Frage von EberhartPoempel, 246

Darf der Arzt mir ohne Einwilligung Blut abnehmen?

Guten Tag, Ich hae mich vor einiger Zeit wegen privaten Problemen in einer psychatrischen Klinik befunden. Dort sollte mir unter anderem Blut abgenommen werden, was sich wegen meiner Spritzenphobie jedoch schwierig gestaltete. Es gab mehrere Anläufe bin denen mir im Vorfeld immer sowohl von der Ärztin als auch der anwesenden Therapeutin verichert wurde, dass der Versuch abgebrochen wird wenn ich es sage (das ist doch eigentlich ein mündlicher Vertrag oder?) und nur mit meiner Zustimmung Blut abgenommen wird. Beim dritten versuch innerhalb von drei Wochen (bei dem ersten hat es eigentlich geklappt aber die Ärztin hat es nicht geschafft meine Ader zu treffen) hab ich nach ca. 20 Minuten gesagt, dass ich es abbrechen möchte und ich war drauf und dran aufzustehen als mir die Ärztin einfach die Nadel in den Arm gerammt hat. Danach war ich geschock und konnte erstmal nicht mehr wirklich denken und hab geschrien vor Panik (einerseit wegen meiner Angst andererseits weil ich nicht glauben konnte, dass die Ärztin das wirklich getan hat). Da ich nicht damit Einverstanden war ist dieser Vorfall doch eine Körperverletzung gewesen, oder? Und wenn ja kann ich die Ärztin noch in irgendeiner Weise rechtlich belangen ? Ich würde mich über ausführliche Antworten von Leuten die die Antwort wissen freuen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von furbo, Community-Experte für Recht, 139

Grundsätzlich ist es so, dass jeder körperliche Eingriff der Zustimmung des Betroffenen bedarf. Injektionsnadeln gehören auch dazu. Ohne diese Zustimmung könnte diese Tat als Körperverletzung geahndet werden.

Ob es in dem geschilderten Fall an der Zustimmung fehlte, glaube ich nicht. Es gab bei diesem Versuch eine Zustimmung

"Beim dritten versuch innerhalb von drei Wochen (bei dem ersten hat es eigentlich geklappt aber die Ärztin hat es nicht geschafft meine Ader zu treffen) hab ich nach ca. 20 Minuten gesagt, dass ich es abbrechen möchte und ich war drauf und dran aufzustehen als mir die Ärztin einfach die Nadel in den Arm gerammt hat."

Und der Versuch war m.E. noch nicht beendet. Das "Möchten" und "drauf und dran sein" war kein Rücknahme der Zustimmung. Von daher gehe ich davon aus, dass im Falle eines Gerichtsentscheides die Ärztin freigesprochen würde.

Lass dir zukünftig eine Vollnarkose für die Blutentnahme geben oder versuche, mit Hilfe eines Therapeuten deine Phobie zu übwrwinden. 

Kommentar von user8787 ,

Eine Vollnarkose? Sry, aber das kann und darf kein Arzt verantworten....schon gar nicht unter den oben beschriebenen Voraussetzungen.   

Hier gibt es simplere Mittel....

Kommentar von furbo ,

Stimmt schon... zumal bei einer Vollnarkose in noch klarem Kopf ein Zugang gelegt wird. 

Aber was sind denn deine simpleren Mittel?

Antwort
von joduck, 127

Es ist zwar Körperverletzung, allerdings ist nicht zu sagen, ob Sie vor Gericht damit wirklich durchkommen.

Da Sie sich freiwillig in psychiatrischer Behandlung befanden, zu welcher eine wöchentliche Blutkontrolle gehört, ist es natürlich im Sinne des Krankenhauses diese von Ihnen gewollte Behandlung auch komplett durchzuführen. Desweiteren sind diese Werte wichtig für die Krankenkasse oder auch für die Fachärzte, sollten Sie Medikamente bekommen.

Diese psychische Beeinträchtigung (Phobie) sollte natürlich nicht grob übergangen werden, allerdings sollten Sie sich eventuell trotz Ihrer Panik fragen, ob es nicht eventuell für Ihre psychiatrische Behandlung notwendig ist.

Kommentar von EberhartPoempel ,

Natürlich ist meine Gesundheit wichtig, da ich tatsächlich Medikamente bekommen habe, aber es gab keinerlei Anzeichen  dafür, dass diese mich in irgendeiner Weise negativ beeinflusst haben. Und eine wöchentliche Blutkontrolle gab es nicht. Es ist auf jeden Fall gut, dass mir Blut abgenommen wurde, das ist gar keine frage, trotzdem habe ich die Klinik in der Hoffnung darauf besucht, dass meine Probleme vor allem langfristig behoben werden können. Bei der Blutabnahme ist aber so ziemlich das genaue Gegenteil eingetreten. Ich habe momentan mehr Angst vor Spritzen und Nadeln als je zuvor und frage mich ständig wie es bei der nächsten Blutabnahme/Spritzenvergabe aussehen soll. Auf jeden Fall vielen Dank für die Antwort.

Kommentar von joduck ,

Viele Konsequenzen durch medikamentöse Behandlungen lassen sich nicht durch das offensichtliche aufklären. Gerade, wenn sich eine Resistenz bildet, ist dies natürlich zu ihrem Nachteil. Allerdings spürt man auch selten gewisse Mängel sofort, sondern erst langfristig, da der Körper versucht Mangel mit anderen Stoffen auszugleichen.

Ich wünsche Ihnen aufjedenfall eine gute Besserung bis zur nächsten Untersuchung und hoffe für Sie auf langfristige Erfolge. 

Antwort
von Lovefabiennne, 86

Im Notfall wenn du nicht ansprechbar bist dann darf das der Arzt entscheiden. Sonst braucht er deine Zustimmung.

Antwort
von thuohgts, 101

sie darf dir auf gar keinen fall einfach etwas in deinen koerper rammen! wenn ich du waere wuerde ich das sofort melden ich mein dass sie inkompetent ist hat sie ja schon bewiesen nachdem sie in 20 minuten nicht mal eine ader treffen konnte

Kommentar von joduck ,

Natürlich hätte die Ärztin die Ader schon nach 10 Sekunden getroffen (hat sie ja auch bei direktem rammen), aber der Fragesteller hat eine Phobie, sie wollte es also nicht gegen seinen Willen

Kommentar von EberhartPoempel ,

Also das mit dem Adern treffen war bei den Versuchen davor, das ist vielleicht nicht ganz so deutlich gewesen und können im Blutabnehmen hat sie ja,auf jeden Fall in diesem Moment, bewiesen (oder sie hatte Glück) wenn sie die Ader einfach so trifft obwohl ich die ganze Zeit gezittert habe und schon fast so gut wie wie aufgestanden bin, aber, dass sie einfach so etwas in meinen Arm steckt obwohl ich das nicht will und somit gegen den Willen ihres Patienten handelt, zeugt meiner Meinung nach davon, dass diese keine Erlaubnis haben dürfte ihren Beruf auszuführen. Danke für die Antwort :)

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