Frage von yeoman69, 67

Darf der Kassenwart dem Vorstand falsche Angaben machen?

Unser Kassenwart hat auf Anfrage eines Vorstandsmitgliedes zu einer Bestellung falsche Angaben gemacht. Dabei hat er über die Hälfte des Warenwertes nicht angegeben. Da alle anderen Angaben sehr präzise (mit Produktbild etc.) waren, kann dies auch nicht aus Versehen geschehen sein. Wäre er als kassenwart nicht abberufen worden, hätte niemand davon erfahren. Ist das Verhalten an sich Strafbar?

Antwort
von TimBuening, 41

Möglicherweise hat er sich strafbar gemacht.

EIn Kassenwart ist ein von einem Vorstandgrämium bestellter Verantwortlicher für alle Geldflüsse. Also Ein- und Ausgaben.
Er muss hierfür ein Kassenbuch führen und dieses unterliegt dem Steuer / Finanzgesetz.

Hat er also wissentlich im Kassenbuch falsche Angaben gemacht, hat er sich strafbar gemacht.

Mal eine Frage nebenbei: Wieso hat euer Verein keinen Kassenprüfer bestellt?
Ein Kassenprüfer wird vor jeder Jahreshauptversammlung oder konst. Sitzung bestellt, überprüft unabhängig vom Kassenwart die Kasse, das Kassenkonto sowie den Kassenbericht des Kassesnwarts.
Hier sollten dann sofort Unstimmigkeiten festgestellt werden können.

Liebe Grüße

Tim

Kommentar von yeoman69 ,

Hallo, natürlich ist die Kasse geprüft worden. Aber die Kassenprüfer machen keine  Inventur ob das Material (Sportgerät etc.) auch vorhanden ist. Die Prüfen nur den Kassenstand mit den Rechnungen Quittungen. Die Rechnung ist dem neuen Kassenwart übergeben worden. Da dieser wusste, dass gewisse Einzelpositionen niemals von uns geordert worden wären, wurden wir stutzig. Ein Vorstandsmitglied hatte aber letztes Jahr schriftlich angefragt was genau bestellt worden ist. Da wurde schriftlich über die Hälfte der Bestellung nicht angegeben. Er hätte, wenn er den Posten nicht verloren hätte, das Zeugs bei Ebay verkaufen können...

Kommentar von TimBuening ,

Ok. Dann handelt es sich ja nicht direkt um einen Fehler in der Buchführung sondern eher um Diebstahl, wenn er das Material entwendet hat.
Ob der Verein es geordert hätte oder nicht - solange die Rechnung so wie sie ist bezahlt und "gebucht" worden ist, ist die Kasse richtig. Finanz / Steuerrechtlich also kein Problem. Hier geht dann eher um Diebstahl bzw. entwendung von "Gemeinschafteigentum(?)" und um einen Vertrauensbuch insbesondere.

Antwort
von Kuno33, 51

Das kommt auf die genaueen Umstände an. Auf jeden Fall sollte der Kassenwart korrekte Auskünfte machen. Tut er das nicht, um sich eigene Vorteile etwa Geld zu verschaffen, handelt es sich um einen Betrug und möglicherweise auch Diebstahl.

Kommentar von yeoman69 ,

Nun, wir können nicht nachweisen, dass er das Material unterschlagen hätte. Er musste alle Sachen die sich auf der Rechnung befanden abgeben. Natürlich tut er so, als wenn er das sowieso vorgehabt hätte

Kommentar von Kuno33 ,

Wenn Ihr das nachweisen könnt, hat er sich strafbar gemacht. Natürlich ist eine genaue Prüfung nötig.

Antwort
von aribaole, 26

Das könnte man als Veruntreuung oder Unterschlagung Bezeichnen. Beides ist Strafbar!

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