Frage von naninka, 64

Darf der Steuerberater soviel berechnen?

Hallo Community,

Ist es eigentlich in Ordnung, wenn der Steuerberater über 250€ nur für die Einnahmen/Überschußrechnung berechnet, obwohl ich die Unterlagen schon soweit vorbereitet habe, dass im Grunde nichts mehr zu tun ist?

Ich bin selbstständig und bereite meine Steuerunterlagen immer sehr gut vor, d.h. alles in Exceltabellen, alles feinsäuberlich gelistet, Belege geklebt und Kontoauszüge vollständig und markiert. Auch die Einnahmen/Überschußrechnung gebe ich schon mit Zahlen an, Endsummen inklusive. Würde ich auch so beim Finanzamt abgeben. Nur hab ich mich bislang nicht getraut, die Formulare für die Einkommenssteuer selber auszufüllen und fand es deshalb sicherer, steuerlich vertreten zu werden - deswegen der Steuerberater. In der Rechnung vom Steuerberater taucht jetzt aber neben den nachvollziehbaren Posten auch die Einnahmen/Überschußrechnung auf und die ist mit über 250€ schon sehr happig. Zahlen muss ich die Rechnung so oder so, aber ist das so in Ordnung? Was sind da eure Erfahrungen?

Antwort
von zonkie, 39

Du kannst ihn ja mal fragen warum er dir so viel berechnet. Das wird er dir sicherlich auch gut Erklären können. Ich gehe auch einfach mal pauschal davon aus das er mehr macht als nur die Zahl zu kopieren. Zumindest ist das in aller Regel mein Arbeitsauftrag wenn ich solche Unterlagen bekomme ich prüfe sie.

Er wird sich wohl an die Gebührenordnung halten und dort teif einsteigen. 250€ ist nun ehrlich gesagt nicht viel für eine Steuerberaterrechnung.

Aber hier lese ich häufiger einen StB ich hoffe er kann dir auch mal einen kurzen Überblick geben :)

Kommentar von naninka ,

250€ alleine wäre schön für die Rechnung, leider ist das ja nur ein Teil der Rechnung. Mein Gedanke war ja, je mehr ich vorarbeite und die Unterlagen vorbereite, desto weniger Arbeit hat der Steuerberater und das schlägt sich dann wieder im Preis nieder. So gesehen könnte ich dem ja auch einfach nen Karton hinstellen und sagen "mach mal" - von den Kosten müßte es ja dann anscheinend gleich sein...

Kommentar von zonkie ,

Das bezweifel hingengen stark denn da packt der StB in der Gebührenordnung zu ^^

Geht es nach Gebührenordnung hält er sich an den Gegenstandswert. Meist Orientiert man sich mittig an dem was möglich ist bei dir sollte es dann etwas drunter sein. Hast du das Glück gut zu verdienen kommen da sehr schnell einige €€ zusammen dafür kann dann der Stb nichtmal viel.

Es mag sein das er etwas tiefer in der Gebühr gehen könnte eventuell würde ein anderer das auch machen das kann ich dir nicht sagen da ich weder die Arbeit die er leistet kenne noch dein Einkommen. Ich muss leider nur sagen das diese Gebührenposition besteht und Teilweise per Definition hoch sein kann.(Eventuell kannst du ihn ja drauf ansrpechen ob du noch was bessere machen könntest oder das er btte nichts prüfen soll um in der gebühr ein kleinen hupser nach unten zu machen)

Es gibt Steuererklärungen die sind  nahezu keine Arbeit da die Mitarbeiter des Mandanten fast alles machen und eigentich nur Steuerbescheide einfach abgetippt werden . Die Rechnung die dafür anfallen kann würde dich erschlagen schlicht weil der Gegenstandswerd gigantisch ist... Da sind 5stellen einfach möglich.

Zuletzt noch ggf als Denkansatz ..(ob das zulässig ist sei dahingestellt) der Stb könnte den Gedanke haben ich haue 50€ mehr in die Selbstständige Arbeit die Kosten zieht er als Betriebsausgaben  ab, dafür mach ich den Mantelbogen 50€ billiger den auf den kosten bleibt er sitzen. ...

Kommentar von zonkie ,

eben nochmal die Überschrift gelesen

... um die Antwort zusammen zu fassen: Bei entsprechenden Gegenstandswert darf er das, ja.

ob du damit bei einen Preis/Leistungstechn günstigen StB bist ist was anderes. (ich kenne einen Zahnarzt der grundsätzlich überall extrem teuer ist...seine Gebühr gibt das her .. warum macht er es .. weil ihm so oder so die Bude eingerannt wird. warum nicht mitnehmen was man kann)

Kommentar von naninka ,

super, danke für deine ausführliche Antwort. Das macht das ganze für mich etwas transparenter...! Ich frage einfach beim nächsten Mal, an welchen Knöpfen ich noch drehen kann, um das ganze günstiger zu machen :-)

Kommentar von zonkie ,

Ja versuch es einfach mal :) Ein Steuerberater ist auch ein Mensch und die meisten die ich kenne sind sehr nett und sie sind auch froh wenn sie der Mandant mithilft.

Wie gesagt es kann sein das deiner eventuell etwas mehr verlangt als ein Anderer das kann man hier nicht beurteilen da hier doch mehrere Faktoren Einfluss haben.

Antwort
von QWERTY17, 14

Ich kann nur dazu beitragen, dass es ein ganz schönes Gefummel ist, die Anlage EÜR zu befüllen, wenn man die Daten aus Excel von Hand einträgt.

Ich glaube, dass der Stb wahrscheinlich die 250 Euro abrechnen durfte. Ich denke aber auch, dass man es ruhig etwas günstiger hätte machen können. Einfach zukünftig einen Preis vereinbaren.

Antwort
von Stellwerk, 47

https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/stbgebv/gesamt.pdf

Hier ist die Gebührenverordnung für Steuerberater

Antwort
von oppenriederhaus, 49

Der Steuerberater hat seine Gebührenordnung und danach richtet sich die Höhe der Rechnung

Kommentar von naninka ,

Ja, das mit der Gebührenordnung ist mir auch klar. Aber wenn laut dieser Ordnung der Posten Einnahmen/Überschußrechnung einfach Betrag x kostet, dann kann ich mir beim nächsten Mal meine Vorarbeit sparen? Mir geht es ja darum, dass der Steuerberater stumpf einen Posten abrechnet, den ich von der Leistung her schon selber erbracht habe. Verstehst du, was ich meine?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

dir ist schon klar, dass der Steuerberater, wenn er die Zahlen ungeprüft übernimmt, ein kleines Haftungsrechlichtes Problem hat?

kein Steuerberater, der etwas auf sich hält, wird Zahlen, die ihm der Mandant vorlegt (und schon gar nicht bei einer EÜR) ungeprüft übernehmen .....

der Steuerberater hat die Aufstellung, die ihm vorgelegt wurde, überprüft (wozu er lt. Berufsordnung verpflichtet ist ....).

Du hättest dich sicherlich bei ihm beschwert, wenn er die Zahlen ohne Prüfung übernommen hätte und das Finanzamt dann Ausgaben nicht anerkannt hätte ..... wäre ja schließlich seine Aufgabe gewesen ...

Kommentar von naninka ,

Ja, leuchtet mir ein. Nur ist ja ein Unterschied zwischen den Unterlagen "prüfen" und die Unterlagen selber anfertigen, rein vom zeitlichen Aufwand. Ich muss auch dazu sagen, dass wir hier über einen Minibetrieb sprechen, also max. 3 Seiten Auflistung der Ausgaben plus einer Seite mit Einnahmen. Wichtig für mich auch fürs nächste Jahr wäre ja nun zu wissen: Wenn der Posten laut Gebührenordnung Betrag x kostet, kann ich mir meine Vorarbeit sparen, weil der Betrag eh festgesetzt ist, unabhängig von den Unterlagen?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

das Prüfen der Unterlagen ist aufwendiger als das Erstellen durch den Steuerberater ....

ich kenne Kollegen, die auf Aufstellungen der Mandanten nix geben und die Sachen lieber durchs eigene Personal nochmals erfassen lassen ......

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Genauso ist es. Exceltabellen helfen höchtens bei der Plausibiliserung der eigenene Belegerfassung, insbesondere wenn die Umsatzsteuer eine Rolle spielt und die Daten in die Anlage EÜR übertragen werden müssen. Für einen Steuerfachangestellten kann man mit einem Stundensatz (nicht Lohn!!!) von 80,00 EUR rechnen. Da sind 250,00 EUR für Buchhaltung und Abschluss für eine 3-Seiten Auflistung in Ordnung. Alternativ kannst Du auch selbst eine Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellen und den StB beauftragen, diese ungeprüft zu übernehmen.

Antwort
von Helmuthk, 15

Es gibt in jedem Bundesland eine Steuerberaterkammer.

Wenn Du meinst, die Gebühr sei zu hoch, ist diese Kammer Dein richtiger Ansprechpartner.

Hier kennt aber niemand den Zeitaufwand und die Kalkulation des Kollegen.

Daher kann Dir hier auch niemand eine richtige Antwort geben.

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