Frage von NoName111222333, 55

Darf der Vermieter nachträglich Nebenkosten einführen?

Folge Eckpunkte

  • Mietvertrag war auf 5 Jahre befristet und wurde stillschweigend weitergeführt, so dass meiner Meinung nach der Mietvertrag nun unbefristet ist. Es ist eine WG aus 3 Personen Im Mietvertrag steht...

  • nur die qm Zahl des eigenen Zimmers

  • pauschal sind alle Kosten inbegriffen, also auch Strom, Warmwasser und Gas für die Zentralheizung

  • die Mitbenutzung der Küche

Die Wonung, wie auch die weiteren 12 Wohnungen, haben alle keine Zähler für die Heizungen. Seit 8 Jahren hat man nie etwas von Mieterhöhungen gehört, noch irgendwelche Abrechnungen gesehen.

Neue Mieverträge, also auch der Mitbewohner, haben mittlerweile die restlichen qm der Wohnung mit als qm Zahl drin, anders wie der hier beschriebene Vertrag. Ebenso steht bei ihnen etwas von Kaltmiete + ein pauschaler Nebenkostenbetrag, welcher auch den Strom enthält. Es gibt im Keller pro Wohnung, also je 3er WG, einen Stromzähler, allerdings zahlen quasi alle 12 Wohnujngen gemeinsam den Strom pauschal über die Miete. Es gab bisher noch nie in den 8 Jahren eine Abrechnung.

  1. Kann der Vermieter nun bei meinem Mietvertrag (dieser ist doch auch nach 8 Jahren noch gülttig???) nun anpassen lassen?
  2. Wie ist das genau mit den Nebenkosten? Kann er bei den Daten nur die Kaltmiete erhöhren?
  3. oder kann er auch die Nebenkosten erhöhen, wenn ja, für welche qm Zahl gilt das dann, nur von dem eigenen Zimmer oder gibt es für ihn die Möglichkeit die gleichen qm Zahl anzunehmen wie bei den neuen Mietern der gleichen Wohnung (3er WG)?
  4. Wie will er überhaupt die "Nebenkosten" (finde ich bei Strom ja eher unangemessen angeben? Es fehlt ja ein Stromzähler pro Zimmer (mal von dem Allgemeinstrom durch den Boiler und Strom in der Küche)?
  5. Oder sind ihm bei den Mietvertrag total die Hände gebunden und kann er da quasi nie die Nebenkosten nun abrechnen?

Anzumerken ist noch, dass für mich überhaupt nicht klar ist, wie man nun im Nachhinein die Kalt und Warmmiete bei mir bestimmen will.

Herzliche Grüße & Dank!

Antwort
von schleudermaxe, 16

Nein, er wird auch keine einführen, das machen doch die in Berlin, so kenne ich es aus unseren Häusern.

Viel Glück.

Antwort
von anitari, 20

Kann der Vermieter nun bei meinem Mietvertrag (dieser ist doch auch nach 8 Jahren noch gülttig???) nun anpassen lassen?

Nur wenn Du zustimmst.

Bei Mietverträgen mit Kaltmiete und monatlichen Vorauszahlungen für Nebenkosten erfolgt die Abrechnung, wenn nach Verbrauch und Verursachung nicht möglich und vertraglich nicht anders vereinbart, nach der Wohnfläche.

Ist eine Pauschale für NK vereinbart gibt es keine Abrechnung. Eine Anpassung wäre nur möglich wenn dies vertraglich vereinbart ist.

Anzumerken ist noch, dass für mich überhaupt nicht klar ist, wie man nun
im Nachhinein die Kalt und Warmmiete bei mir bestimmen will.

So lange Dein Vertrag besteht muß Dich das nicht interessieren.

Kommentar von NoName111222333 ,

Vielen Dank schon mal für Deine ersten Antworten.

Was bedeutet das denn jetzt?

In wie weit kann der Vermieter nun die Miete erhöhen?

Es ist ja aus meiner Sicht gar nicht klar, wie hier die "Kaltmiete" ist, weil das ja ein Warmmietvertrag inkl. Stromkosten ist.

Außerdem ist ja auch eine genaue Abrechnung nicht mögloch.

Keine Thermostate im ganze Haus, Stromzähler nur für jede ganze Wohnung.

Und falls aberechnet wird, müsste ich dann immer weniger bezahlen, weil bei mir nur das Zimmer in qm drin steht und meine Mitbewohner die Küche/Bad mit anteilig an qm drin haben. Bei mir steht nur Mitnutzung.

Kommentar von anitari ,

Noch mal, mit Dir ist eine Pauschal-/Inklusivmiete vereinbart. Folglich gibt es keine Abrechnung. Folglich auch keine Nachzahlung oder Gutschrift. 

Einen neuen Mietvertrag, wenn angeboten, in dem Kaltmiete + Nebenkostenvorauszahlungen vereinbart sind mußt Du nicht unterschreiben.


Außerdem ist ja auch eine genaue Abrechnung nicht mögloch.


Dann wird nach der Wohnfläche abgerechnet.















Antwort
von albatros, 8

Es gilt der abgeschlossene Mietvertrag des jeweilgen Mieters für diesen weiter, auch wenn bei anderen WGlern ein Wechsel mit anderen Konditionen stattfand. Deine Pauschalmiete bleibt mit dem bestehenden MV voll rechtswirksam. Es können also nun nicht plötzlich monatliche Vorauszahlungen  gefordert werden. Das wäre eine einseitige unzulässige Vertragsänderung. Du hast einen Mietvertrag und der bleibt wie er ist wirksam. Alles andre weise zurück.

Antwort
von AchIchBins, 4

Höchstdauer der Befristung

Der Gesetzgeber hat keine zeitliche Obergrenze zur Festlegung der
Befristung gesetzt. Daher ist jede Zeitspanne zulässig. Möglich ist
zudem, dass ein unbefristeter Mietvertrag durch eine entsprechende
schriftliche Vertragsänderung in einen echten Zeitmietvertrag
umgewandelt wird.

Voraussetzungen

Ein Zeitmietvertrag kann nur unter einem der drei in § 575 Abs. 1 Nr.
1 – 3 BGB genannten sachlichen Gründe wirksam abgeschlossen werden:

- Eigennutzung (§ 575 Abs. 1 Nr. 1 BGB)

- Modernisierung und Baumaßnahmen (§ 575 Abs. 1 Nr. 2 BGB)

- Betriebsbedarf bei Werkmietwohnungen (§ 575 Abs. 1 Nr. 3 BGB)

Ausschließlich auf der Grundlage dieser drei Qualifizierungsgründe ist der Abschluss eines Zeitmietvertrages zulässig.

Gerade weil das Haus nicht mit ausreichend Zählern ausgestattet ist, wählt ein Vermieter eine Pauschale. Jetzt ist er wohl darauf gekommen, dass seine Kosten höher sind, aber die verlangten Pauschalen diese nicht decken und er diese auch nicht nachfordern kann. Er wählt daher für die neuen Mietverträge eine anpassbare Form, nämlich mit getrennt ausgewiesener Kaltmiete und Nebenkosten.

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