Frage von Tobbes2103, 73

Darf der Vermieter den Personenschlüssel der Dauermieter ändern, wenn er eine Wohnung im Haus auf Zeit vermietet und dafür nur eine halbe Person berechnet?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 31

Wenn vereinbart ist, dass die Wasserkosten nach Personen aufgeteilt werden und es ist eine Wohnung dabei, die mal leer steht und dann wieder auf Zeit vermietet ist, muss er für die Zeit der Vermietung die Anzahl der Personen angeben, die jeweils drin gewohnt hat und für die Zeit des Leerstandes wird nichts angesetzt, bzw. 0 Personen. Einfach eine halbe Person anzusetzen, ist willkürlich und nicht erlaubt.

Kommentar von albatros ,

Für die Zeit des Leerstandes ist sehr wohl entspr. der Größe der Wohnung eine oder zwei Personen anzusetzen. Deren Anteil fällt aber dann auf den Vermieter, ist also wie bei allen anderen betriebskosten bei Leerstand vom Vrmiete zu tragen (Geschäftsrisiko).

Kommentar von bwhoch2 ,

Hier liegt albatros nicht richtig. Natürlich muss der Vermieter alle Kosten mittragen, die auf das Haus als ganzes entfallen. Z. B. Versicherungen, Grundsteuer, m²-Anteil der Heizkosten.

Für die Aufteilung des Wasserverbrauchs, wenn diese nach Personenanzahl geregelt ist, kann man dann nicht einfach einen imaginären 1- oder 2-Personenhaushalt ansetzen, wenn die Wohnung leer steht.

Wenn nicht auch noch jede Menge Wasser für den Allgemeinbereich, z. B. für Gartenbewässerung anfällt, das nicht separat gemessen wird, entsteht nun mal kein Verbrauch, wenn eine Wohnung nicht vermietet ist.

Setzt der Vermieter aber für die Dauer eines jeweiligen Leerstandes eine halbe Person an, dann ist das schon i. O. Im bewohnten Zustand muss aber immer die Anzahl Personen angegeben werden, die tatsächlich die Wohnung bewohnt und wenn es jeweils nur für kurze Zeit ist.

Kommentar von bwhoch2 ,

Danke für die Auszeichnung.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 12

Ist die Umlage nach Personen vertraglich vereinbart muß der Vermieter auch die tatsächliche Personenzahl verwenden.

Für einen Mieter der z. B. nur von Januar - Juni Nutzer war 6 Personenmonate oder  181 Personentage.

Für die Zeit des Leerstandes der Wohnung muß er 1 fiktive Person verwenden.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 30

Der BK-Abrechung ist im Punkt Wasserkosten zu widersprechen. Die Kosten sind aus der Abrechnung heraus zu rechnen und auf keinen Fall zu bezahlen. Der Vermieter ist aufzuforderrn eine neue Wasserkostenabrechnung vorzulegen , die der Realität entspricht. Schönrechnen zu Lasten der Mieter  - das geht einfach nicht.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 8

Für die Zeit des Leerstandes sind   entspr. der Größe der Wohnung
eine oder zwei Personen anzusetzen. Deren Anteil fällt aber dann auf
den Vermieter, ist also wie bei allen anderen Betriebskosten bei
Leerstand vom Vermiete zu tragen (Geschäftsrisiko).

Antwort
von DerHans, 39

Eine Nebenkostenabrechnung muss "nachvollziehbar" sein.

Wenn er zeitweise Leerstand hat, muss er für diese Zeit die personenbezogenen Nebenkosten selbst tragen. dann ist die durchschnittliche Belegung anzurechnen.

Kommentar von Tobbes2103 ,

So habe ich mir das auch gedacht, da aber keine Nebenkostenabrechnung durchgeführt wurde bei Auszug des Dauermieters und daraufhin irgendwann die Vermietung auf Zeit dieser Wohnung erfolgte, kann man die Abrechnung nicht wirklich nachvollziehen. Der Vermieter hat die Nebenkosten der auf Zeit vermieteten Wohnung nun nur zur Hälfte angesetzt, obwohl sie permanent von anderen Kurzmietern bewohnt wird und die Nebenkosten auf die Dauermieter umgelegt.

Kommentar von DerHans ,

Belegung der Wohnung "auf Zeit" wäre ja eine gewerbliche Tätigkeit. Dann muss er diese Wohnung komplett aus der Berechnung für die Nebenkosten heraus rechnen.

ganz abgesehen von der Frage, ob das in einem reinen Wohngebiet überhaupt erlaubt ist.

Kommentar von bwhoch2 ,

Nein, Hans, Vermietung auf Zeit ist keine gewerbliche Tätigkeit. Und es ist in einem reinen Wohngebiet erlaubt

Diese Frage habe ich für mich im letzten Jahr ganz ausführlich geklärt. "Wohnen" ist ziemlich eindeutig definiert. Also die Nutzung einer Wohnung zu dem, was man allgemein als "Wohnen" bezeichnet ist, schlafen, Essen zubereiten, essen, sich erholen.

Ein Touri, der z. B. eine Wohnung über airbnb mietet, macht darin normalerweise auch nichts anderes. Wohnen ist im Wohngebiet erlaubt.

Als gewerbliche Tätigkeit wird es deshalb nicht gewertet, weil die Vermietung einer Wohnung zu Wohnzwecken nun mal keine gewerbliche Tätigkeit ist, auch wenn es nur ganz kurze Aufenthalten sind. Das ergab die diesbezügliche Anfrage beim hiesigen Gewerbeamt.

Kommentar von anitari ,

obwohl sie permanent von anderen Kurzmietern bewohnt wird und die Nebenkosten auf die Dauermieter umgelegt.

Das läßt vermuten das der Mieter hier eine Pauschalmiete bzw. Betriebskostenpauschale vereinbart hat. Aber das wäre sein Problem, nicht das der anderen Mieter.

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