Frage von SpaceYear, 134

Darf der Prof unfair sein?

Mein Messtechnik Prof ist ziemlich arrogant und seine Klausuren nicht sehr einfach. Er hat letztens gesagt, dass man mit seinen Lernunterlagen in der Klausur grad mal auf eine 3,x kommt und um eine gute Note zu bekommen, sich zusätzliches Wissen selbst aneignen muss, was in keinen seiner Unterlagen steht die uns zu Verfügung sind. Viele Jahrgänge haben sich schon beschwert, aber es wird nichts geändert.

Darf er das überhaupt?

Antwort
von Rubezahl2000, 33

Dass man sich im Studium (im Gegensatz zur Schule) auch zusätzlich, über den Vorlesungsstoff hinaus, in Eigeninitiative Wissen aneignen muss, das ist normal.

Aber trotzdem läuft da in der Lehre an deutschen Unis bei vielen Professoren einiges schief.
Professoren, die keinen Bock haben auf die Lehre und auf lästige
Studenten, die sorgen durch extrem schwere Klausuren/Prüfungen dafür,
dass die Zahl der Studenten auf ein "erträgliches Maß" reduziert wird - ohne Rücksicht auf Verluste, egal was für Potential bei den Studenten dadurch vernichtet wird.

Bis auf die betroffenen Studenten kümmert das anscheinend niemanden; deutsche Hochschulen werden an der Forschung gemessen - nicht an der Lehre.
Die Lehre, also wie es für die Studenten läuft, das hat einen viel geringeren Stellenwert.

Z.B. in den USA läuft das ganz anders. Da würde ein Professor, der hohe Durchfallquoten produziert, zur Rechenschaft gezogen werden, weil er seinen Job nicht ordentlich gemacht hat, wenn so viele Studenten die Prüfungen nicht schaffen.

Viel Erfolg für dich!

Antwort
von flaglich, 64

Das ist nicht unfair. Es ist eher großzügig. Das was man in einer Klausur leisten muß verteilt sich auf verschieden Anforderungen an die Intelligenz:

Reproduktion - Transfer - problemlösendes Denken

Ein befriedigend für Reproduktion liegt weit über dem was man dafür in der Oberstufe/Abitur bekommt.

Das erklärt auch weshalb sich da noch nichts geändert hat oder ändern wird.

Antwort
von sozialtusi, 38

Ist doch super, dass er Euch das vorher sagt.

Naja, Du studierst - du bist nicht mehr in der Schule. Natürlich musst du selber was tun. Das ist doch ganz normal.

Antwort
von MatthiasHerz, 70

Ja, darf er.

Meine Erfahrung ist, dass man bei besonders strengen "Ausbildern" das meiste lernt, auch wenn das während der "Ausbildungszeit" nicht immer so offensichtlich ist.

An das bei "gruseligen" Lehrern Gelernte erinnere ich mich nach Jahrzehnten immer noch, der Rest ist nahezu vergessen.

Vielleicht liegt das daran, dass negative Emotionen sehr machtvoll sein können und sie im Idealfall eine Trotzreaktion hervorrufen.

Jemand, der so lehrt, ist ein guter Pädagoge.

Antwort
von BBTritt, 60

Studieren heißt, sich bemühen.

Daher soll man außerhalb der Vorlesung sich mit weiterführenden Lektüren beschäftigen. Du lernst dabei nicht für den Prof., sondern für deinen späteren Beruf.

Wenn das Fach für deine spätere Berufswahl von untergeordneter Bedeutung ist, dann musst du Prioritäten setzen und selbst entscheiden, wie viel weiterführende Energie reinsteckst.

Das Ganze hat mit Unfairness des Professors nichts zu tun. Immerhin gibt er den Hinweis, dass er für eine gute Note etwas mehr erwartet.

Antwort
von Lichtpflicht, 39

Als kleiner Tipp: Einen ähnlichen Professor hatte ich in politischer Theorie. Ich habe folgendes gemacht:

Zusätzlich in meiner Freizeit online Vorlesung der Harvard University zu dem Thema angeschaut. Hat mich nicht so viel Zeit gekostet, war halt während der Prüfungszeit 1,5 h mehr am Tag. Sonst habe ich normal gelernt. Es gibt zu fast allen Themen online Vorlesungen von anderen Unis, oder Podcasts oder auch bei dieser App Apple University. Die Profs erklären dasselbe oft nochmal in ganz anderen Worten und mit anderen Beispielen, so dass man nicht nur lernt, sondern tatsächlich begreift.

Und weißt du was? Ich war der einzige, der eine 1,0 bekommen hat (Rest von 2,7 bis durchgefallen). Das war im Bachelor und der Punkt in meinem Studium, an dem ich begriffen habe, dass Studieren nicht auswendiglernen heißt, sondern dass man sich seinen Unterrichtsstoff selber zusammensuchen muss, auf jede denkbare Weise.

Auch wenn wir alle den Prof damals gehasst haben, heute weiß ich echt, dass er einfach der einzige war, der seinen Job ernst genommen und richtig gemacht hat, und dass ich von da an nur noch sehr gute Noten hatte und es nur so zu nem Stipendium gebracht habe (vorher war ich nur durchschnittlich).

Wenn du den Prof ernst nimmst, sieh es als Herausforderung an. Schau ob du ihn schlagen kannst und seine 3,x Drohung unterlaufen. Viel erfolg 😤!

Antwort
von salome77, 32

Ja, das darf er. Studium ist nicht mehr Schule und selbst dort sollte ein Teil der Aufgaben neu sein und erlerntes Wissen übertragen werden.

Im Studium ist es üblich, dass neben den Veranstaltungen selbständig Stoff erarbeitet werden muss und seit der Modularisierung gibt es dafür sogar extra Workload.

Antwort
von Everklever, 42

sich zusätzliches Wissen selbst aneignen muss

Das ist so. Das eigenständige Erarbeiten von Stoffen und das kritische Hinterfragen von Inhalten ist das, was das Studium von anderer Wissensvermittlung unterscheidet. Eigentlich wird man darauf ab Beginn der Oberstufe vorbereitet, aber nicht jede(r) scheint das zu begreifen. Die Uni ist nun mal keine Klippschule.

Kein Wunder, wenn die Hochschulen beklagen, dass ein erheblicher Anteil der Erstsemester gar nicht studierfähig sein.

Antwort
von JoachimF, 14

Ja darf er!

Er darf beliebig viel von seinen Studenten verlangen, solange er bei allen das gleiche verlangt, ist er fair, aber sehr anspruchsvoll.

Antwort
von Sanja2, 71

wenn du von Prof sprichst dann sprichst du von einem Studium. Da läuft es nicht mehr wie in der Schule, dass einem der ganze Stoff vorgekaut wird. Da muss man sich selbst Wissen aneigenen. Ja, das ist erlaubt, ja, das ist ok.

Kommentar von SpaceYear ,

jap Profesor einer Uni. Das ist bei allen leider anders :/

Kommentar von flaglich ,

Wieso leider?

Kommentar von SpaceYear ,

da ist es besser, weil man mehr Lernmaterial hat, zb mehrere Altklausuren und bei ihm gibt es nur 1 !

Kommentar von Sanja2 ,

ja, dann ist das der einzige der euch auf ein späteres Berufsleben gut vorbereitet

Kommentar von Everklever ,

weil man mehr Lernmaterial hat, zb mehrere Altklausuren und bei ihm gibt es nur 1

Stell dir mal vor: Bei uns gab es überhaupt keine! Im gesamten Studium nicht eine einzige.

Antwort
von SpaceYear, 58

Das machen schon die Studenten seit Jahren und das wird wohl gebilligt, weil er es sich erlauben kann, da er leitender Entwickler war bei einer grossen Firma :/

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