Frage von germanydani, 162

Darf der Arbeitgeber solch eine Frage über das Privatleben stellen?

Folgender Fall: Meine Oma ist seit Mittwoch in einem schlechten Zustand und habe mir deswegen für Mittwoch - Freitag einen dringenden Urlaub genommen, der auch soweit aus Chefstelle genehmigt wurde.

Nun kam in der Rückmail, in der der Urlaub bestätigt wurde, zusätzlich die Frage, ob ich "bitte kurz das Krankenhaus und den Nachnamen der Oma mitteilen kann". Keine Ahnung wie die auf Krankenhaus kommen, obwohl sie nicht im Krankenhaus liegt.

Meine Frage hierzu ist nun, ob das überhaupt zu weit in die Privatsphäre geht oder ob das überhaupt erlaubt ist, sowas zu fragen bzw. was ich hier in diesem Fall machen kann.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 44

Du hast vermutlich die Erkrankung deiner Oma als Grund für den Urlaubsantrag angegeben, deshalb die Bitte des Arbeitgebers um Übermittlung der Daten, um deine Angaben überprüfen zu können.

Wenn deine Oma nicht im Krankenhaus liegt, teile dem Arbeitgeber mit, dass sie in ihrer häuslichen bzw. familiären Umgebung gepflegt wird.

Damit sollte die Rückfrage erledigt sein, ohne zu sehr in die Privatsphäre einzudringen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Man muß einen urlaubsantrag nicht begründen und wenn man es tut, hat der Cehf da nichts nachzuprüfen. Es geht ihn schlicht nichts an, was mit der Oma ist und wo sie ist. Da muß man sich nicht rechtfertigen. Der Chef hat seine Nase da rauszuhalten.

Kommentar von Familiengerd ,

Exakt!!

Antwort
von troublemaker200, 55

Was Du in Deinem Urlaub machst ins Dein Ding und Du musst Dich natürlich NICHT rechtfertigen.

Ob und wie sich das mit Deiner Arbeit bzw. Vorgesetzten verträgt musst Du entscheiden.

Antwort
von LeCux, 100

Beantworten musst Du das sicher nicht - vielleicht wollen sie das nachprüfen, ob deine Angaben stimmten.

Eventuell kann der AG die Bestätigung verlangen, dass der Grund für deinen quasi Sonder-Urlaub auch wirklich gegeben ist.

Kommentar von Bitterkraut ,

Es gibt keinen Sonderurlaub, weil die Oma krank ist. Sonderurlaub, der dann auch nicht verweigert werden kann,  gibt es nur in ganz bestimmten Fällen. Hier handelt es sich um regulären Urlaub und es geht den Chef nichts an, wo man den verbringt. Er hat da nichts nachzuprüfen.

Antwort
von Woropa, 32

Ich würde sagen, sowas geht den Arbeitgeber überhaupt nichts an. Solche Fragen musst du nicht beantworten.

Antwort
von Bananenbrot24, 92

Der Urlaub wurde bereits genehmigt, du solltest also auf jeden Fall auf der sicheren Seite sein.

Die Frage ist eher unangemessen und wahrscheinlich auch nicht zulässig, wenn es sich dabei nicht um "Smalltalk" handelt. Zumal das Vorgehen sehr dumm scheint, da selbst das Krankenhaus nach Angabe des Namens (hoffentlich) keine Angaben machen wird...

Antwort
von Ontario, 63

Du kannst deinem Chef sagen, dass deine Oma nicht im Krankenhaus liegt, sondern zuhause dringend der Pflege bedarf, weil es ihr nicht gut geht.  Dein Chef möchte den Namen des Krankenhauses und den Nachnamen deiner Oma wahrscheinlch deshalb wissen, um dort anzurufen und nachfragen, ob es tatsächlich stimmt, dass das der Grund für deinen Urlaubsantrag ist. Was anderes kann ich mir nicht vorstellen. Notfalls könntest du dir vom behandelnden Arzt bestätigen lassen, dass es sich hier um einen "Notfall" handelt.

Kommentar von Bitterkraut ,

All das geht den Chef aber nichts an! Man muß einen Urlaubsantrag nicht begründen und der Chef hat da nichts nachzuprüfen!

Und er würde vom KH sowieso keine Auskunft kriegen.

Antwort
von Bitterkraut, 69

Fragen darf er, antworten mußt du aber nicht. Deine Oma geht deinen Chef gar nichts an. Wenn der Urlaub regulär ist, geht es ihn auch nichts an wie, wo und mit wem du ihn verbringst.

Nur, wenn du Sonderurlaub hättest, wegen Hochzeit oder todesfall oder dergleichen und dann weder bei der Hochzeit noch bei der Beerdigung bist, aknn der AG das vielleicht reklamieren.

Kommentar von AalFred2 ,

Was dann aber durchaus zum Ergebnis haben könnte, dass beim nächsten Mal so kurzfristigen Urlaubswünschen mit einer solchen begründung nicht entsprochen wird.

Kommentar von Familiengerd ,

... nicht entsprochen wird

... sofern der Arbeitgeber die Verweigerung einer Urlaubsgenehmigung stichhaltig begründen kann!

Kommentar von AalFred2 ,

Natürlich, wobei man sich durchaus einen Personalmangel während der Ferienzeit vorstellen kann, der zur berechtigten Verweigerung des Ansinnens führt.

Ich habe bei der ganzen Frage irgendwie das Gefühl, wir kennen nicht die ganze Geschichte.

Kommentar von Familiengerd ,

Bloßer Personalmangel in der Urlaubszeit rechtfertigt aber noch keine Ablehnung.

Kommentar von AalFred2 ,

Reden wir hier aneinander vorbei? Wenn die Geschäftstätigkeit wegen ansonsten schon fehlenden Personals durch zusätzlichen Urlaub massiv beeinträchtigt wird, sind das keine dringenden betrieblichen Belange?

Kommentar von Familiengerd ,

Nein, wir reden nciht aneinander vorbei.

Ich sprach vom "bloßen" Personalmangel.

Ein dringender betrieblicher Belang läge dann vor, wenn dadurch der Betriebsablauf "massiv", wie Du schreibst, also in unzumutbarer Weise beeinträchtigt würde. 

Kommentar von AalFred2 ,

Okay, das meinte ich damit. Und wenn der AG so etwas erst einmal behauptet, ist es mit kurzfristigem Urlaub Essig, selbst wenn man hinterher bei einer Klage Recht bekäme.

Es ist eben alles ein Geben und Nehmen und es könnte ja auch sein, dass der AG durchaus Gründe für seine Rückfrage hat.

Kommentar von Familiengerd ,

Dann sind wir uns einig.

Um es aber "auf die Spitze zu treiben":

In kurzfristigen dringenden Fällen muss ein Arbeitnehmer dann eben zum Mittel einer einstweiligen Verfügung greifen.

Die Frage des Klimas zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sei einmal dahin gestellt.

Von Betriebsratsseite aus konnte ich in unserem Betrieb in allen (an weniger als fünf Fingern abzuzählenden) Fällen, in denen es - ganz allgemein - zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kam, feststellen, dass der Arbeitgeber die Angelegenheiten zum Glück immer rein sachlich gesehen hat: als Entscheidungen eines unabhängigen Dritten (des Gerichts) bei unterschiedlichen rechtlichen Auffassungen!

Antwort
von SoVain123, 81

Vielleicht will dein Chef einfach Blumen schicken?!?
Macht meiner zumindest oft.

Kommentar von Marakowsky ,

War auch mein erster Gedanke!

Kommentar von Familiengerd ,

Nachvollziehbar bei einem/r eigenen Arbeitnehmer/in - aber wohl kaum bei einer völlig fremden Person wie seiner/ihrer Oma!

Kommentar von SoVain123 ,

Nicht wenn dem Chef viel an der Angestellten liegt.

Kommentar von Familiengerd ,

Der Arbeitgeber kann seinem Arbeitnehmer gegenüber sein Bedauern, sein Mitgefühl, seine Genesungswünsche (die Oma betreffend) äußern, aber nicht der Oma - also völlig fremder Person - selbst!

Kommentar von SoVain123 ,

Ein Chef darf also der Oma von einer seiner Angestellten keine Blumen ins Krankenhaus schicken?

Kommentar von Familiengerd ,

Hat jemand von "nicht dürfen" gesprochen??

Wenn ich "kann" und "kann nicht" gesagt habe, dann nicht im Sinne von "dürfen" oder "nicht dürfen", sondern entsprechend dem, was "angemessen" oder "schicklich" ist!

Und einer wildfremden Person gegenüber ist das im Fall der Frage weder "angemessen" noch "schicklich".

Kommentar von SoVain123 ,

Weiß zwar nicht was daran nicht angemessen sein soll...
What ever.

Antwort
von fwgFIWgw, 69

Fragen kann er es. Antworten muss du aber nicht. Es geht hier um Urlaub und nicht um irgendeine Krankschreibung in der du etwas nachweisen musst. 

Vielleicht wollte dein Chef nur Blumen schicken :)

Antwort
von Marakowsky, 58

Das klingt so, als wollten sie ihr Blumen oder eine genesungskarte schicken. Kann das sein? Ich finde die Frage geht, bei einem guten Verhältnis zum AG nicht zu weit.

Kommentar von Bitterkraut ,

Natrülich geht die Frage zu weit. Es geht den Chef nichts an, wo die Oma ist.

Kommentar von Marakowsky ,

Ich sag doch, dass es auf das Verhältnis ankommt! Was ist denn daran schwer zu verstehen?!

Kommentar von Familiengerd ,

Es ist wohl kaum nachvollziehbar, dass ein Arbeitgeber der Oma eines Arbeitnehmers, die ja offensichtlich eine völlig fremde Person für ihn ist, Blumen o.ä. schicken sollte!

Da spielt auch das Verhältnis des Arbeitgebers zu seinem Arbeitnehmer keine Rolle.

Kommentar von Marakowsky ,

Das tut mir leid, dass du bisher noch nicht so einen AG hattest. Aber ja, sowas gibt es.

Kommentar von Familiengerd ,

Ich hatte einen ausgezeichneten Arbeitgeber; er wäre aber - richtigerweise - nicht auf die Idee gekommen, einem im völlig fremden Angehörigen eines Arbeitnehmers Blumen oder Genesungswünsche zu schicken.

Der Arbeitgeber kann seinem Arbeitnehmer gegenüber sein Bedauern, sein Mitgefühl, seine Genesungswünsche (die Oma betreffend) äußern, aber nicht der Oma - also völlig fremder Person - selbst!

Kommentar von Marakowsky ,

Das ist ja ok, wenn das deine Meinung ist, bitte stelle das doch aber nicht als allgemein gültiges Gebot dar. Ich hatte eine solche Situation selbst erlebt und fand es ganz und gar nicht unangebracht, sondern klasse!

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