Frage von Ottavio, 33

Darf der Schwächere gegen den Stärkeren jedes Mittel anwenden oder rechtfertigt er dadurch, dass der dann seine Stärke ausspielt?

Die Frage ist ethisch und politisch zu verstehen und bezieht sich auf viele Bereiche von der Kurdenfrage bis zum Feminismus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kubamax, 19

Nein. Wenn jedoch der Schwächere ein infantiles Wesen ist, sollte der Stärkere so tun als ob er unterlegen ist, damit der Schwächere nicht zum Weinen anfängt.

Antwort
von Dxmklvw, 9

Der Schwächere ist es meistenteils nur dadurch, daß er sich seiner vorhandenen Stärke nicht bewußt wird, weil diese für gewöhnlich Umwege erfordert, um genutzt werden zu können.

Egal, um welche gesellschaftsbedeutsamen Fragen es geht, das meiste ist bereits seit langer Zeit mindestens teilweise schon durch Gesetze oder durch ungeschriebene gesellschaftliche Regeln ausgerichtet.

Die Problematik an solchen Regeln ist jedoch, daß die meisten davon von den Stärkeren (Reiche, Mächtige, aber auch Volksmobs) aufgestellt wurden, um als zusätzliches Mittel gegen Schwächere gerichtet werden zu können oder dafür zu sorgen, daß vorübergehend Schwache dauerhaft schwach bleiben (Gegenstrategien der Schwachen ächten).

Wir können die Denkproblematik auch ins Tierreich übertragen.

Darf der Löwe auch für den Büffel die Regeln bestimmen? Und darf sich der Büffel an solche für ihn besseren Regeln ausrichten, auch wenn dies dem Löwen gar nicht behagt?

Ein Lebenssinn für beide Arten besteht darin, dauerhaft zu überleben. Nach Regeln leben kann in manchen Fällen solchen Lebenssinn ad absurdum führen. Eine solche unsinnige Regel wäre im Tierreich, wenn Löwen und Büffel gemeinsam als Herde leben sollten.

Unter Menschen wurde solche Unsinnigkeit bisher dadurch kompensiert, daß sich zu unterschiedliche Gruppen in verschiedene Staaten und verschiedene Kulturen aufgespalten haben und erst durch diese Aufspaltung halbwegs gedeihlich miteinander auskommen konnten.

In unserer "modernen" Gesellschaft findet oftmals das Gegenteil statt, so daß diverse sinnvolle Dinge nur noch sehr eingeschränkt gedeihlich sind. Der Fehler ist, daß vielerorts mit aller Gewalt das zusammengebracht wird, was aufgrund seiner Eigenschaften nicht zusammenpaßt.

Egal, ob dies Ideologien, Hausgemeinschaften oder Betriebsstrukturen oder anderes sind, da gibt es fast immer einiges, das für sich alleine durchaus gut sein kann, aber mit anderem gemischt grottenschlecht wird.

Die Ausgangsfrage, ob der Schwächere jedes Mittel anwenden darf, um zu bestehen, wird so ziemlich realtiviert.

Ich würde die Frage lieber etwas anders aufgebaut sehen, nämlich so:

Darf der Schwache mit beliebigen Mitteln die von den Starken aufgestellten Regeln brechen, wenn diese Reglen für Schwache unbrauchbar oder schädlich sind?

Oder darf der Schwache ein Verhalten verweigern, wenn es nur für den Starken Sinn macht, für den Schwachen aber unsinnig ist?

Hier wäre meine Antwort eindeutig: "Ja, denn das wäre Notwehr".

Kommentar von Ottavio ,

Du hast Dir für Deine Antwort gründliche Gedanken gemacht, wahrscheinlich die gründlichsten von allen, die geantwortet haben. Und ich erwarte jetzt auch keine neuen Antworten mehr. Trotzdem muss ich Dir die Auszeichnung als "hilfreichste Antwort" leider verweigern, weil ich sie so nicht unkommentiert akzeptieren kann.

Zum ersten hatte ich ausdrücklich zur Voraussetzung gemacht, dass die Person, die bereit ist "jedes Mittel" anzuwenden, tatsächlich die Schwächere ist. Diese Voraussetzung musst Du als Antwortender akzeptieren. Wenn sie nicht gegeben ist, erübrigt sich für mich die Frage, denn die Antwort ist ein klares Nein.

Zum zweiten ist der Begriff der Notwehr für mich moralisch wie juristisch an klare Bedingungen gebunden:  Es muss (zumindest vermeintlich) eine wesentliche Gefahr für Leib und Leben bestehen, der in Notwehr angerichtete Schaden darf nicht wesentlich größer sein als der, der abgewendet werden soll, es darf keine unschuldige, unbeteiligte Person dabei einen wesentlichen unwiederbringlichen Schaden erleiden.

Der von mir verwendete Begriff "jedes Mittel" macht m.E. hinreichend klar, dass der Mensch, der sie anwendet, sich dabei eben nicht an diese Bedingungen gebunden fühlt. Ansonsten gebe ich zu, dass er nicht völlig klar ist. Natürlich "darf" ein Zweijähriger seinem Vater gegen das Schienbein treten - bis er es dann irgendwann nicht mehr darf. Ich dachte eher an Hasspredigt, Mordanschläge und Bombenattentate. Aber ich will mich darauf nicht festlegen.

Dein Gedanke hinsichtlich der Aufspaltung der Menschheit in Nationen ist sehr interessant, aber historisch mit Sicherheit falsch. De kulturelle Fortschritt besteht vielmehr darin, dass Menschen es gelernt haben, in immer größeren Gruppen zusammen zu leben. Der homo sapiens Neandertaliensis lebte noch wie die Schimpansen in Urhorden von 30 bis 50 Exemplaren. Der homo sapiens sapiens lebte, als er aus Afrika nach Europa kam, schon in "Völkern" von etwa 700 Exemplaren. Das machte ihn den Neandertalern überlegen.

Antwort
von ItzD4nny, 12

Naja fair wäre es, wenn beide parteien auf Augenhöhe agieren (sofern ich jetzt die Frage richtig verstanden habe). Also somit keiner einen Nachteil hat, bei was auch immer.

Ansonsten wäre die allgemeine Antwort: nein! Aber kommt natürlich drauf an.

Wenn man in die Bredouille kommt, sich wehren zu MÜSSEN, wäre das für mich wieder gerechtfertigt.

Antwort
von Saisonarbeiter2, 17

dass deine frage grammatikalisch nicht korrekt ist und daher schwer  bis gar nicht verständlich ist, weisst du?

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