Frage von Superwoman06, 9

Darf der Mieter früher kündigen?

Ein guter Freund von mir hat vor kurzem seinen Mietvertrag unterschrieben, welcher 2018 ausläuft. Nun hat er kurzfristig seine Arbeit verloren und kann deswegen die Miete nicht länger zahlen. Der Vermieter möchte das Mietverhältnis nicht vor 2018 kündigen..
Gibt es eine Möglichkeit für ihn da rauszukommen ohne sich große Schulden zu machen?

Antwort
von bwhoch2, 8

Da wüßte ich eigentlich jetzt nur folgendes:

Bekommt er ALG 1, muss er sich etwas einschränken, aber die Miete wird er damit zahlen können.

Und unbedingt: Neue Arbeit suchen, egal was, um die Zahlungsfähigkeit wieder uneingeschränkt herzustellen.

Das sollte doch funktionieren, oder?

Eine Möglichkeit ohne große Schulden raus zu kommen?

Keine Miete mehr bezahlen und dem Vermieter das mitteilen. Dieser wird dann spätestens beim zweiten Ausbleiben der Miete fristlos kündigen.

Vorteil: Der Vermieter hat noch die Kaution, mit der er den Rückstand voll decken kann, wenn die Wohnung ansonsten sauber und ohne Schäden an ihn zurück gegeben wird.

Nachteil: Dennoch schuldet Dein Freund die Miete noch bis 2018. Der Vermieter wird aber nicht so blauäugig sein und keinen Nachmieter suchen, denn, dass er den Zahlungsrückstand jemals ausgeglichen erhält, ist unter diesen Umständen total unsicher. Neuvermietung bringt wieder Geld und in dem Moment, wo der Vermieter neu vermietet hat zu mindest der gleichen Miethöhe, ist das Mietverhältnis auch wirklich beendet, denn doppelt Miete verlangen darf der Vermieter auch nicht.

Risiko: Der Vermieter läßt sich Zeit. Weiteres Risiko: Evtl. negariver Schufaeintrag, wenn es zu gerichtlicher Verfolgung der Rückstände kommt.

Deshalb: Unbedingt mit dem Vermieter reden und ihm klar machen, was diese Situation jetzt für ihn bedeutet. Ich nehme an, er wird einverstanden sein, dass er sich einen neuen Mieter suchen muss und hoffen, dass er nicht allzuviel Geld verliert.

Somit kann man die Schulden, die das bringen wird, noch geringstmöglich halten.

Antwort
von uni1234, 4

Rechtlich ist da nicht viel zu machen. Wenn die Befristung bzw. (was ich für wahrscheinlicher halte) der Kündigungsverzicht wirksam vereinbart ist, dann gibt es keine Möglichkeit vorher aus dem Mietvertrag zu kommen. Arbeitslosigkeit ist kein Kündigungsgrund (Geld hat man zu haben).

Ich denke es wäre angebracht in der Situation mit dem Vermieter zu reden und ihm die Situation zu schildern. Insbesondere sollte man den Vermieter darauf aufmerksam machen, das er im Fall einer Privatinsolvenz gar kein Geld mehr sieht (so ganz stimmt der letzte Teil nicht, aber das muss der Vermieter ja nicht wissen ;) )

Antwort
von Funfroc, 4

Hallo,

hier ist zunächst mal zu klären, ob die Befristung rechtens ist. Wenn nicht, und das ist gar nicht so selten, kann man lt. Mieterschutz mit 3-montiger Frist kündigen.

Die für eine Befristung zugelassenen Gründe findest du hier: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/\_\_575.html

Der Grund muss im Mietvertrag ausdrücklich erwähnt sein.

Edit: Grund muss schriftlich bekannt sein. Entweder im Mietvertrag oder vor dessen Abschluss.

LG, Chris

Kommentar von uni1234 ,

Auch wenn das stimmt was Du schreibst halte ich es für wahrscheinlicher hier nicht von einer Befristung, sondern einem ein- bzw. zweiseitigen Kündigungsverzicht auszugehen. Dieser ist grundsätzlich wirksam.

Kommentar von DarthMario72 ,

Ein einseitiger Kündigungsverzicht wäre unwirksam, wenn er nur für den Mieter gilt.

Kommentar von uni1234 ,

Das hängt davon ab, ob der Kündigungsverzicht formularvertraglich oder individualvertraglich vereinbart wurde.

Antwort
von DarthMario72, 7

Das ist kein ausreichender Grund, den Mietvertrag vorzeitig zu kündigen. Er sollte mit dem Vermieter offen und ehrlich reden und ihn fragen, unter welchen Bedingungen er bereit ist, den Vertrag vorzeitig aufzulösen. Spielt der Vermieter aber nicht mit, ist dein Freund wohl oder übel an den Vertrag gebunden.

Ein guter Freund von mir hat vor kurzem seinen Mietvertrag unterschrieben, welcher 2018 ausläuft.

Was genau heißt das? Ist der Mietvertrag befristet oder handelt es sich um einen gegenseitigen Kündigungsverzicht? Eine Befristung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Ist die nicht gegeben, handelt es sich automatisch um einen unbefristeten Mietvertrag. Also bitte mal den genauen Wortlaut dieser Klausel nennen.

Antwort
von ChristianLE, 4

Handelt es sich hier um einen befristeten Mietvertrag oder einen beidseitigen Kündigungsverzicht?

Ist ersteres der Fall, sollte geprüft werden, ob die Befristung ausreichend begründet wurde.

Antwort
von anitari, 3

Was genau heißt "welcher 2018 ausläuft"?

Bitte den genauen Wortlaut wie  er im Vertrag steht.

Der Vermieter möchte das Mietverhältnis nicht vor 2018 kündigen.

Das kann er, wenn die vertragliche Vereinbarung wirksam ist, auch gar nicht.

Jedenfalls nicht fristgerecht.

Antwort
von albatros, 3

IIst es ein befristeter Mietvertrag oder ist ein Kündigungsverzicht vereinbart?

Bei Befristung gälten nur drei vom Gesetzgeber vorgegebene Gründe als zulässig: 1. Eigenbedarf, 2. Größere Umbauten, 3. Die Wohnung wird für einen beschöftigten benötigt. Ist  keine Begründung oder keine der genannten angeführt, ist die Befristung unwirksam und du kannst jederzeit mit Dreimonatsfrist kündigen.

Antwort
von Arya87, 4

Es besteht unter bestimmten Voraussetzungen, also wenn er sich die Wohnung, auch mit Arbeitslosengeld, nicht mehr leisten kann, die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage gem. § 313 Abs.1 i.V.m. Abs.3 BGB.

Außerdem könnte er ihm vorschlagen, eine Aufhebungsvereinbarung zu machen und Nachmieter zu suchen. Der Vermieter muss hier zustimmen. 

Alles Gute!

Antwort
von ersterFcKathas, 3

da gibt es nur die möglichkeit eines gesprächs mit dem vermieter... aus einem auf bestimmte zeit abgeschlossenen mietvertrag rauszukommen ist  schweirig wenn der vermieter nicht will..  wie gesagt... miteinander reden und ihm klar machen das er ab .....16.- den vollen betrag nicht mehr bezahlen kann

Antwort
von Name3hoch3, 3

Bestimmt.

Ich würde dem Vermieter die Situation schildern.

Der Vermieter hat doch auch kein Interesse daran, jemanden als Mieter zu haben, bei dem nicht absehbar ist, ob und wann er die Miete jemals wieder bezahlen kann. 

Wenn dein Freund nämlich "kurzfristig" seine Arbeit verloren hat ist davon auszugehen, dass er etwas angestellt hat (auch nicht zum ersten mal, es muss Abmahnung zuvor gegeben haben). Dann bekommt er kein gutes Arbeitszeugnis, was seine Jobchancen verschlechtert.

Antwort
von Barolo88, 3

er sollte mit dem Vermieter sprechen und versuchen über einen Nachmieter das ganze erfüllen zulassen. Ansonsten sind unter Privatleuten Mietverträge mit Mindestlaufzeiten nicht üblich, oder meines Wissens auch nicht zulässig und daher nicht rechtens

Kommentar von DarthMario72 ,

Ansonsten sind unter Privatleuten Mietverträge mit Mindestlaufzeiten nicht üblich, oder meines Wissens auch nicht zulässig und daher nicht rechtens

Bitte entschuldige, aber das ist Unfug. Ein gegenseitiger Kündigungsverzicht ist bis zu 4 Jahre möglich.

Kommentar von ersterFcKathas ,

woher haste dat denn???  in den standartmietverträgen kannste ankreuzen auf unbestimmte zeit  ,  oder von - bis... !!

Kommentar von albatros ,

Bei befristetem MV geht es nicht um eine Mindest- sondern Höchstlaufzeit, die aber wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben begründet sein muss. Ansonsten wäre sie unwirksam.

Kündigungsverzicht ist ein anderes Paar Schuhe.

Antwort
von kenibora, 3

Primär, mit dem Vermieter darüber sprechen und eine gemeinsame Lösung suchen und finden!

Antwort
von GirlPower01, 3

Er könnte einen Nachmieter suchen

Kommentar von DarthMario72 ,

Was aber keine Garantie ist, denn der Vermieter muss sich darauf nicht einlassen.

Kommentar von GirlPower01 ,

Das stimmt, aber wenn man dies einem Vermieter vorschlägt, springen viele Vermieter darauf ein. Sie sind froh, wenn es keine Lücke gibt. Grundsätzlich ist es aber eine Kündigung, die nicht gerechtfertigt ist, aus diesem Grund ist der Fragesteller an die Wohnung gebunden, bis der Vertrag ausläuft.

Antwort
von precursor, 3

Frage mal bei Deutscher Mieterbund nach.

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