Frage von Raiga10, 60

Darf der Lehrer Material aus vergangenen Schuljahren benoten?

Hallo, ich wollte mal fragen, ob der Lehrer Material aus vergangenen Schuljahren benoten darf.

Die Einzelheiten:

Ich gehe in die 10. Klasse eines Gymnasiums in NRW (G9). Letztens hat unser Kunstlehrer erwähnt, dass er die Hefter einsammeln wird, in denen neben den aktuellen Themen noch der Stoff aus den vergangenen Jahren vorhanden sein solle (8. Klasse). Da ich umgezogen bin, habe ich diesen Stoff nicht mehr.

Darf der Lehrer mich aufgrund dieser Tatsache schlechter benoten als mit den alten Sachen? Schließlich kann er doch nicht erwarten, dass die Schüler die alten Materialien behalten.

(Ich finde, dass er nicht schlechter benoten dürfte, jedoch ist dies eben nur meine eigene Meinung, deshalb hoffe ich auf eine etwas "rechtlichere" Antwort)

Vielen Dank schonmal! :)

Antwort
von polarbaer64, 29

Dass man die Materialien in den Abiturjahrgängen zusammen hält, ist ja logisch, da man den ganzen Stoff auf´s Abitur lernen muss. Aber dass in der 10. Klasse plötzlich Material aus der 8. Klasse bewertet werden soll, ist ja wohl gänzlich ungewöhnlich. Ich kenne mich da leider rechtlich nicht aus, aber ich habe selber zwei Söhne, einer auch am "Abi bauen", der andere schon am studieren, die haben IMMER nach Schuljahresende ihre Hefte vernichtet. Nur die Sachen von Klasse 10 bis 12 (oder 11 bis 13 bei G9) sollte man aufheben, bis das Abi in der Tasche ist. 

Hat der Lehrer jemals erwähnt, dass man die Aufschriebe aus den Vorjahren aufheben muss? Wenn nicht, kann er das nicht erwarten. Wenn es hart auf hart kommt, würde ich mich an die Schulleitung wenden.

Kommentar von MaxiReeck ,

Genau genommen handelt es sich hierbei um eine gesetzliche Grauzone. Allerdings stimme ich Ihnen in dem Punkt zu, dass die Leistungen, welche damals bewertet wurden, nicht in die jetzige Bewertung mit einfließen dürfen... Gesetzliche Grundlagen dazu sind aber schwer zu finden.

Kommentar von polarbaer64 ,

Habe auch Dr. Google bemüht, der nicht wirklich etwas wusste. Wo kein Gesetz besteht, kann auch nichts verlangt werden. Wo kommen wir denn da hin, wenn wir die Ordner der ganzen Schullaufbahn lagern müssten? Weiß der Lehrer, wie viel Platz man da braucht?

Ich habe sowas in 2 Schullaufbahnen meiner Söhne, und auch meiner eigenen nicht erlebt, und auch sonst nie gehört, und ich arbeite in einer Schule.... . 

Kommentar von MaxiReeck ,

Es gab solch eine Frage auch bisher noch nicht in der Community. Ich bemühe mich mal, eine Antwort mit Gesetzesbeleg zu finden... ;-)

Kommentar von polarbaer64 ,

Bin gespannt ;o) .

Antwort
von MaxiReeck, 8

Hey,

also ich schicke dir auch nochmal eine Nachricht und ganz ausführlich wirst du es auch noch einmal in der Mail von der LSV bekommen: Dein Lehrer darf den Stoff aus den vergangenen Jahren natürlich nicht mitbewerten.

Die Fachkonferenz hat nicht das Recht, darüber zu entscheiden, dass der vergangene, bereits bewertete Stoff bewertet wird.

Wir konnten dafür folende rechtliche Grundlage finden:



§6 Ausbildungs- und Prüfungsordnung NRW, Sek. 1:
(1) Die Leistungsbewertung richtet sich nach § 48 Schulgesetz NRW. (2) Zum Beurteilungsbereich „Sonstige Leistungen“ gehören alle im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten mündlichen und praktischen Leistungen sowie gelegentliche kurze schriftliche Übungen in allen Fächern. Die Leistungen bei der Mitarbeit im Unterricht sind bei der Beurteilung ebenso zu berücksichtigen wie die übrigen Leistungen."

Zudem bildet das Zeugnis nach §28 der allg. Schulordnung NRW den Abschluss eines Schul- bzw. Halbjahres. Dementsprechend darf eine in der vergangenheit bereits bewertete Leistung nun nicht erneut bewertet werden.

Da die Rechtslage in diesem Fall sehr unschlüssig ist, stelle ich auch nochmal eine Anfrage an die Bezirksregierung, und werde dir diese dann per Mail zusenden.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Grundsatz schon einmal helfen. Wenn du nochmal solch ein Problem hast, weißt du ja jetzt, welche Anlaufstellen du aufsuchen kannst.

Wenn du weitere explizite Fragen hast, schreib einfach einen Kommentar.

LG Maxi






Antwort
von VVSteknik, 42

Welche Note hast du denn in den vergangenen Jahren in diesem Fach bekommen? Ich würde sagen, das eben diese Note in die Benotung einfließen könnte. Rechtlich kenne ich mich nicht aus wie das in Deutschland geregelt ist, da müsste man einen Schuljuristen oder einen Anwalt, der auf Schulrecht spezialisiert ist fragen.

Antwort
von MaxiReeck, 22

Hallo Raiga10,

wenn du eine genaue und exakte Rückmeldung zu deiner Frage haben möchtest, wende dich doch an die LandesschülerInnenvertretung. Wir haben Einsicht in die gesetzlichen Bedingungen und können dir hilfreiche Tipps zu deinem weiteren Vorgehen geben.

Schreib uns einfach eine Mail an: info@lsvnrw.de mit deinem Anliegen und wir helfen dir weiter.

LG Maxi

Kommentar von polarbaer64 ,

Das finde ich ja Klasse, dass du dich so für deine Mitschüler im Land organisierst! Solche Leute brauchen die Schulen :o) ! Denn auch Schüler werden leider manchmal, wie du so schön sagst, in rechtlichen Grauzonen von Lehrern angegangen. Leider bei manchen Lehrern an der Tagesordnung... . Wenn man da mal einen am Schlawittich packen könnte ;o) ... .

Kommentar von MaxiReeck ,

Zunächst einmal Danke ;-) Ich denke aber nicht, dass der Lehrer das unbedingt böse gemeint haben muss... Eigentlich sollte JedeR SchülerIn zumindest für einige Situationen über schulrechtliche Grundfragen informiert sein... Ich finde es schon super, wenn Schüler das Handeln einer lehrkraft in solchen Situationen in frage stellen. Aufgrund der Autorität ist das ja auch nicht selbstverständlich...

Kommentar von polarbaer64 ,

Da kann ich dich nur unterstützen. - Klar kann der Lehrer das nicht "böse" gemeint haben, aber vollkommen unbedacht. Das ist sicher einer ohne Kinder. Die leben gerne auf Wolke 7 ;o) .

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