Frage von Dobermannzwerg, 154

Darf der Chef die Kündigung verweigern?

Vieleicht weiß jemand Rat. Möchten nicht gleich zum Anwalr rennen.Also es geht um folgendes.mein Sohn hat nun endlich einen neuen Arbeitsplatz gefunden.Der alte Chef hatte es nicht so mit dem bezahlen des Lohnes. Nun hat mein Sohn die Kündigung abgegeben.fristgerecht.Nun verweigert der Chef die Annahme der Kündigung.Mit der Begründung das mein Sohn jetzt während der Ferienzeit ausscheiden würde und das nicht zulässig sei. Irgendwie kann ich das nicht glauben

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 64

Ob der AG der Kündigung zustimmt oder nicht, spielt keine Rolle. Wenn sie fristgerecht eingegangen ist, ist das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Frist beendet.

Es gibt kein Gesetz das einem AN die Kündigung verbietet, wenn er die vereinbarte Kündigungsfrist einhält. Die Aussage des Chefs dass eine Kündigung während der Ferienzeit nicht zulässig sei ist Humbug.

Entweder der AG hat keine Ahnung, eine blühende Fantasie oder er rechnet damit dass der AN alles glaubt was "Chefe" sagt.

Antwort
von anitari, 47

Die Annahme kann der Chef nicht verweigern.

Bestenfalls die Kündigungsfrist oder den Kündigungszeitpunkt, falls es dazu besondere Regelungen im Vertrag gibt,  beanstanden

Dein Sohn soll die Kündigung mit einem Zeugen der Inhalt und Einwurf bezeugt in den Firmenbriefkasten werden oder per Einwurfeinschreiben schicken.

Auch hier ist zu empfehlen alles, Inhalt und Abgabe bei der Post, bezeugen zu lassen.

Antwort
von LordofDark, 47

Hi,

eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung der kündigenden Vertragspartei, die darauf gerichtet ist, ein Vertragsverhältnis nicht fortzusetzen. 
Es genügt daher, wenn die andere(n) Vertragspartei(en) die Gelegenheit zur Kenntnisnahme haben. Was allerdings der Fall ist: Bis zum Wirksamwerden der Kündigung (also während der Kündigungsfrist) muss die vertraglich vereinbarte Leistung weiter erbracht - und auch bezahlt werden. 

Ergo: ein Chef kann sich nicht einfach weigern, die Kündigung anzunehmen. Allerdings muss auch er die vertraglichen Pflichten und Nebenpflichten aus dem Arbeitsverhältnis einhalten, sprich Resturlaub gewähren oder ggf. abfinden, den Lohn korrekt und pünktlich zahlen und dergleichen mehr... 

Im Zweifel hilft mal ein Blick in den Arbeitsvertrag, was dort zum Thema "Kündigung/Beendigung des Arbeitsverhältnisses" vereinbart wurde. Wenn dort eine Kündigung wärend der Ferienzeit (zeitlich vom Datum X bis Datum Y) für beide Parteien ausgeschlossen wurde (das gilt dann allerdings auch wirklich für beide Seiten, einseitig wäre das nichtig) dann müsste man sich im Zweifel auch daran halten. 
Es besteht ja grundsätzlich Vertragsfreiheit, die vor dem Arbeitsvertragswesen ja nicht Halt macht. Man kann also - vorausgesetzt es wird nicht eine Partei über Gebühr benachteiligt oder gesetzes- bzw. sittenwidrige Dinge vereinbart - erst einmal frei ausgehandelt und vereinbart werden, wie ein Arbeits- bzw. Vertragsverhältnis ausgestaltet wird. 

Für beides gilt allerdings: Schriftform ist erforderlich. Sowohl Arbeitsvertrag als auch Kündigung müssen schriftlich festgehalten werden. 

Liebe Grüße,

Matze

Antwort
von Odenwald69, 71

Es gibt hoffentlich einen schriftlichen arbeitsvertrag in dem sind die Kündigungsfristen klar geregelt für beide Parteien bindend.  ob Ferienzeit oder nicht ist egal.

ansonsten gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen die sind in der regel 4 wochen zum Monatsende. Ansonsten einfach bei der IHK nachfragen .

Kommentar von DarthMario72 ,

Es gibt hoffentlich einen schriftlichen arbeitsvertrag in dem sind die Kündigungsfristen klar geregelt für beide Parteien bindend.

Auch wenn es keine schriftlichen Vertrag gibt, ist das eindeutig geregelt, und zwar im BGB.

ansonsten gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen die sind in der regel 4 wochen zum Monatsende.

Nein, das ist falsch. 4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende.

Antwort
von DarthMario72, 34

Ich lache mal kurz. Eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung, da hat der Chef kein Mitspracherecht.

Wenn er mit der Personalplanung nicht klar kommt, ist das sein Problem. Wichtig ist, dass dein Sohn nachweisen kann, dass die Kündigung rechtzeitig angekommen ist, also am besten per Einwurf(!)-Einschreiben schicken.

Antwort
von AnitaBach, 25

Hallo Dobermannzwerg,

Grundsätzlich ist eine Kündigung eine einseitige Willenserklärung. Sofern dein Sohn volljährig ist - und davon gehe ich jetzt mal aus - ist sie gültig, sofern er sich

  1. an die Kündigungsfrist hält. Diese beträgt in der Regel für den Arbeitnehmer vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats.
  2. Wenn jedoch ein Tarifvertrag besteht, können abweichende Kündigungsfristen gültig sein.
  3. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und eigenhändig (also persönlich) unterschrieben werden.


Gehe ich recht in der Annahme, dass dein Sohn zum Ende des kommenden Monats kündigen wollte? Und hat der Chef die Annahme vor Zeugen verweigert? Wenn es Zeugen gibt, gilt die Kündigung als zugestellt.

Weiter möchte ich wissen, ob noch Gehaltszahlungen ausstehen, oder ob sein Chef mittlerweile seiner Verpflichtung, den Lohn pünktlich zu zahlen, nachgekommen ist.

So  long, Anita



Antwort
von O11az, 55

Ich bin leider auch kein Arbeitsrechts Experte. Doch wenn von Seiten des Arbeitnehmers alle Fristen und Formalien (Schriftlich nicht Mündlich) zur Kündigung eingehalten werden hat der Arbeitgeber kein Recht diese zu verweigern. Im Grunde genommen kann dein Sohn ab dem ersten Tag, an dem das Arbeitsverhältnis (unter Berücksichtigung der Frist) dem alten Arbeitsplatz fern bleiben. Wenn es doch zu einem Rechtsstreit kommen sollte, kann man dem Chef bestimmt einen Strick wegen seiner schlechten Zahlungsmoral stricken. Das könnte evt. ein Grund für einer fristlosen Kündigung seitens des Arbeitnehmers sein.  

PS: Dein Sohn ist ja nicht der Sklave vom Chef der über Ihn verfügen kann wie er will!!!

Antwort
von Gruene9, 68

Wenn die Kündigung ordentlich ist, also entsprechend der Klauseln im Arbeitsvertrag aufgesetzt und abgegeben worden ist, kann der Chef da nichts gegen sagen.

Wie das bei gewissen Saisonarbeits-Branchen ist (wegen dem Argument mit den Ferien), weiß ich leider nicht, aber auch das sollte im Arbeitsvertrag stehen.

Kommentar von DarthMario72 ,

ordentlich ist, also entsprechend der Klauseln im Arbeitsvertrag aufgesetzt und abgegeben worden ist

"Ordentliche Kündigung" bedeutet was ganz anderes.

Kommentar von Gruene9 ,

Und das wäre ?

Kommentar von DarthMario72 ,

Ist nicht dein Ernst, oder?

Ordentlich = fristgerecht. Außerordentlich = fristlos.

Kommentar von Gruene9 ,

Da will ich Ihnen gar nicht widersprechen. Allerdings ist die Kündigungsfrist Bestandteil eines Arbeitsvertrages. Insofern ist eine ordentliche Kündigung nicht etwas ganz anderes, als wie von mir beschrieben.

Kommentar von DarthMario72 ,

Allerdings ist die Kündigungsfrist Bestandteil eines Arbeitsvertrages

Nein, nicht zwangsläufig. Ist nichts arbeits- oder tarifvertraglich geregelt, gelten automatisch die gesetzlichen Bestimmungen.

Kommentar von Gruene9 ,

Nein, nicht zwangsläufig.

Das war mir neu, dass ein Arbeitsvertrag die Kündigungsfrist nicht zwangsläufig regeln muss. Habe es mittlerweile nachgelesen und kann dem nur zustimmen.

Antwort
von AntwortMarkus, 58

Er redet Unsinn. Er muß eine fristgerechte  Kündigung akzeptieren. 

Antwort
von TimoB2000, 39

Hallo. 

Er muss die Kündigung annehmen. Wenn er die Kündigung fristgerecht rausgeschickt/abgegeben hat, ist wie in der Kündigung steht das Arbeitsverhältnis beendet. Dann kann ihn NIEMAND zwingen da noch hin zu gehen. Dann sollte man sturr sein und weitere Briefe vom alten Chef ignorieren und eine Arbeitsverweigerung starten. 

Man kann auch notfalls zum Arbeitsgericht gehen.

Vg

Kommentar von Dobermannzwerg ,

Er hat sich die Abgabe bestätigen lassen, schriftlich.Nur kam der chef und meinte das er sie nicht akzeptiere in der ferienzeit.danach könne er hingehen wo der pfeffer wächst.Da bleibt wohl nur der Weg zum Anwalt

Kommentar von anitari ,

Er hat sich die Abgabe bestätigen lassen, schriftlich.

Das reicht doch völlig. Das der Chef nun wegen der Urlaubszeit Personalmangel hat ist sein Problem. Anwalt ist da nicht nötig.

Antwort
von BrexitistSuper, 51


er kann die verweigern, bis der arzt kommt

eine kündigung ist eine einseite empfangsbedürftige willenserklärung

er muss sie nicht annehmen, es reicht, wenn er sie hätte bekommen können

verweigert er die annahme, zählt das trotzdem

dein sohn sollte nur einen zeugen dafür haben, dass er sie ihm geben wollte

ob er sie annimmt oder nicht, ist wurst, er hätte ja kenntnis haben können, er wollte nur nicht

das ist sein problem dann

Kommentar von Odenwald69 ,

Dafür gibt es ja arbeitsverträge. die Regel auch die Kündigungfristen.. , wenn der andere sich quer stellt dann ab zum anwalt.

Kommentar von uni1234 ,

Dafür gibt es ja arbeitsverträge. die Regel auch die Kündigungfristen.. ,

Leider am Thema vorbei. Das hat nichts mit der Frage der Kündigungsfrist, sondern zunächst einmal damit zu tun, ob die Kündigung überhaupt wirksam erklärt und dem Arbeitgeber zugegangen ist. Wie dies zu beurteilen ist, wurde oben korrekt dargestellt, auch wenn der Name des Users an der Richtigkeit seiner Aussage zweifeln lässt.

Kommentar von BrexitistSuper ,

ach so, sry, ich vergaß, dass ja nur klug sein kann, wer mainstreammeinungen nachplappert

Kommentar von anitari ,

er muss sie nicht annehmen, es reicht, wenn er sie hätte bekommen können

Stimmt nicht so ganz.

Es reicht wenn er Gelegenheit hat Kenntnis von Kündigung zu nehmen. Dazu reicht es wenn sie im Firmenbriefkasten liegt. Jemand der den Einwurf, wie auch den Inhalt, bezeugt ist natürlich von Vorteil. 

Antwort
von farnickl, 50

Die Kündigung erfordert keine Bestätigung, sondern nur der Information.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten