Darf der Chef den Urlaub streichen, der schon genehmigt wurde?

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5 Antworten

 ist aber noch fristgerecht bis zum 01.08.2016 in der Firma

Vermutlich eher bis zum 31.07., denn man kündigt zum Letzten eines Monats, nicht zum Ersten.

vor ein paar Wochen hat sein Chef ihn für 4 Tage nachhause geschickt, da nix zu tun war 

Wenn der AG keine Arbeit hat, ist das sein Problem, nicht das des AN.

Jetzt will er ihm dafür die 4 Tage rückwirkend als Urlaub nehmen. Darf er das überhaupt ?

Dann soll er mal die Rechtsgrundlage dafür zeigen.

Müssen wir jetzt um unseren Urlaub bangen?

Einmal genehmigter Urlaub darf nur aus wichtigem Grund wieder gestrichen werden.

Ist dein Freund länger als 6 Monate in der Firma? Dann hat er auch Anspruch auf mindestens den vollen gesetzlichen Mindesturlaub - also 20 Tage bei einer 5-Tage-Woche. Das ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz. Allerdings hätte er dann bei einem neuen AG keinen Anspruch mehr darauf.

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Kommentar von KrankesHuhn97
05.07.2016, 13:21

Er hat dort 3 1/2 Jahre seine Ausbildung gemacht und ist seit 5 Monaten als Facharbeiter angestellt.

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nein. das darf der chef nicht.

wenn es aus betrieblichen gründen weniger arbeit gibt, ist dafür nicht der arbeitnehmer verantwortlich. wenn der arbeitnehmer dann freigestellt wird, gilt das quasi als arbeitszeit. wenn bis zum ende des arbeitsverhältnisses die minusstunden nicht mehr abgearbeitet werden können, ist das pech - und zwar für den arbeitgeber.

der urlaub gilt der erholung. da kann der arbeitgeber nicht dran rumbasteln, wie er gerade lustig ist.

dein freund sollte bei der gewerkschaft anrufen und sich dort dringend beraten lassen. termine gibts meist innerhalb weniger tage.

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Kommentar von KrankesHuhn97
05.07.2016, 13:17

Danke dir für den Tipp mit der Gewerkschaft! Das werden wir denke ich auch mal tun... hatten sowieso schon öfters Fälle in denen sein Chef nicht ganz rechtens gehandelt hat...

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vor ein paar Wochen hat sein Chef ihn für 4 Tage nachhause geschickt, da nix zu tun war

Das ist das Problem des Chefs. Wenn er ihn deswegen nach Hause schickt, kann er ihm dafür nichts abziehen, denn dein Freund war ja arbeitswillig.

Ein genehmigter Urlaub kann in Ausnahmefällen durchaus gestrichen werden, aber nicht aus eine Laune heraus, sondern weil betriebliche Belange es erforderlich machen (dringende Arbeiten zu erledigen, die sonst niemand machen kann). Dann müsste der Chef aber für die Stornierungskosten eines gebuchten Urlaubs aufkommen.

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Kommentar von KrankesHuhn97
05.07.2016, 13:13

Vielen Dank für deine Antwort! Sollten er den Chef direkt mal damit konfrontieren, dass der das nicht einfach so machen kann...ich sag mal so ...zu verlieren hat mein Freund ja eh nix mehr da er schon gekündigt hat..

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Betriebsbedingter Urlaub ist eigentlich legitim, muss aber rechtzeitig angekündigt werden.

Urlaub der bereits genehmigt wurde, darf vom Geschäftsführer nicht mehr so einfach zurückgenommen werden. Am besten ist es, wenn dein Freund dazu eine schriftliche Genehmigung vorlegen kann. Wenn wegen auerordentlichen betrieblichen Umständen der Urlaub trotzdem abgesagt wird, muss der Geschäftsführer die Kosten für Flug, Hotel etc. tragen, bzw. Stornierungsgebühren.

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Kommentar von KrankesHuhn97
05.07.2016, 13:19

Er hat eine Kopie des bestätigten Urlaubs und in seiner Personalakte kann er seinen Urlaubsschein einsehen.

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Was steht im Arbeitsvertrag dazu? Habt ihr da geschaut? Es ist schwer euch zu helfen wenn man die Hintergrundinfos des Vertrages nicht kennt...

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Kommentar von KrankesHuhn97
05.07.2016, 13:03

Nein, da haben wir noch nicht nachgeschaut... danke für den Tipp !

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Kommentar von DarthMario72
05.07.2016, 13:13

Hintergrundinfos braucht man hier nicht wirklich, hierzu gibt es klare gesetzliche Regelungen.

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Kommentar von Familiengerd
05.07.2016, 13:17

die Hintergrundinfos des Vertrages

Die spielen hier keine Rolle.

Es gibt zu diesem Problem rechtliche Bestimmungen (Bundesurlaubsgesetz, Bürgerliches Gesetzbuch und Rechtsprechung), auf die sich der Arbeitnehmer berufen kann und die arbeitsvertraglich nicht "ausgehebelt" werden dürfen.

Von daher ist es unbedeutend, was dazu im Arbeitsvertrag steht (wenn es ihn denn schriftlich gibt).

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