Darf der Arbeitgeber Überstunden bei Freistellung einfach nullen lassen?

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4 Antworten

Grundsätzlich kann der AG bei einer Freistellung Überstunden verrechnen. Urlaub verrechnen geht nur bei einer unwiderruflichen Freistellung, die auch so ausgesprochen werden muss.

Wenn nach Verrechnung der Überstunden/Urlaubstage noch Urlaub und/oder Überstunden übrig sind, sind diese selbstverständlich bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses abzugelten.

Schreibt dem ehemaligen AG einen Brief und mahnt die Zahlung des zustehenden Geldes an. Setzt ihm eine Zahlungsfrist von 7-10 Tagen und teilt ihm mit dass Dein Mann, sollte zum genannten Termin kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, Klage beim Arbeitsgericht einreicht.

Wenn Dein Mann Gewerkschaftsmitglied ist oder es eine Rechtsschutzversicherung gibt, macht das ein Anwalt für ihn. Sonst kann er auch selbst zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts gehen und Klage einreichen. Bei der Klageformulierung wird geholfen und das ist kostenlos.

In der ersten Instanz braucht man nicht unbedingt einen Anwalt. Vor der Klage sollte der AG aber mit dem Brief erst abgemahnt werden. Bei vielen AG reicht das auch schon um sie zur Zahlung zu bewegen. Auf einen Rechtsstreit lassen es nicht alle AG ankommen (sowieso wenn sie wissen, dass die Ansprüche gerechtfertigt sind).

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Hallo Jacqueline83,

solche Chefs gibt es leider immer wieder. Habt ihr alles gut dokumentiert? Also Überstunden, Kündigung, Urlaubstage?

Das mit deiner Aussage "Fehler die evtl. rechtliche Maßnahmen mit sich ziehen" verstehe ich jetzt nicht so ganz. So wie ich es verstehe hat dein Mann auf Verlangen seines Chefs gekündigt (was allein schon Arbeitsamtmäßig ein Problem darstellt, aber das wisst ihr sicher.)

Wenn dein Mann sich sicher ist, dass er nichts getan hat, was tatsächlich gegen das Gesetz war oder gegen den Arbeitsvertrag, dann würde ich euch schon empfehlen, das prüfen zu lassen. Es klingt in meinen Augen nach einer versuchten Erpressung, nach dem Motto, halt nur dein Mund oder dich krieg ich klein.

Dass der Chef, natürlich alles versucht, dass er nicht zahlen muss ist auch klar. Aber lasst euch nicht einschüchtern, wenn ihr es wisst, dass nicht gewesen ist, dann geht dagegen vor.

Viel Glück

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ja, macht das! die wollen bloßen alles tun um nicht zahlen zu müssen

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Der AG hat die Möglichkeit, den AN bei Kündigung freizustellen. 

Um aber Urlaubstage in dieser Zeit anrechnen zu können muß es eine unwiderrufbare Freistellung sein. Ist das nicht derart Formuliert ist der Urlaub noch vorhanden.

Selbstverständlich kann nur so viel Urlaub angerechnet werden wie Kündigungstage bleiben. Der Rest konnte nicht genommen werden und ist auszuzahlen.

Auch Überstunden verfallen mit einer Kündigung nicht.

Ich würde empfehlen den Rat eines Rechtsanwaltes einzuholen.

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Kommentar von Familiengerd
28.04.2016, 20:31

Auch Überstunden verfallen mit einer Kündigung nicht.

Überstunden können mit einer Freistellung - um die es hier geht - immer verrechnet werden.

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