahresgehalt Schulden bei denen habe. Vielen Dank. Nur weil man gezwungen wird sich zu versichern, heißt das nicht, dass man sich das auch leisten kann.

Ich bin leider kein Einzelfall.

Hier kehrt ausnahmsweise zuerst bei der CSU die Vernunft zurück  http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49878/CSU-fordert-Abschaffung-der-Krankenv...

Kommentar von kevin1905 ,

Ja. So sinnvoll, dass ich jetzt ein halbes Jahresgehalt Schulden bei denen habe.

Tja, das ist aber allein dein Problem und Mitleid habe ich damit auch nicht, denn

  • Die KV Pflicht in der GKV besteht seit 01.04.2007. Fast 9 Jahre und einige haben es immer noch nicht auf der Kette.
  • Gab es eine Amnestie in der dir ALLE Schulden erlassen worden wären, die ist aber zum 31.12.2013 ausgelaufen.
  • Keiner häuft heute Schulden bei der GKV an, wenn er sich einfach immer schön arbeitslos meldet, wenn man mal den Job verlieren sollte. Wer das nicht tut ist eben selber Schuld.
  • Was die Splitterpartei des Freistaats macht ist bundesweit nur mäßig interessant.
Kommentar von Spirit528 ,

Tz. Unglaublich. Alleine mein Problem. Aha. Wie ich schon schrieb: ich bin kein Einzelfall.

Okay, bitte erlaube Dir kein Urteil über meine Situation. Du weißt nicht, wie das zustande gekommen war.

Tja, richtig. Ich hätte immer schön weiter im Hamsterrad laufen müssen. Man ist seitens der AOK aber auch nicht aufrichtig und ehrlich zu mir, sondern agiert auf Grundlage des Mafiamodells und will mich ausrauben. Man sperrte mir mein Bankkonto, versuchte mein Lohn zu pfänden (bis man dann merkte, dass ich zu wenig verdiene). Obwohl ich immer wieder beteuerte dass ich zu genannten Zeitraum keine Einnahmen hatte. Nein, es gilt die Schuldsvermutung. Diese Mafia machte nicht davor halt, mir mein Konto zu freezen. Glücklicherweise war dies nicht der erste Angriff und ich hatte ein wenig für Sicherheit gesorgt.

Ich werde mich hier aber nicht kritisch äußern. Du kannst gerne in der Illusion weiter leben und in Kauf nehmen, dass Deine Mitmenschen bedroht und ausgeraubt werden. Ich komme von den Schulden wieder unproblematisch runter. Am System ändert das leider rein gar nichts. Und was hat das mit Gesundheit zu tun? Ok, wie gesagt, ich will mich nicht zu kritisch äußern.

Kommentar von DerHans ,

Darum geht es ja gerade eben, ob er gesetzlich pflichtversichert ist oder ob er bisher privat (über die Eltern) versichert war.

Antwort
von Gahrfield99, 42

Ja. Genau wie eine Bank dich bei einen Kreditanstalt ablehnen kann.

Kommentar von Gahrfield99 ,

kreditantrag

Kommentar von kevin1905 ,

Komplett falsch, da ein Vergleich mit Äpfel und Birnen.

Eine Bank oder sonstiger Kreditgeber ist ein privates Unternehmen. Es unterliegt der Vertragsfreiheit und dem BGB.

Eine gesetzliche Krankenversicherung ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und an das Sozialgesetzbuch gebunden. Die Krankenversicherung ist eine Pflichtversicherung für jeden in Deutschland gemeldeten Menschen, eine Ablehnung ist daher i.d.R. nicht möglich.

Antwort
von saarzwerg, 31

Klar.

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