Frage von Elifrixd01, 44

Darf der Chef so mit uns umgehen?

Hallo ich habe ein Chef der sich oft sehr unangemessen benimmt.

Er schreit immer die Lehrlinge an, wenn sie etwas nicht verstehen.

Einer unserer Mitarbeiter ist in eine Schuldenfalle geraten und der Chef bekam eine Rechnung von ca 4500 € welcher der Arbeiter jetzt jeden Monat von seinem Zahltag abgezogen bekommt. Leider redet der Chef immer mit Arbeitern von anderen Firmen und erzählt ihnen von den Rechnungen die er erhalten hat und beleidigt den Mitarbeiter aufgrund dessen sehr stark. Darf der Chef diese Dinge überhaupt sagen ? Gibt es nicht so etwas wie eine schweige Pflicht bezüglich diesen Rechnungen ?

Ich würde ja zum Chef sagen das er so nicht mit ihm umgehen soll, aber leider bin ich noch ca 1 Monat in der Probezeit und möchte eine Kündigung nicht riskieren.

Bitte beachtet, dass es um die rechte in Österreich geht und nicht die von Deutschland.

Antwort
von Schnoofy, 9
  1. Unflätiges Benehmen ist leider keine Straftat, solange dadurch nicht die Rechte anderer verletzt werden. Sich gegen die Ausbrüche eines Chefs erfolgreich und ohne Nachteile befürchten zu müssen zur Wehr zu setzen, ist aber nicht einfach. Als einzige Möglichkeit fällt mit spontan das Verlassen des Raumes ein. Aber selbst das könnte als Arbeitsverweigerung interpretiert werden.
  2. Einen Mitarbeiter, der von einer Gehaltspfändung betroffen ist an den Pranger zu stellen geht gar nicht. Dadurch wird eindeutig die Privatsphäre dieses Mitarbeiters verletzt. Ihm kann ich nur dringend raten so etwas nicht unwidersprochen hinzunehmen und auch vor einer Unterlassungsklage nicht zurückzuschrecken. Eine Kündigung aus diesem Grund hätte vor keinem Arbeitsgericht Bestand.
Antwort
von PeterKremsner, 17

Soweit mir bekannt ist darf der Chef einer Firma, sofern er mehrheitlicher Inhaber ist, Firmengeheimnisse preisgeben.

Was Beleidigungen angeht darf er das natürlich nicht und das kann man anzeigen.

Was die Sache mit den Schulden angeht kann der Chef der Firma vom Mitarbeiter Schadensersatz verlangen, sofern dieser entweder wissentlich oder grob Fahrlässig solch hohe Betriebsausgaben veranlasst hat.

Ich würde dennoch Raten, mal zur Gewerkschaft zu gehen, die kennen sich mit dem Arbeitsrecht am besten aus.

Kommentar von mepeisen ,

Soweit mir bekannt ist darf der Chef einer Firma, sofern er mehrheitlicher Inhaber ist, Firmengeheimnisse preisgeben.

 Bei Pfändungen handelt es sich um keine Firmengeheimnisse, sondern um private Dinge, die der Chef NIEMANDEM erzählen darf. Nicht mal anderen Mitarbeitern bzw. Kollegen. Ausnahme: Personalabteilung bzw. Abrechnungsfirmen, die aber für sich ebenfalls eine Verschwiegenheitspflicht haben.

Was die Sache mit den Schulden angeht kann der Chef der Firma vom Mitarbeiter Schadensersatz verlangen, sofern dieser entweder wissentlich oder grob Fahrlässig solch hohe Betriebsausgaben veranlasst hat.

Es geht hier nicht um Schäden o.ä. Es geht um Pfändungen. Und der Chef muss das Gehalt ohnehin auszahlen. Im entsteht kein Schaden, nur weil er verpflichtet ist, einen Teil des Gehaltes an den Gläubiger des Mitarbeiters zu überweisen.

 

Kommentar von PeterKremsner ,

Achso dann hab ich das falsch verstanden, ich dachte der Mitarbeiter hat dem Unternehmen einen finanziellen Schaden eingebracht.

Antwort
von mepeisen, 2

Auch in Österreich kann der Arbeitgeber nicht einfach so sehr persönliche Internas zu einem Mitarbeiter ausplaudern. Ob ein Mitarbeiter irgendwo Schulden hat und ob der Arbeitgeber pfändet, geht niemanden etwas an.

Antwort
von MangoDodo, 16

Geh am besten zu eurem Betriebsrat und schildere dort das Problem!
Die können dir sicher weiterhelfen.


Antwort
von DanBam, 8

Diskriminierung aufgrund ist in Deutschland nicht erlaubt. Er diskriminiert den zahlungsunfähigen Mitarbeiter aufgrund seiner finanziellen Situation. Damit hätte der Chef vor einem Arbeitsgericht ganz schlechte Karten.

Ein fachlich untermauerter, sogar lauter "Anschiss" ist erlaubt.

Beispiele: "Ihre Arbeit ist in ihrer Ausführung absolut unter aller Sau." oder "Wenn ich ihre Leistungen in den vergangen Wochen mir ansehe vergeht es mir" wäre zwar ziemlich deftig, aber erlaubt.

Beleidigende Kraftausdrücke gepaart mit Bezug auf einzelne Personen hätten für den Chef vor Arbeitsgericht Konsequenzen. Beispiel: "Sie Idiot" oder "Sie Idiot haben..."

Wo bewegen wir uns gerade? Hast Du Beispiele?

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